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DiNo-Konjunkturstudie 2015

Unternehmensnahe Dienstleistungen: mehr Umsatz, mehr Jobs als erwartet

Branchenverband plädiert für sinnvolle Begrenzung der Flüchtlingszahlen

Angesichts der Flüchtlingszahlen, die mittlerweile die Ein-Millionen-Marke überschritten haben, befürworten allerdings auch 64 Prozent der Befragten im Norden (66 Prozent in Hamburg) eine Begrenzung beziehungsweise Kontingentierung der Flüchtlingszahlen. Kruse verdeutlichte, dass die derzeitige Flüchtlingswelle aktuell noch gar nicht in der betrieblichen Realität der Unternehmen angekommen ist. Es sei notwendig, die Kräfte zu bündeln. „Was wir jetzt benötigen, ist ein handlungsfähiger und starker Staat. Wir brauchen eine effiziente staatliche Integrationspolitik im Inneren und eine nachhaltige Entwicklungspolitik im Äußeren. Wir brauchen einen handlungsfähigen Staat und Behörden, die langfristig etwas bewegen können und wollen“, sagte Kruse. Ein Zeichen und Aufwertung der Integration wäre ein Bundesministerium für Integration und Entwicklung.

73,3 Prozent der Dienstleister im Norden vertreten die Meinung, dass Deutschland ein Zuwanderungsgesetz benötigt und der die Branche vertretende AGA Unternehmensverband spricht sich für ein echtes Zuwanderungsgesetz aus. „Im Hinblick auf den faktischen Geburtenrückgang könnte es den Erhalt einer stabilen Gesellschaft befördern. Und für die Zuwanderer würde dies Gesetz mehr Transparenz bringen. Sie können schnell abschätzen, ob sie mit ihrer Qualifikation eine Chance auf unserem Arbeitsmarkt haben“, erklärt Kruse.

Vorrangprüfung aussetzen

Grundprobleme bei der Integration der Flüchtlinge sind dem Unternehmensverband zufolge Sprachkenntnisse und der Status arbeiten zu dürfen. Derzeit dauere es bis zu mehreren Monaten bis das Asylverfahren eingeleitet werde, das dann weitere Monate in Anspruch nehme. Zudem werde im Falle einer möglichen Besetzung eines Arbeitsplatz mit einem Flüchtling über die Vorrangprüfung zunächst ermittelt, ob Inländer oder Europäer Vorrecht bei der Besetzung eines Arbeitsplatzes hätten. Der Unternehmensverband unterstreicht hier die Forderung der deutschen Arbeitgeberverbände, das Instrument der Vorrangprüfung verantwortungsvoll für drei Jahre auszusetzen.

Es sei anachronistisch, Flüchtlinge für Berufe, bei denen anders als etwa im Pflegebereich kein Mangel herrsche, viele Monate untätig warten zu lassen, anstatt diese Menschen zu beschäftigen und darüber auch besser zu integrieren. Das sei kein Ausspielen der Flüchtlinge gegenüber Arbeitssuchenden oder Hartz-IV-Empfängern. Denn viele offene Stellen ließen sich derzeit nicht besetzen, erklärte Volker Tschirch und veranschaulichte die Thematik anhnad eines Praxisbeispiels: Würde ein afghanischer Flüchtling mit internationaler Fahrlizenz und entsprechender Eignung in Hamburg eine Stelle als Lkw-Fahrer angeboten bekommen, fiele die Vorrangprüfung vorerst negativ für ihn aus. Der Grund: In Hamburg gibt es zahlreiche arbeitslos gemeldete Lkw-Fahrer. Jedoch könne keiner von ihnen angestellt werden, weil sie Vermittlungshemmnisse haben – etwa keinen Führerschein, gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Alkoholprobleme. In so einem Fall verhindere die Vorrangprüfung echte Integration.

(Redaktion)


 


 

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