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  • 24.03.2020, 08:48 Uhr
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E-Commerce

Umfrage: Online-Handel erwartet drastische Umsatzrückgänge wegen Coronavirus

Neun von zehn E-Commerce-Händler in Deutschland sind von den Auswirkungen durch die Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage der Branchenvereinigung bevh Mitte März 2020, sie schlägt acht Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgungslage vor.

Die Bundesregierung müsse „zwingend eine funktionierende Infrastruktur gewährleisten”, damit der Onlinehandel seiner Versorgungsaufgabe weiterhin nachkommen könne. Das fordert die Branchenvereinigung E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) in einer Pressemitteilung vom 15. März 2020. Diese bedeute eine Aufrechterhaltung der Telekommunikations- und Daten-Netzwerke sowie den Bandbreiten-Ausbau zu forcieren. Zusätzlich müsse der Betrieb von Post- und Paketdienstleistungen, der entscheidend für die Versorgung der Bevölkerung sowie Unternehmen sei, sichergestellt werden.

Hintergrund ist das Ergebnis einer Befragung des E-Commerce-Verbandes unter seinen Mitgliedsunternehmen am 12. und 13. März 2020, um sich ein Bild über die Lage aufgrund der Corona-Pandemie zu machen. Nach eigenen Angaben haben 135 Unternehmen Auskunft gegeben. Laut Auswertung berichteten 88,3 Prozent der Unternehmen – also fast 9 von 10 Unternehmen – schon zu diesem Zeitpunkt, dass sie aktuell bereits direkt von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind.

Die Hälfte der Händler rechnet mit zeitweisen Schließungen

Gut 50 Prozent der Unternehmen rechneten mit einer temporären Schließung zumindest von einzelnen Bereichen im Jahresverlauf. Allerdings werde mit Hochdruck daran gearbeitet, Abteilungen zu separieren, um insbesondere die Logistik nicht zu gefährden. Aus diesem Grund sehen fast zwei Drittel der Unternehmen Kurzarbeitergeld und die Finanzierung von Lohnfortzahlungen bei infektionsbedingter Schließung als sehr sinnvolle Unterstützung durch Hilfsmaßnahmen des Staates.

41 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten bereits zum Umfragezeitpunkt Nachfragerückgänge, mehr als sechs von zehn erwarten diese Auswirkungen im Jahresverlauf. Zudem ging gut jedes zweite E-Commerce-Unternehmen von Umsatz- und Ergebnisminderung durch Lieferengpässe aus. 52,4 Prozent der Unternehmen wünschten sich daher Liquiditätshilfen. Jeweils gut die Hälfte wünschten sich insbesondere auch Steuererleichterungen bei Abschreibungen (54 Prozent) und zinsfreie Steuerstundungen (51,6 Prozent).

Einen Konjunkturimpuls verspricht sich mit 48,4 Prozent annähernd jedes zweite Unternehmen durch eine mögliche Abschaffung des Solidarzuschlags. Weniger Zuspruch, nämlich zu 38,1 Prozent, gibt es für eine befristete Mehrwertsteuersenkung für alle.

Forderungen und Vorschläge für Maßnahmen des bevh

Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh, fordert ergänzend zur Gewährleistung einer funktionierenden Infrastruktur: „In dem Fall, dass der Onlinehandel seiner Versorgungsaufgabe nicht mehr nachkommen kann, muss eine schnelle und unbürokratische Inanspruchnahme von Leistungen bei Kurzarbeit möglich sein. Finanzhilfen, insbesondere im Fall von Arbeitseinschränkungen, etwa durch Lohnfortzahlungen bei Quarantäne-Maßnahmen, müssen uneingeschränkt zugänglich sein. Des Weiteren sind Liquiditätshilfen, etwa durch zinsfreie Steuerstundungsmaßnahmen oder Einflussnahmen auf Banken und Bankenaufsichten im Hinblick auf Kreditlinien wünschenswert.“

In einer weiteren Pressemitteilung vom 19. März veröffentlichte der bevh acht Vorschläge für Maßnahmen, mit denen die Versorgungsinfrastruktur mit E-Commerce und stationärem Handel abgesichert werden könne. Dazu gehören die Anpassung der Arbeitszeitregelung, die Erlaubnis von Sonntagsarbeit, insbesondere in der Logistik und Zustellung sowie einheitliche Regelungen zu Sonn- und Feiertagsfahrverboten in allen Bundesländern, um Umwege und Umfahrungen zu vermeiden.

(Redaktion)


 


 

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