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Energiewende-Projekt

Bundesförderung für die Norddeutsche Innovationsallianz „NEW 4.0“

Positive Nachricht für Energiewende und Klimaschutz in Norddeutschland: Hamburg und Schleswig-Holstein gehören zu den fünf ausgewählten Regionen des Förderwettbewerbs „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG). Das Projekt „NEW 4.0 – Norddeutsche Energiewende“ soll über vier Jahre Fördergelder vom Bund erhalten.

Das Bundeswirtschaftsministerium habe am 1. Dezember 2015 entschieden, das norddeutsche Gemeinschaftsrojekt in die Förderung aufzunehmen und konkrete Projektanträge angefordert, teilten die Hamburger Umweltbehörde und Wirtschaftsbehörde mit. Am 24. September 2015 hatten Vertreter aus Hamburg und Schleswig-Holstein das norddeutsche Gemeinschaftsprojekt auf einem Parlamentarischen Abend in Berlin Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vorgestellt. 

„NEW“ steht für „Norddeutsche Energiewende“: Das Gemeinschaftsprojekt von Hamburg und Schleswig-Holstein will als „Schaufenster“ aufzeigen, dass eine Region mit 4,5 Millionen Einwohnern mit intelligenter Verknüpfung von Stromverteilung, -speicherung und -verbrauch bereits 2025 zu 70 Prozent und ab 2035 sicher und zuverlässig zu 100 Prozent mit regenerativer Energie versorgt werden kann. Neben der Stabilität des Systems und der Sicherheit der Versorgung sind nach Behördeninformation wesentliche Zielkriterien die Marktorientierung und Bezahlbarkeit, der wesentliche Beitrag zu Erfüllung der Klimaschutzziele sowie die gesellschaftliche Akzeptanz. Gleichzeitig soll das Projekt eine Vorbildfunktion haben und die Übertragbarkeit auf andere Regionen in Deutschland und Europa dargestellt werden. Dafür habe sich ein Konsortium aus mehr als 60 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft gebildet und gemeinsam ein umfassendes Konzept entwickelt, mit dem es das Bundeswirtschaftsministerium überzeugte.

„NEW 4.0 ist der logisch nächste Schritt für die die Energiezukunft ohne Kohle und Atom. Hinter dem Projekt steht eine breite Allianz aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik“, freute sich Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie, über die positive Vorentscheidung. Ein weitgehender Verzicht auf Kohle und Atom sei machbar. Das sei gerade anlässlich der UN-Konferenz in Paris ein starkes Signal für den Klimaschutz. Der Norden könne zum Leuchtturm für eine zukunftsfähige Energiewirtschaft in Deutschland werden, so Kerstan weiter.

Mit rund 40.000 Beschäftigten in circa 700 Unternehmen der Erneuerbaren-Energien-Branche verfügt die Modellregion Hamburg–Schleswig-Holstein über eine besondere Bedeutung in diesem Bereich. Ziel des Gemeinschaftsprojekts ist die wirtschaftliche und stabile Stromversorgung der Energie-Gesamtregion. Es will Hamburg als Großenergieverbraucher und Schleswig-Holstein als Großproduzent – mit seinen leistungsstarken Windenergie-Erzeugungszentren – intelligent zu einer Energie-Gesamtregion zu verknüpfen. Mit einem Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung von 40 Prozent befinde sich die Region bereits heute dort, wo die Bundesrepublik gemäß des Ausbaukorridors 2025 stehen solle, heißt es. Durch die Synchronisation der schwankenden erneuerbaren Energien mit dem Verbrauch sowie durch flexible und intelligente Vernetzung von Erzeugern und Verbrauchern wollen die Projektbeteiligten in der Schaufensterregion die vollständige Integration erneuerbarer Energien erreichen.

Insgesamt sind für alle fünf geförderten Projektregionen und mehr als 200 beteiligten Akteuren 230 Millionen Euro aus dem SINTEG-Programm bereitgestellt. Wie hoch die Fördersumme für „NEW 4.0“ genau sein wird, entscheide das Ministerium im nächsten Jahr nach Einreichen der kompletten Anträge, so die Wirtschaftsbehörde. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein flankieren das Projekt aus den Wirtschafts- und Umweltressorts.

„Hamburg und Schleswig-Holstein haben erfolgreich die politischen und unternehmerischen Kräfte gebündelt. Mit NEW 4.0 beschreiben wir, wie die Energiewende gelingen kann. Wirtschaft und Wissenschaft im Norden haben ein einzigartiges Bündnis geschmiedet. Mein Glückwunsch geht an das Projektkonsortium von NEW 4.0 und mein Dank an unsere Kollegen in Schleswig-Holstein, mit denen wir gemeinsam diese Projektbewerbung unterstützt haben“, sagte Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

In einem nächsten Schritt können die fünf ausgewählten Vorhaben die Projektanträge beim Projektträger Jülich einreichen. Nach Ende der Antragsphase sollen die Einzelprojekte in den Schaufensterregionen im zweiten Halbjahr 2016 starten. Die Projektlaufzeit beträgt vier Jahre.

(Redaktion)


 


 

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