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Woran im Erbfall zu denken ist

Stirbt ein Mensch, stehen die trauernden Angehörigen vor der großen Herausforderung, in dieser schweren Zeit verschiedene Formalien erledigen zu müssen. Die Postbank hat Tipps zusammengestellt, was Hinterbliebene dringend im Blick haben sollten.

1. Bestattung organisieren
Die nächsten Angehörigen, in erster Linie der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner, sind verpflichtet, sich um die Bestattung zu kümmern. Die Kosten der „standesgemäßen“ Beerdigung, die den Vermögensverhältnissen und der gesellschaftlichen Stellung des Verstorbenen entspricht, muss jedoch der Erbe tragen. „Sind der Vertragspartner des Bestattungsunternehmens und der Erbe nicht identisch, muss der Erbe die Kosten erstatten“, erläutert Anja Maultzsch von der Postbank.

2. Sterbeurkunde ausstellen lassen
Der erste formale Gang der Hinterbliebenen ist der zum Standesamt: Hier wird der Todesfall in das Sterbebuch eingetragen und die Sterbeurkunde sowie die Bestattungsgenehmigung werden ausgestellt. Dafür müssen sie den Personalausweis des Verstorbenen und seine Personenstandsurkunden – wie Geburts- und Eheurkunde – vorlegen. Wurde ein Bestatter beauftragt, übernimmt er dies in der Regel. „Da Sterbeurkunden für verschiedene Formalitäten benötigt werden, sollte man sich gleich mehrere Exemplare ausstellen lassen“, rät Maultzsch.

3. Versicherungen informieren, unnötige Verträge kündigen
Hatte der Verstorbene eine Lebens-, Unfall- und Sterbegeldversicherung abgeschlossen, muss die jeweilige Versicherung möglichst zeitnah über den Todesfall informiert werden. Je nach Vertrag sind Fristen von 24 bis 48 Stunden zu berücksichtigen, damit die volle Versicherungssumme ausgezahlt wird. Als Erbe sollte man sich darüber hinaus einen Überblick über alle weiteren Verträge des Verstorbenen verschaffen und diese bei Bedarf kündigen. „Die Bankunterlagen und Kontoauszüge des Verstorbenen sind dafür ein hilfreicher Anhaltspunkt – sie sollten auf regelmäßige Überweisungen und Daueraufträge hin kontrolliert werden“, so die Postbank-Expertin.

4. Erbfall prüfen
Wer als Erbe eingesetzt wird, sollte möglichst schnell prüfen, ob er den Nachlass annehmen oder ausschlagen möchte. Denn ab dem Zeitpunkt, ab dem er von seiner Erbschaft erfährt, hat er dafür nur sechs Wochen Zeit. Die Entscheidung sollte wohlüberlegt sein, da laut Erbrecht nicht nur Vermögen, sondern auch Schulden vererbt werden können. Möchte man zum Beispiel ein überschuldetes Erbe ablehnen, muss man dies dem Nachlassgericht erklären. Übrigens: Ein einmal angenommenes Erbe kann man nicht mehr ausschlagen.

5. Den digitalen Nachlass regeln
Ob E-Mail-Accounts, Konten bei Onlinehändlern wie Ebay und Amazon oder Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook: Immer mehr Menschen hinterlassen heute ihre Spuren im World Wide Web. Für Hinterbliebene bedeutet dies, dass sie auch den „digitalen Nachlass“ ordnen und abwickeln müssen. Wer die Passwörter des Verstorbenen nicht kennt, sollte sich mit dem Erbschein gegenüber dem Internetunternehmen als Erbe ausweisen und damit Zugriff auf die Konten erlangen. Tipp: „Einige Bestattungsunternehmen und spezialisierte Dienstleister bieten bereits Hilfe rund um den digitalen Nachlass an“, erklärt Anja Maultzsch.

(Redaktion)


 


 

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