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Ethisches Wirtschaftsmodell

Gemeinwohl-Ökonomie erhält spanischen Umweltpreis

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist in Madrid mit dem spanischen Umweltpreis „Premio Verde 2015“ geehrt worden. Es handelt sich um die vierte hochrangige Auszeichnung des ethischen Wirtschaftsmodells in diesem Jahr.

Anlässlich des Beginns der Klimakonferenz in Paris am 1. Dezember 2015 sei dieser Umweltpreis für die Gemeinwohl-Ökonomie ein passendes Zeichen, dass die Einbettung der Wirtschaftsordnung in die ökologischen Grenzen ein Gebot der Stunde ist, wertet der Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie die renommierte Auszeichnung.

Am 25. November wurde in Madrid der nationale Umweltpreis „Premio Verde 2015“ vergeben. In der Kategorie „Privater Bereich“ ging der Preis an Christian Felber, als Impulsgeber einer weltweiten Gemeinwohl-Ökonomie Bewegung. Für die Jury sei ausschlaggebend, dass die Gemeinwohl-Ökonomie gemeinsam mit Unternehmerinnen und Unternehmern entwickelt und weiterentwickelt wird. Hervorgehoben wurde in der Jurybegründung das Ziel der alternativen Wirtschaftsbewegung: Nämlich die gegenwärtige kapitalistische Wirtschaftsweise umzuwandeln und nach ethischen Werten auszurichten, heißt es.

Der „Premio Verde“ wird jährlich in acht Kategorien von der Fundación Navarro für außerordentliche Leistungen im Bereich organische Landwirtschaft und Ernährung verliehen. Unter den Gewinnern findet sich dieses Jahr beispielsweise auch die Lokalregierung der kanarischen Inseln „El Hierro“ für ihr Bestreben, energieautark zu werden. Für die Gemeinwohl-Ökonomie hat Alberto Pardos, Vorsitzender des Fördervereins Gemeinwohl-Ökonomie den „Premio Verde 2015“ entgegengenommen. Die Ausgezeichneten erhalten den „Premio Verde“ in Form einer Ginkgoblatt-Skulptur des spanischen Bildhauers Toni Marí und einer Urkunde.

In Spanien ist die Gemeinwohl-Ökonomie unter dem Namen „Econonomía del bien Común“ bekannt. Insgesamt 25 Regionalgruppen und fünf Vereine setzen sich landesweit überparteilich für die Verbreitung und Umsetzung der Gemeinwohl-Ökonomie ein. Erste spanische Gemeinden (Miranda de Azán und Oriviedo) sind offiziell „Gemeinwohl-Gemeinden“ geworden. Mehrere Dutzend spanische Unternehmen wie CanCet, Zaragoza oder Vivienda erstellen mit weiteren 250 Unternehmen in ganz Europa eine Gemeinwohl-Bilanz. Die Universität Valencia hat beschlossen, einen Lehrstuhl Gemeinwohl-Ökonomie einzurichten.

Das ethische Wirtschaftsmodell wurde international bereits mehrfach ausgezeichnet:

  • 2013 Lehrpreis der Universität Graz für die Lehrveranstaltung Gemeinwohl-Ökonomie an der Karl-Franzens Universität
  • 2014 Premio Nueva Civilización (Chile)
  • 2015 Umweltpreis der Stadt Wien für die Sommerakademie AEMS (Alternative Economic and Monetary Systems)
  • 2015 Zwei Preise für das Projekt Bank für Gemeinwohl: (Austrian Innovation Forum 1. Platz, Nachhaltige GestallterInnen 2. Platz)

Gemeinwohl-Ökonomie – ein alternatives Wirtschaftsmodell

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Angebot und ein Modell zum Aufbau einer ethischen Marktwirtschaft. Gemeinwohl ist das Ziel des Wirtschaftens. Geld soll dabei als Mittel zur Erhöhung des Gemeinwohls dienen. Wirtschaftlicher Erfolg wird an der Erhöhung des Gemeinwohl-Beitrags gemessen.

Der ergebnisoffene Weg zu einer gemeinwohlorientierten Wirtschaftsordnung soll in demokratischen Wirtschaftskonventen entwickelt, vom Volk (als Souverän) entschieden und in den nationalen Verfassungen und im EU-Vertrag verankert werden. Auf wirtschaftlicher Ebene erstellen Gemeinwohl-Unternehmen eine Gemeinwohl-Bilanz, auf kommunaler Ebene erstellen Gemeinwohl-Gemeinden einen kommunalen Lebensqualitäts-Index und auf Ebene der Bildung entwickeln Schulen und Universitäten Gemeinwohl-Lehrgänge.

Am Beginn der Bewegung standen zwölf engagierte Unternehmen, die gemeinsam mit Christian Felber, dem Autor der „Gemeinwohl-Ökonomie“, das Modell der Gemeinwohl-Ökonomie entwickelt haben. Ausgehend von Wien hat sich die Gemeinwohl-Ökonomie weltweit verbreitet. 1.900+ Unternehmen, 240+ Vereine, 20+ Gemeinden und mehr als 5.000 Privatpersonen unterstützen die Bewegung. Aktuell wird die Gemeinwohl-Idee in 100+ regionalen Gruppen lokal verbreitet. Einmal jährlich werden alle wichtigen Beschlüsse zur weiteren Entwicklung der Bewegung in einer demokratisch organisierten Versammlung entschieden.

(Redaktion)


 


 

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