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EU-Verordnung

REACH belastet Hamburger Industrie und Chemikalienhändler

Eine Umfrage der Handelskammer Hamburg bei ihren Mitgliedsunternehmen im produzierenden Gewerbe und in der Chemikalienbranche hat die befürchteten finanziellen und administrativen Belastungen durch die EU-Chemikalien-Verordnung REACH (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals) bestätigt.

Im Durchschnitt haben betroffene Unternehmen in Hamburg zur Zeit Umgang mit 121 registrierungspflichtigen Stoffen. Davon haben sie, statistisch betrachtet, nur 107 Stoffe „vorregistriert“, also für die Registrierung angemeldet. Jetzt planen sie durchschnittlich allerdings, lediglich 29 Stoffe tatsächlich registrieren zu lassen und die anderen Stoffe nicht mehr zu verwenden. Die geringe Zahl der geplanten Registrierungen resultiert aus den hohen erwarteten Durchschnittskosten von 78.000 Euro pro Stoff. Aufgrund der finanziellen Belastung werden 80 Prozent der Stoffe von Konsortien aus mehreren Unternehmen registriert werden. Einige Unternehmen erwägen sogar, den Handel mit Chemikalien ganz aufzugeben.

„Die Ergebnisse der Umfrage sind alarmierend“, sagt Handelskammer-Präses Frank Horch. „Sie zeigen, dass unsere Kritik an REACH gerechtfertigt ist. Daher fordern wir erneut mit Nachdruck von den Entscheidungsträgern in Hamburg, Berlin und Brüssel, dass die Gebühren gesenkt, das Registrierungsverfahren vereinfacht und die Fristen für bestimmte Stoffgruppen verlängert werden.“ Ein ganz konkreter Ansatzpunkt wäre zum Beispiel, Stoffe, die bereits anderen, strengeren Vorgaben beispielsweise aus dem Lebensmittelrecht oder dem Arzneimittelrecht unterliegen, generell von der Registrierungspflicht nach REACH zu befreien.

Am 1. Juli 2007 war die EU-Verordnung REACH in Kraft getreten. Vom 1. Juni bis 30. November 2008 lief die „Vorregistrierungsphase“. Die Vorregistrierung der betroffenen Stoffe ist Bedingung für die eigentliche Registrierung ab 2010. Die Handelskammer hatte im Rahmen einer Umfrage 1.000 Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe und der Chemikalienbranche befragt; 80 hatten geantwortet

(ots / Handelskammer Hamburg)


 


 

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