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Fair-Trade-Hochschulwettbewerb 2018

Hamburg! Handelt! Fair! – Studierende für herausragende Marketingideen geeehrt

Studierendenteams aus vier Hamburger Hochschulen sind im Wintersemester gegeneinander angetreten, um die besten Marketing- und Kommunikationskonzepte für Hersteller und Händler fair produzierter Waren zu entwickeln. Mit der Preisverleihung am 17. Dezember 2018 im Hamburger Rathaus fand der 4. Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb seinen Höhepunkt.

Den ersten Platz erreichte das Studierendenteam der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Mit der strategischen Ausrichtung sowie ihren emotionalen Ideen für Thomas Becker Atelier für Schmuck überzeugten die Studierenden die Jury. Gefragt war ein Marketingkonzept, dass sich vor allem an eine social-media-affine Zielgruppe zwischen 25 und 35 Jahren richtet. Die Empfehlungen für den Goldschmiedemeister mit fünfköpfigem Team: Die Studierenden raten etwa dazu, die Zielgruppe der „Heiratswilligen“ ins Zentrum der Kommunikation zu stellen, mit der kreativen Leitidee #FAIRTRAUDICH zu spielen und Kooperationen rund um die faire Hochzeit einzugehen. „Ich bin begeistert zu sehen, wie hoch das Niveau der Studierenden ist, sowohl was die kreativen, umsetzbaren Ideen als auch die Analyse angeht“, sagt Jurymitglied Ole Keding, Direktor Strategie & Innovation bei Pilot, der zweitgrößten inhabergeführten Mediaagentur Deutschlands.

Den zweiten Platz belegten die Studierenden der Hochschule Fresenius, die mit der Wertform GmbH kooperiert hatten. Die Tochter der inhabergeführten Hamburger Cafea-Gruppe wurde 1983 für die Einführung der Bio-Kaffee-Marke „Mount Hagen“ gegründet, die seit 2001 auch Bio-Bohnen mit Fairtrade-Siegel anbietet. Die Studierenden sollten ein Marketingkonzept entwickeln für „Freshfläsch“. Dieser mit Fruchtsäften und Kohlensäure versetzte Coldbrew-Kaffee ist sowohl mit einem Bio- als auch dem Fairtrade-Siegel zertifiziert. Er wurde im Juli 2018 neu auf dem deutschen Markt eingeführt und will vor allem die 16- bis 35-jährigen erreichen. Besonders die detaillierte Marktanalyse auf Basis einer umfangreichen Marktforschung mit qualitativen Interviews in der Zielgruppe überzeugte die Jury. Die Maßnahmen, die die Studierenden vorschlugen, waren sehr gut aus der Analyse abgeleitet, darunter die Neupositionierung als „Cold Brew Coffe Lemonade“ und die Neugestaltung der Flaschenaufschrift.

Studierende der AMD Akademie Mode & Design Hamburg entwickelten eine Kampagne für die Brands Fashion GmbH und erlangten damit den dritten Platz. Der Anbieter von Berufsbekleidung aus Buchholz setzt auf Nachhaltigkeit und die Einhaltung von Sozialstandards und wurde dafür mit dem Fairtrade Award 2018 ausgezeichnet. Dabei bedient die Brands Fashion GmbH sowohl nationale wie internationale Großunternehmen, als auch Kunden aus dem Mittelstand. Die Kampagne soll den Vertrieb der „Baukasten-Kollektion“ unterstützen, die Brands Fashion erstmals im Oktober 2018 lanciert hat. Die Studierenden deklinierten am Beispiel der expandierenden Zulieferbranche verschiedene Kommunikationsschienen durch – vom Werbefilm und Instagram-Account über Anzeigenwerbung und Flyer bis zur Direktaquise und einem Messestand mit Giveaway.

Studierende der EBC Hochschule arbeiteten für das Wilhelms im Wälderhaus, ein im Schlemmeratlas 2018 „Empfohlenes Restaurant“ und Mitglied im Greentable e.V., bei dem Regionalität und Saisonalität im Fokus stehen. Das Wilhelms hat auch fair gehandelte Limonade und Kaffee ins Standardsortiment aufgenommen. Als Basis für das Kommunikationskonzept diente eine Befragung, in der die Studierenden unter Restaurantgästen die Mehrzahlungsbereitschaft für fair gehandelte Produkte ermittelten. Gut zwei Drittel (68,7 Prozent) der befragten Restaurantbesucher gaben an, dass sie es wichtig finden, sich mit fairem Handel zu beschäftigen. Knapp zwei Drittel (61,4 Prozent) wollten ihr diesbezügliches Wissen gerne erweitern. Daraus leiteten die Studierenden unter anderem die Bereitschaft der Restaurantbesucher ab, im Restaurant und auf der Website über fair gehandelte Produkte und Zutaten informiert zu werden, und entwickelten dafür Muster.

Den Fairen Handel aus der Nische weiter in den konventionellen Markt bringen

„Ich bin wieder fasziniert vom Ideenreichtum der Studierenden. Da ist vieles dabei, was hilft, den Fairen Handel aus der Nische weiter in den konventionellen Markt zu bringen“, freute sich Christine Priessner, Projektkoordinatorin von Fair Trade Stadt Hamburg und Fachpromoterin für den Fairen Handel. Priessner weiter: „Die Hochschulen sind wichtige Orte um Influencer anzusprechen. Wir von Fair Trade Stadt Hamburg gehen jetzt verstärkt auf Hochschulen zu, denn der Faire Handel soll zukünftig in Lehre, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit mitgedacht und Teil der Nachhaltigkeitsseminare werden.“ Fair Trade Stadt Hamburg und Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg haben den Hochschulwettbewerb gemeinsam vor vier Jahren ins Leben gerufen, um den Fairen Handel in Hamburg zu stärken und Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen zu initiieren.

Gemeinsame Arbeit von Wissenschaft und Wirtschaft

Die IKS Hamburg hat die Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vermittelt. Die Idee der gemeinsamen Arbeit für den Fairen Handel kommt an. Prof. Sandra Meister beispielsweise, die den Hochschulwettbewerb an der AMD Akademie Mode und Design bereits im vierten Jahr betreut, hebt hervor: „Der Wettbewerb spiegelt sehr gut die realen Bedingungen im Berufsleben wider. Dies betrifft die Arbeit in Teams, genauso wie die Bearbeitung eines Auftrags durch einen realen Auftraggeber. Darüber hinaus fördert er das Bewusstsein für den Fairen Handel – bzw. für den in weiten Teilen unfairen Umgang mit Menschen und Umweltressourcen und die kritische Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld, das ja gerade für die Textilindustrie ein sehr kritisches ist.“ Karsten Suhr, Prokurist der Firma Wertform GmbH, erläutert aus Unternehmersicht: „Die Teilnahme an dem Wettbewerb ist eine absolute Bereicherung, da die Studierenden unbelastet mit frischen fundierten Ideen an die Aufgabe herangehen. Und sie in unserem Fall mit dem neuen Getränkesegment, Coldbrew-Kaffee mit Säften und Kohlensäure versetzt, selbst zu 100 Prozent in die Zielgruppe fallen.“

(Redaktion)


 


 

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