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Fair-Trade-Hochschulwettbewerb

Hamburg! Handelt! Fair! – Siegerehrung im Rathaus

Zum Abschluss des dritten Hamburger Fair-Trade-Hochschulwettbewerbs „Hamburg! Handelt! Fair!“ wurden die drei Studierenden-Gewinnerteams im Hamburger Rathaus ausgezeichnet.

Frischer Wind für den Fairen Handel – auf diese Kurzformel lässt sich das Ziel des Hochschulwettbewerbs „Hamburg! Handelt! Fair! – Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam für den Fairen Handel“ bringen. Wie schon in den zwei vorangegangenen Jahren sind in diesem Wintersemester Studierendenteams von Hamburger Hochschulen angetreten, um die besten Marketing- und Kommunikationskonzepte für Hersteller und Händler fair produzierter Waren zu entwickeln – dieses Jahr erstmals für den B2B-Bereich. Am 11. Januar 2018 fand der Hamburger Fair-Trade-Hochschulwettbewerb mit der Preisverleihung im Hamburger Rathaus seinen Höhepunkt.

Erster Sieger: Fair-Trade-Grußkarten – Studierende der EBC Hochschule

Den ersten Platz belegte das Studierendenteam der EBC Hochschule. Mit ihrer strategischen Ausrichtung sowie kreativen und umsetzbaren Ideen für FairMail, die einzigen Fair-Trade-Grußkarten weltweit, hätten sie die Jury überzeugt, heißt es. Nicht mehr die typischen Handelsvertreter, sondern studentische Aushilfen sollen künftig den Vertrieb der Postkarten für den Hamburger Goldbek Verlag übernehmen und mit Glaubwürdigkeit und Engagement bei den zumeist kleinen Läden punkten, die die Karten an die Frau und an den Mann bringen – so eine der Kernideen. Der Hintergrund: Die Postkarten werden von Jugendlichen gestaltet, die teilweise in Slums leben und sich durch die guten Fotografien ihren Lebensunterhalt verdienen und ihre Ausbildung finanzieren können. Im ähnlichen Alter sind die Studierenden, die das Projekt voranbringen sollen.

„Ich bin begeistert zu sehen, wie hoch das Niveau der Studierenden ist, sowohl was die kreativen Ideen als auch die Analyse angeht“, sagt Jurymitglied Ole Keding, Direktor Strategie & Innovation bei pilot, der zweitgrößten inhabergeführten Mediaagentur Deutschlands. Vor allem das Siegerteam habe die besondere Herausforderung in diesem Jahr hervorragend gemeistert, ein Konzept für den Business-to-Business-Bereich zu entwickeln. „Studierende kennen die Bedürfnisse von Firmenkunden in der Regel ja noch nicht aus eigener Erfahrung. Das macht die Analyse schwieriger. Und es macht es schwieriger, den wirkungsvollsten Hebel für die Umsetzung zu finden.“

Zweiter Sieger: Marketingstrategie für die Listung von Kokosblütenzuckerprodukten im Einzelhandel – Studierende der HAW Hamburg

Den zweiten Platz belegten die Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), die mit Nusweet kooperiert haben, einem Startup, das Lebensmittel mit Fairtrade-zertifiziertem Kokosblütenzucker entwickelt und vertreibt, darunter eine Trinkschokolade und eine Nussnougatcreme. Die Kernidee der Studierenden, die sich überlegen sollten, wie das Startup Produkte eine Listung in Edeka-Märkte bekommen können: Ein süßes Frühstück im Markt, das den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen lässt und zuerst die Marktleiter und später ihre Kunden überzeugt. Eine Platzierung auf der Edeka-Foodstarter-Plattform lobte die Jury als besonders starke Idee und vielversprechende, digitale Lösung.

Lesen Sie auch diesen Beitrag über das Studententeam der HAW und ihre Kommunikationsstrategie für Nusweet.

Dritter Sieger: Werte-Kommunikation um sozialverträgliche Produktionsbedingungen im Inland für Naturkostgroßhändler – Studierende der University of Applied Sciences Europe

Der dritte Platz geht an die Studierenden der University of Applied Sciences Europe/BiTS, die Ideen für den regionalen Großhändler Grell Naturkost entwickelt haben, der fair und ökologisch gehandelte Produkte vertreibt und das Bewusstsein dafür stärken will, dass faire, auskömmliche Produktionsbedingungen nicht nur in fremden Ländern wichtig sind, sondern auch direkt vor Ort im geografischen Umfeld von Hamburg.

Fairen Handel weiter im konventionellen Markt etablieren

„Ich bin wieder fasziniert vom Ideenreichtum der Studierenden. Da ist vieles dabei, was hilft, den Fairen Handel aus der Nische weiter in den konventionellen Markt zu bringen“, freut sich Christine Priessner, Projektkoordinatorin der „Fair Trade Stadt Hamburg“ und Fachpromoterin für den Fairen Handel. Priessner ist überzeugt: „Letztlich profitieren alle davon, wenn die Arbeitsbedingungen bei den Produzenten im globalen Süden als auch hier in Europa sozialverträglicher sind. Es ist überlegenswert, den Fairen Handel nicht mehr nur allein auf Billiglohnländer anzuwenden. Wir brauchen auch hier vor Ort sozialverträgliche Strukturen und vor allem das Bewusstsein dafür, dass jede und jeder ein existenzsicherndes Einkommen erhält.“

Fair Trade Stadt Hamburg und Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg haben den Hochschulwettbewerb gemeinsam vor drei Jahren ins Leben gerufen, um den Fairen Handel in Hamburg zu stärken und Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen zu initiieren.

Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft kommt an

Die IKS Hamburg hat die Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vermittelt. Die Idee der gemeinsamen, transdisziplinären Arbeit für den Fairen Handel kommt an. Prof. Sandra Meister beispielsweise, die den Hochschulwettbewerb an der Akademie Mode und Design (AMD) bereits im dritten Jahr betreut, hebt hervor: „Der Wettbewerb spiegelt sehr gut die realen Bedingungen im Berufsleben wider. Dies betrifft die Arbeit in Teams, genauso wie die Bearbeitung eines Auftrags durch einen realen Auftraggeber. Darüber hinaus fördert er das Bewusstsein für den Fairen Handel, bzw. für den in weiten Teilen unfairen Umgang mit Menschen und Umweltressourcen und die kritische Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld, das ja gerade für die Textilindustrie ein sehr kritisches ist.“

Aus Unternehmersicht sei der Wettbewerb interessant etwa wegen der hohen Motivation der Studierenden. „Uns war besonders wichtig, Vorschläge von der Zielgruppe für die Zielgruppe zu bekommen. Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen. Es gibt im praktischen Teil sehr konkrete Maßnahmen, die auch umsetzbar sind“, sagt Manuel Rodriguez Eicke, Leiter Zentrales Marketing bei Darboven, und ergänzt: „Wie haben jederzeit weiteres Interesse an einer Zusammenarbeit.“

Mehrere Hochschulen und Unternehmen haben bereits ihr Interesse an einer Fortführung des Projekts bekundet. Und auch Heike Frank, Jurorin des Wettbewerbs und Projektmanagerin Hamburg Marketing GmbH, betont: „Ich finde es gut, dass dieser Wettbewerb Wissenschaft und Wirtschaft an einen Tisch holt und in einem kurzen Zeitraum so kreative Ansätze erarbeitet wurden.“

Alle beteiligten Hochschulen und Unternehmen: Akademie Mode und Design (AMD) – recolution GmbH & Co. KG (Kleidung), Brand Academy – Hochschule für Design und Kommunikation – J.J. Darboven GmbH & Co.KG (Café Intención),  EBC Hochschule – Goldbek Verlag GmbH (FairMail-Grußkarten), Hochschule Fresenius – Süd-Nord Kontor GmbH (Lebensmittel und (Kunst-)Handwerk), Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – Nusweet GmbH (Lebensmittel aus Kokosblütenzucker), University of Applied Sciences Europe/BiTS – C.F. Grell Nachf. Naturkost GmbH & Co. KG (faire Bio-Lebensmittel).

(Redaktion)


 


 

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