Managementbuch des Jahres
„Effectuation“ von Michael Faschingbauer
Hamburg. In Sachen Managementliteratur spielen meist US-amerikanische Autoren die erste Geige. Jetzt gibt aber ein Österreicher den Ton an. „Effectuation“ heißt das Buch des Grazer Autors Michael Faschingbauer, das jetzt als „Managementbuch des Jahres“ ausgezeichnet wurde.
Zwar handelt es sich beim zukunftsweisenden Konzept „Effectuation“ um einen amerikanischen Import, doch erst der agile Berater und Dozent zeigte, wie auch Unternehmen hierzulande das Konzept für sich fruchtbar machen können. Das ist umso wichtiger, als „Effectuation“ Unternehmern und Managern Methoden an die Hand gibt, um in Zeiten sich schnell wandelnder Märkte und Ressourcen richtige Entscheidungen zu treffen.
Neue Methoden für eine neue Zeit
Die Welt der Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren rasant gewandelt. Globalisierung und Vernetzung von Märkten und Unternehmen erzeugen eine nie gekannte Komplexität. Kleine wie große Unternehmen stehen vor der Herausforderung, diese Komplexität zu meistern. Dafür ist eine neue Management- und Business-Logik nötig. Eine Logik, die das Unvorhersehbare akzeptiert und sich auf chaotische Prozesse einstellt. Michael Faschingbauer entwickelt in „Effectuation“ diese Logik. Weg vom kausalen Denken, hin zum Denken in Möglichkeiten und Brüchen. Er entwickelt eine Businesspraxis, die auf Ungewissheit reagiert, indem sie Ziele nicht festklopft, sondern in der Schwebe hält und permanent an die neuen Umstände anpasst. Eine Praxis, in der nicht Prognosen den Takt angeben, sondern Erfahrungen.
Entdecken mit Methode
Effectuation als Methode entstand, indem Forscher erfolgreichen Unternehmern auf die Finger geschaut haben. Und festgestellt haben, dass die sich selten oder nie an "Business-Regeln" halten, die linear-kausales Vorgehen verlangen. Dieses Vorgehen sei, so Michael Faschingbauer, zwar angebracht, wenn es darum geht, klassische Spitzenleistungen zu erbringen - zum Beispiel die Nr.1 Position in einer genau definierten Sparte in einem bekannten Umfeld zu erreichen. Das linear-kausale Vorgehen funktioniert aber nicht, wenn es um neue Produkte oder Dienstleistungen geht. Hier fahren alle besser, die nach den vier Prinzipien von Effectuation vorgehen: 1. Das Prinzip der Mittelorientierung (mit dem beginnen, was man ist, weiß, kann und hat, statt der Orientierung an "mythischen Zielen"). 2. Das Prinzip des leistbaren Verlustes (Einsätze orientieren sich am leistbaren Verlust, nicht am erwarteten Ertrag). 3. Das Prinzip der Umstände und Zufälle (Zufälle und Umstände werden nicht als Störfaktoren, sondern als Gelegenheiten aufgefasst). 4. Das Prinzip der Vereinbarungen und Partnerschaften (andere ins Boot holen, statt sich abzugrenzen).
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