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Finanzierungsdefizit

Höheres Defizit der Kommunen im ersten Halbjahr 2010

Die Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland (ohne die Stadtstaaten) hatten im ersten Halbjahr 2010 (in Abgrenzung der Finanzstatistik) ein kassenmäßiges Finanzierungsdefizit in Höhe von 7,8 Milliarden Euro.

Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Im ersten Halbjahr 2009 betrug das Finanzierungsdefizit 4,2 Milliarden Euro. Die Einnahmen der Kommunen stagnierten im ersten Halbjahr 2010 mit 76,8 Milliarden Euro (minus 0,2 Prozent) auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraumes. Die kassenmäßigen Ausgaben stiegen dagegen um 4,3 Prozent auf 84,7 Milliarden Euro.

Durch Probleme im Zusammenhang mit der Einführung des doppischen Rechnungswesens auf kommunaler Ebene sind die Ergebnisse einiger Länder nur eingeschränkt aussagefähig; die Entwicklung wird beim Vergleich des ersten Halbjahres 2010 mit dem ersten Halbjahr 2009 dadurch insbesondere auf der Ausgabenseite etwas verzerrt wiedergegeben. Unter anderem zeigen sich bei den Personalausgaben unterjährig Schwankungen zwischen den Einzelquartalen. Daneben bedingen veränderte Zuordnungen Verschiebungen zwischen den Ausgaben für den laufenden Sachaufwand und den Sachinvestitionen. Dennoch stellt die Bundessumme der Einnahmen und Ausgaben ein aussagefähiges Bild der kommunalen Finanzsituation dar.

Den stärksten Rückgang auf der Einnahmenseite verzeichneten im ersten Halbjahr 2010 die im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs von den Ländern erhaltenen Schlüsselzuweisungen (minus 8,4 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro) gegenüber dem ersten Halbjahr 2009. Der Rückgang der Einnahmen aus der Gewerbesteuer netto - nach Abzug der Gewerbesteuerumlage - um 6,8 Prozent oder eine Milliarde Euro auf 13,9 Milliarden Euro (Vorjahr 14,9 Milliarden Euro) war der Hauptgrund für die weiterhin verringerten Steuereinnahmen der Kommunen. Sie lagen mit 26,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2010 nochmals um 4,3 Prozent unter dem Vorjahresbetrag im ersten Halbjahr 2009. Die übrigen Eckgrößen auf der Einnahmenseite lagen im ersten Halbjahr 2010 im positiven Bereich. Dabei fielen vor allem die investiven Zuwendungen vom Land mit 3,1 Milliarden Euro um 12,6 Prozent deutlich höher aus als im ersten Halbjahr 2009. Die Einnahmen aus Gebühren stiegen von 7,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2009 um 2,7 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2010.

Auf der Ausgabenseite stiegen im ersten Halbjahr 2010 die Bauausgaben sehr deutlich auf 6,8 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 20,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 (5,7 Milliarden Euro) entspricht. Ausschlaggebend war hier die Umsetzung der Konjunkturpakete von Bund und Ländern. Insgesamt erhöhten sich die Sachinvestitionen um 11,4 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum 2009 gaben die Kommunen hierfür 7,8 Milliarden Euro aus. Für soziale Leistungen mussten die Gemeinden 21,2 Milliarden aufwenden (plus 8,1 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 mit 19,6 Milliarden Euro). Die sächlichen Verwaltungs- und Betriebsausgaben erhöhten sich um 4,2 Prozent auf 18,0 Milliarden Euro. Mit 21,1 Milliarden Euro lagen die Personalausgaben um 2,3 Prozent über den Ausgaben vom ersten Halbjahr 2009. Dagegen fiel der Rückgang der Zinsausgaben mit 7,4 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro deutlich aus.

Die Gemeinden und Gemeindeverbände haben im ersten Halbjahr 2010 0,2 Milliarden Euro mehr an Krediten aufgenommen als sie Schulden getilgt haben.

(Statistisches Bundesamt)


 


 

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