Sie sind hier: Startseite Hamburg Recht & Steuern
Weitere Artikel
Firmenfahrzeuge

Streitfall elektronisches Fahrtenbuch

Die private Nutzung von Firmenfahrzeugen ist zu versteuern. Das Fahrtenbuch ist häufig die günstigere Alternative zum Nachweis der Privatfahrten. Die steuerlichen Vorschriften sind allerdings streng, schon geringe Abweichungen führen zur Ablehnung durch das Finanzamt.

Welche Angaben in einem Fahrtbuch notwendig sind, um vom Finanzamt anerkannt zu werden, ist durch die Finanzverwaltung und ständige Rechtsprechung festgelegt. Der Fahrer muss betriebliche und private Fahrten lückenlos dokumentieren. Dazu gehören das Datum, das exakte Ziel und der Grund der Fahrt sowie die Kilometerstände bei Beginn und Ende der Fahrt. Bei privat veranlassten Fahrten reicht die Angabe der Kilometerstände.

Bisher keine Anerkennung für elektronische Fahrtenbücher

Auch muss der Steuerpflichtige das Fahrtenbuch stets so führen, dass nachträgliche Änderungen nicht mehr möglich sind. Aus diesem Grund erkannte das Finanzamt zum Beispiel selbst programmierte Lösungen in Kalkulationsprogrammen nicht an. Da auch Anbieter von elektronischen Fahrtenbüchern diese Anforderung bisher nicht sicherstellen konnten, zertifizierten Finanzämter keine elektronischen Fahrtenbücher.

Trotzdem warben verschiedene Firmen in der Vergangenheit immer wieder damit, dass ihr Programm von der Finanzverwaltung akzeptiert wird. Der Bund der Steuerzahler in Berlin warnte vor entsprechenden Softwarelösungen; solche Anbieter-Hinweise entsprächen nicht der Wahrheit. Und schließlich liegt die Verantwortung für die ordnungsgemäße Aufzeichnung beim Steuerpflichtigen, der im Fall einer Ablehnung mit einer Schätzung des Betriebsprüfers rechnen muss.

Regeln für digitale Fahrtenbücher festgelegt

Die Oberfinanzdirektion Rheinland hat jüngst Regeln beschrieben, bei denen auch ein elektronisches Fahrtenbuch anerkannt wird. Demnach muss die verwendete Software zum Beispiel sicherstellen, dass spätere Änderungen von Eingaben sowohl am Bildschirm als auch am Ausdruck und mit den geänderten und den aktuellen Daten erkennbar bleiben. Der Steuerpflichtige muss die vorgeschriebenen Angaben vollständig erfassen und die steuerlichen Aufbewahrungspflichten beachten. Bei Nutzung eines Webportals muss der Eintrag innerhalb einer Woche erfolgen. Sämtliche Fahrten sollten in chronologischer Reihenfolge eingetragen werden, Nachträge sind nicht zulässig. Ein GPS-Modul sollte Entfernungsdaten ermitteln, Abweichungen erläutert werden.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag „Fahrtenbuch: Mindestangaben festgelegt“ zu einem Urteil des Bundesfinanzhofs.

(Redaktion)


 


 

Fahrtenbuch
Firmenfahrzeug
Privatnutzung
Steuerpflicht

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Fahrtenbuch" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: