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Hedgefonds – Chance oder Risiko?

In Zeiten fallender Zinsen nimmt die Bedeutung von Hedgefonds zu. Da Sparer für konventionelle Anlageformen wie Sparbücher und Anleihen nur noch wenig Zinsen bekommen, wenden sie sich alternativen Investitionsmöglichkeiten zu. Hedgefonds versprechen immense Renditen. Auf der anderen Seite haftet ihnen ein ungleich höheres Risiko an als bei konventionellen Anlagen. Anleger sollten deshalb stets mit einer Strategie und verantwortungsbewusst handeln.

Rendite in jeder Marktsituation

Hedgefonds sind eine hochspekulative Form des Investmentfonds. Ziel ist es, unabhängig von der Marktsituation Renditen zu erwirtschaften. Dies geschieht mittels Spekulation, Fremdkapital und dem Hebel-(Leverage-)Effekt, mit dessen Hilfe die möglichen Gewinne um ein Vielfaches gesteigert werden.

Ein Hedgefonds zeichnet sich dadurch aus, dass man auch mit fallenden Kursen Geld verdienen kann. Das geschieht über sogenannte Leerverkäufe (short selling). Der Manager des Fonds leiht sich gegen Gebühr Aktien von einem Investor. Im Anschluss verkauft er sie in der Hoffnung, dass der Kurs bald wieder fällt. Sinkt der Kurs tatsächlich, kann er die Anteile zu einem geringeren Preis zurückkaufen. Die Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufspreis ist sein Gewinn. Es muss nur noch die Gebühr für den Investor abgezogen werden.

Nicht zu unterschätzende Risiken

Es wird hierbei schnell ersichtlich, wie riskant diese Anlageform ist. Da Kursverläufe nicht einhundertprozentig vorhersehbar sind, kann es natürlich zu einem Anstieg des Aktienwerts kommen. Der Anleger müsste die Aktien in diesem Fall zu einem höheren Preis zurückkaufen. Beim Käufer kann er die Aktie nicht belassen, da er sie ja nur geliehen hat.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die Verluste die Einlage bei Weitem übersteigen können. Hedgefonds-Manager finanzieren den Fonds nämlich zum größten Teil aus Krediten. Was im Erfolgsfall zu sehr viel höheren Renditen führt, erhöht bei einer falschen Spekulation das Risiko des Totalverlusts. Die Einlagen der Anleger reichen in diesem Fall nicht aus, um den Kredit zu tilgen.

Rechtliche Situation in Deutschland

Um die Anleger zu schützen, ist der klassische Hedgefonds in Deutschland verboten. Das hängt zum einen mit der undurchsichtigen Zusammensetzung der Fonds zusammen. Sie können aus verschiedensten Kapitalanlagen bestehen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Hedgefonds an Offshore-Plätzen sitzen, wo es keine Aufsicht durch die Finanzbehörde gibt.

Aufgrund der hohen Renditechance werden Hedgefonds gern als Ergänzung zu einem mäßig riskanten Depot verstanden. In Deutschland ist eine solche Investition nur im Rahmen eines Private Placement möglich. Dabei liegt die Mindesteinlage oft bei über 100.000 Euro. Für Kleinanleger ist sie also tendenziell ungeeignet. Sie wird eher von institutionellen Investoren genutzt. Für private Anleger sind sogenannte Dach-Hedgefonds geeignet. Dabei investiert man in verschiedene indexabbildende Hedgefonds gleichzeitig und minimiert so das Risiko.

(Marco Heinrich)


 


 

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