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Top 100 Gastro-Unternehmen 2014 mit 2,2 Prozent Umsatz-Plus

Deutschlands 100 führende Gastronomen (ohne Hotellerie) erwirtschafteten 2014 einen Nettoumsatz von 12,0603 Milliarden Euro. Das ist ein Umsatzplus von 2,2 Prozent – gegenüber 2,1 Prozent im Vorjahr und 3,3 Prozent im Vor-Vorjahr. Diese Ergebnisse aus ihrer aktuellen und exklusiven Branchenerhebung stellte Gretel Weiß, Chefredakteurin und Herausgeberin der Wirtschaftsfachzeitschrift „Food-Service“, im Vorfeld der Internorga 2015 in Hamburg vor.

„Insgesamt verzeichneten die Top-100-Gastronomen im letzten Jahr eine gute bis sehr gute Branchenkonjunktur bei einer ausgeprägten Spreizung der Firmenkonjunkturen“, sagte die Fachjournalistin Gretel Weiß gegenüber der Presse in Hamburg. Neben den Ergebnissen der Top 100 hat „Food-Service“ auch die Umsatzentwicklung bei den Betrieben auf den Plätzen 101 bis 158 auf der Anschlussliste errechnet: Diese erzielten ein Summenplus von 2,8 Prozent gegenüber 2,2 Prozent der Top 100.

Stark beeinflusst wurde das Gesamtergebnis der Top 100 durch die Umsatzeinbußen der beiden großen US-Ketten McDonalds und Burger King im vergangenen Jahr. Wie groß die Hebelwirkung der beiden Global Player ist, zeigt folgende Rechnung: McDonald’s und Burger King aus den Top 100 herausgerechnet, bringen es die 98 Betriebe laut Branchenerhebung 2014 auf ein Umsatzplus von 5,2 Prozent statt von 2,2 Prozent.

Merkmale des gastronomischen Jahrgangs 2014

Profitiert hat die Branche laut Gretel Weiß unter anderem von einem sehr positiven Wirtschaftsklima mit vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenzahlen. „Die Verbraucher hatten Lust auf Konsum, vor allem im Premium-Bereich.“ Die Beschaffungsmärkte haben sich entspannt gezeigt: Viele Lebensmittel und vor allem Benzin waren in der zweiten Jahreshälfte spürbar günstiger und erhöhten das frei verfügbare Einkommen. „Junge Nischenprodukte wie vegan und vegetarisch, Craft Beer sowie Food Trucks und erste Streetfood-Tage haben viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen“, so die Branchenkennerin. Zu den stärksten Trend-Produkten zählten nach wie vor Pizza-Produkte und Gourmet-Burger.

Die Entwicklung hin zu weniger Gästen mit höheren Bons im Durchschnitt hat sich fortgesetzt. Zu den zentralen neuen Herausforderungen gehörten die Pflicht zur Allergen Kennzeichnung (LMIV) sowie die Einführung des Mindestlohns.

Ranking mit stabiler Spitze

Das Ranking 2014 führen McDonald’s, Burger King, LSG vor Tank & Rast und Nordsee an. Einschließlich Platz 6 (Yum! mit KFC und Pizza Hut) gab es gegenüber 2013 keine Rangverschiebungen. Vom Wachstum der Top 100 fällt der größte Brocken auf die deutschen Unternehmen LSG (Airline Catering), Backwerk (Snack-Gastronomie) und Hans im Glück (Gourmet-Burger). Mit einem Plus von 210 Prozent führt Hans im Glück als Senkrechtstarter das Ranking der relativen Gewinner an, gefolgt von L’Osteria (Pizza) und Dunkin‘ Brands (Donuts und Kaffee). Das geschätzt größte Umsatzminus bringt McDonald’s auf die Waage. Ursachen sehen Branchenkenner in der Angebotsstrategie und Kundenbindung. So habe McDonald’s etwa an Nähe zu Kindern und Familien verloren. Auch Burger King hat im Vorjahr signifikante Umsatzeinbußen zu verzeichnen, bedingt durch die Folgen der Wallraff-Veröffentlichungen. Beide Unternehmen arbeiteten mit Hochdruck an Verbesserungen.

Unter den Top Ten dominieren weltweit präsente Marken. Die Umsätze der stärksten zehn Betriebe sind seit 2004 laut Branchenerhebung um 24 Prozent gestiegen. Subway sei damals eine Mini-Größe im deutschen Markt gewesen. Heute liegt die Sandwich-Company auf Platz 7 im Ranking, nach Platz 8 im Vorjahr. Bis Endes 2015 wird Subway es auf geschätzte 5.000 Outlets in Europa bringen.

Hamburg: Standort zahlreicher führender Gastro-Betriebe

Unter den Top 100 im Ranking haben 16 Unternehmen ihren Sitz in Hamburg. Auf Platz 10 liegt die Edeka-Zentrale mit Bäcker-Imbiss-Gastronomie wie ihn Schäfer’s, K & U und Wünsche anbieten. Die Block-Gruppe (Block House, Jim Block) auf Platz 13 ist inzwischen für ihre innovativen Konzepte weithin bekannt. Joey’s Pizza (Platz 15) verzeichnet erneut den stärksten Zugewinn unter den Pizza-Anbietern. Aktuell testet das Unternehmen den Verkauf von Hamburgern. Weitere Top-100-Gastronomen aus der Hansestadt sind: Shell (17), Le CroBag (31), Esso (37), Backfactory (46), Gastro Consulting SKM (48), Smiley’s (59), CinemaxX (65), Merlin Entertainments Deutschland (Platz 73 mit Heidepark, Legoland usw.), Tchibo (74), Hard Rock Café Deutschland (76), Schweinske (83), Hofbräu Betriebe Frank Blin (92) und Balzac Coffee Company (100).

Umsatzverteilung der Top 100 nach Segmenten

Die Marktspitze der Profi-Gastronomie (Top 100) setzt sich laut Food-Service-Erhebung wertmäßig wie folgt zusammen:

  • 54,4 % Quickservice
  • 23,7 % Verkehrsgastronomie
  • 6,9 % Fullservice-Restaurants
  •  6,3 % Freizeitgastronomie
  • 4,7 % Handelsgastronomie 
  • 4,0 % Event-Catering.

Das heißt, dreiviertel der Erlöse entfallen auf die zwei großen Kategorien. Aber: Mit einem Umsatzplus von 8,5 Prozent im Jahr 2014 gelang erstmalig dem Fullservice-Sektor der größte Sprung nach vorne, vor allem getragen durch die Namen L’Osteria und Hans im Glück. Es folgt die Freizeitgastronomie mit einem Zuwachs von 6,7 Prozent.

Ausblick 2015

Die Erwartungen der Befragten an das Jahr 2015 seien von großem Optimismus geprägt, so Gretel Weiß. So glaubten im Januar knapp 80 Prozent der Top-100-Unternehmen an weiter wachsende Erlöse und rund 70 Prozent an steigende Werte bei den Durchschnittsbons. Die größten Herausforderungen sind weiterhin Mitarbeiterbeschaffung, Personalkosten, Führung und Motivation sowie die Umsetzung des Mindestlohns.

Die größten Wachstums-Chancen sehen die Gastronomen erneut mit großem Abstand in den Aktionsfeldern Take-away/To go sowie Home Delivery. Gretel Weiß: „Die Verbraucher treffen ihre Entscheidungen auch in der Gastronomie immer häufiger, indem sie sich im Vorfeld per Smartphone oder Tablet informieren. Die enge Verknüpfung von Online-Kommunikation und Offline-Arbeit ist daher ein Muss!“

(Brigitte Muschiol)


 


 

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