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Food Service

Top 100 Gastro-Unternehmen 2015 mit 4,9 Prozent Umsatzplus

Deutschlands hundert führende Gastronomen (ohne Hotellerie) stehen 2015 für 12,6 Milliarden Euro Nettoumsatz, der in mehr als 18.000 Betrieben erwirtschaftet wurde. Dieses Fazit zieht die Wirtschaftsfachzeitschrift „Food-Service“ in ihrer aktuellen und exklusiven Branchenerhebung.

Der Nettoumsatz von 12,6 Milliarden Euro der hundert umsatzstärksten Gastronomen Deutschlands 2015 entspricht einem Umsatzplus von 4,9 Prozent (594,6 Millionen Euro) gegenüber dem Vorjahr. Das sei der zweitbeste Wachstumswert der Top 100 der vergangenen acht Jahre, führte Gretel Weiß, Herausgeberin mehrerer Wirtschaftsfachzeitschriften der dfv-Mediengruppe, anlässlich der Internorga 2016 in Hamburg aus. Nur 2011 fiel die Umsatzsteigerung mit 5,1 Prozent etwas höher aus. Im Vergleich: 2014 lag das Plus bei 2,2 Prozent. 2013 betrug es 2,1 Prozent. Die in der Anschlussliste des jährlichen Rankings (Top 101 bis Top 158) gelisteten gastronomischen Betriebe erzielten im vergangenen Jahr Mehrerlöse von 5,1 Prozent.

Mit starkem Rückenwind in ein erfolgreiches Jahr

„Gründe für diese positive Entwicklung sind zum einen die exzellenten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das sehr gute Konsumklima, was sich auch bei schön gestiegenen Durchschnittsbons bemerkbar machte“, so Gretel Weiß. „Zum anderen haben sich die Beschaffungsmärkte entspannt: Die Benzinpreise waren auf Niedrigstniveau und das Gros der Lebensmittel kostete spürbar weniger. Außerdem sorgte der Jahrhundert-Sommer vor allem im Süden für volle Biergärten.“

Unter den Top 10 des Rankings dominieren weltweit präsente Marken. Die Rangfolge hat sich 2015 nicht verändert. Seit 2005 sind die Umsätze der Top 10 um exakt 25 Prozent gestiegen. Yum! (KFC & Pizza Hut) hat seinen Umsatz in dieser Zeit mehr als verdoppelt.

Mit 11,1 Prozent gelang dem Fullservice-Sektor zum zweiten Mal in Folge der größte Sprung nach vorne. Diese Entwicklung sei aber in der Historie des Rankings untypisch, merkte Branchenexpertin Gretel Weiß dazu an. Dieses Wachstum resultiere hauptsächlich aus den Werten der beiden expansionsstarken jungen Fast-Casual-Ketten L’Osteria (Pizza) sowie Hans im Glück (Gourmet-Burger & Cocktails), die hier in diesem Segment als Wachstumstreiber fungierten. Anführer des Segments bleibe die in Hamburg beheimatete Block-Gruppe. Es folgen Kuffler und Maredo.

2015: Entwicklung im Detail

Im vergangenen Jahr konnten folgende drei Unternehmen am stärksten zulegen: McDonald’s plus 70 Millionen Euro (Schätzwert), Hans im Glück plus 43,3 Millionen Euro sowie Burger King plus 35 Millionen Euro (Schätzwert).

McDonald’s hatte den Branchenexperten zufolge zwei heftige Jahre mit einem zweistelligen Einbruch der Gästezahlen zu verdauen. 2014 habe der Branchenprimus bewusst umgesteuert und zum Beispiel wieder Anschluss an die neuen Trends gesucht. 2015 zeige die Kurskorrektur des Riesenschiffs nun erste Erfolge. Der Marktführer – mit knapp 25 Prozent des Top-100-Umsatzvolumens – machte wieder ein Umsatzplus von geschätzten 2,3 Prozent.

Auch Burger King konnte sich nach den Enthüllungen um mangelnde Hygiene und schlechte Mitarbeiterbezahlung durch etwa eine Neuorganisation der Deutschlandzentrale wieder berappeln. Die Nummer 2 im Ranking legte 2015 rund 35 Millionen zu.

Hans im Glück gelte als der Senkrechtstarter schlechthin, sagte Gretel Weiß. „Das 2010 gestartete Gastro-Konzept demonstriert aktuell in der weltweit angesagten Gourmet-Burger-Kategorie die großen Chancen von ,besser statt billiger’.“ Weibliche Gäste seien signifikant in der Überzahl. 2015 erwirtschaftete das Unternehmen laut Erhebung Nettoumsätze in Höhe von 86,8 Millionen Euro, was einem Plus von 99,5 Prozent entspricht. Eine Entwicklung, die vor allem mit der starken Expansion des Unternehmens zu erklären sei. Mit diesen Ergebnissen führt Hans im Glück die Liste der relativen Gewinner der Top 100 deutlich an. Es folgen Dean & David mit 33,2 Prozent sowie L’Osteria mit 30,8 Prozent.

Umsatzverteilung der Top 100 nach Segmenten

Daten und Fakten aus dem Zahlenwerk der Branchenerhebung 2015: Die Marktspitze der Profi-Gastronomie (Top 100) setzt sich wertmäßig wie folgt zusammen: 54,8 Prozent Quickservice (Umsatzplus von 4,2 Prozent), 23,7 Prozent Verkehrsgastronomie (Umsatzplus von 3,9 Prozent), 7,0 Prozent Fullservice-Restaurants (Umsatzplus von 11,1 Prozent), 6,2 Prozent Freizeitgastronomie (Umsatzplus von 9,2 Prozent), 4,6 Prozent Handelsgastronomie (Umsatzplus von 6,0 Prozent) sowie 3,7 Prozent Event-Catering (Umsatzplus von 7,9 Prozent). Das heißt, gut drei Viertel der Umsätze gehören zu den zwei großen Kategorien.

Der Quickservice-Jahrgang 2015 ist dadurch charakterisiert, dass McDonald’s und Burger King zusammen wieder mehr als 100 Millionen Euro Umsatz zurückeroberten. An der Spitze des Feldes „Freizeitgastronomie“ steht der Europa-Park mit 9,5 Prozent Mehrumsatz in seinem 40. Jubiläumsjahr. Im Bereich Handelsgastronomie liegt Ikea ganz vorne. 2015 generierte die nordische Möbelhaus-Kette erstmals mehr als 200 Millionen Euro Foodservice-Umsatz in Deutschland.

Hamburg mit München weiterhin Hochburg der Gastronomie

Hamburg zähle neben München zu den führenden Städten in der deutschen Gastronomie, sagte Gretel Weiß. Mehrere Unternehmen, die in der Branche eine Rolle spielten, hätten in der Hansestadt ihren Firmensitz. Dazu zählen die Edeka-Zentrale mit Vertriebslinien im Bäcker-Imbiss wie Schäfer’s und K & U und die Block-Gruppe. Insgesamt 15 Unternehmen aus Hamburg sind in den Top 100 gelistet – von der Edeka-Zentrale (Platz 10) über Le CroBag (Platz 34) und Tchibo (Platz 75) bis zur Schweinske Franchise GmbH (Platz 92) reicht die gastronomische Vielfalt. Und so manches Restaurant- oder Lieferkonzept habe sich von Hamburg aus in den Rest der Republik weiterentwickelt.

Allgemeiner Ausblick 2016

„Die Erwartungen an das neue Jahr sind vor dem Hintergrund guter bis sehr guter volkswirtschaftlicher Prognosen keine kleinen. Rund 80 Prozent der Befragten gehen von höheren Umsätzen bei weiter steigenden Durchschnittsbons aus. Die Top-Chancen werden wie in diversen Vorjahren dem To-go-Business sowie Delivery attestiert“, heißt es mit Blick in das laufende Jahr 2016.

(Brigitte Muschiol)


 


 

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