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  • 12.11.2019, 07:54 Uhr
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Forderungsmanagement

Studie: Deutsche Finanz-Entscheider stehen Künstlicher Intelligenz skeptisch gegenüber

Deutschland ist Schlusslicht bei einer europaweiten Befragung von Managern zum Potenzial von Künstlicher Intelligenz im Forderungsmanagement.

Europaweit glauben 30 Prozent der Finanz-Entscheider, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Fehlerquote im Forderungsmanagement revolutionär minimieren wird. Nur 12 Prozent der deutschen Kollegen teilen diese Meinung. Klares Schlusslicht in Europa. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten” 2019 des Finanzdienstleisters EOS in 17 europäischen Ländern.

Angst vor Jobverlust

Mehr als ein Drittel der befragten Manager in Deutschland hält das Thema KI für vollkommen überschätzt. Entsprechend sehen der Arbeit mit KI nur 6 Prozent mit Freude entgegen. In allen anderen Ländern gehen die Entscheider laut EOS-Mitteilung die Zukunftstechnologie deutlich optimistischer an: Demnach können es 18 Prozent „nicht abwarten mit KI zu arbeiten”. Das Transformationspotenzial von KI, also die Kraft, Veränderungen zu bewirken, schätzen die deutschen Finanzentscheider allerdings ähnlich ein wie ihre europäischen Kollegen: So sehen 41 Prozent durch KI Jobs in ihrem Bereich bedroht. Europaweit ausgewertet sind es 47 Prozent.

Dass deutsche Manager die Bedrohung von Arbeitsplätzen für etwas geringer halten, erscheint nach EOS-Aussagen folgerichtig, da sie das Verbesserungspotenzial der KI in ihrem Bereich weniger hoch einschätzten als die Fachleute der anderen Länder. „Das könnte eine teure Fehleinschätzung sein, denn so bleiben die Potenziale der KI ungenutzt”, meint Jakob Spitzer, Bereichsleiter Analyse & Steuerung bei EOS Deutscher Inkasso-Dienst. Mit seinem Team arbeitet er an KI-Lösungen, die im Forderungsmanagement unterstützen. „Meine Erfahrung ist: Je mehr sich die Kolleginnen und Kollegen mit dem Thema auseinandersetzen, desto klarer zeigt sich das enorme Potenzial der KI. Bei der Anwendung wird dann schnell deutlich, dass KI-Tools den eigenen Job unterstützen – und neue Möglichkeiten schaffen.”

So soll seitens EOS beispielsweise KI-gestützte Software dabei helfen, die erfolgversprechendste Kontaktmöglichkeit des säumigen Verbrauchers auszuwählen. Dabei schlägt das System unter anderem vor, welche Form der individuellen Ansprache – ob Brief, Anruf oder SMS – im jeweiligen Fall am besten geeignet ist. Das ermöglicht dem Mitarbeiter eine deutlich schnellere Bearbeitung.

Entscheider in Dänemark zeigen sich offen

Die Dänen haben das große Potenzial der KI laut Studienergebnisse bereits erkannt: 32 Prozent der befragten Entscheider im Nachbarland wären bereit, im Forderungsmanagement vollständig auf Künstliche Intelligenz zu vertrauen. Europaweit sind es 19 und in Deutschland nur 4 Prozent. Jakob Spitzer: „Wer mit Innovationen weniger fremdelt, wird deren Potenziale schneller erschließen. Als eines der führenden Unternehmen im Forderungsmanagement schätzen wir das Potenzial der KI sehr hoch ein.“

Hintergrund

EOS befragte nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Kantar 3.400 Unternehmen in 17 europäischen Ländern via Telefoninterviews zu den dortigen Zahlungsgewohnheiten. Jeweils 200 Unternehmen mit je mehr als fünf Millionen Euro Jahresumsatz aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn beantworteten im Frühjahr 2019 Fragen zu eigenen Zahlungserfahrungen sowie zu aktuellen Themen im Risiko- und Forderungsmanagement. Die jährlich stattfindende Studie wurde von EOS bereits zum zwölften Mal durchgeführt.

(Redaktion)


 


 

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