Weitere Artikel
Frauen in der Wissenschaft

„Gläserne Decke sichtbar machen, um Benachteiligung von Wissenschaftlerinnen zu überwinden“

Auf einer Fachkonferenz am 15. Mai 2014 in der Patriotischen Gesellschaft haben mehr als 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Empfehlungen diskutiert, wie das Ziel einer echten Chancengleichheit für Frauen in der Wissenschaft erreicht werden kann.

In vier Arbeitsgruppen analysierten Expertinnen und Experten aus Hamburg und ganz Deutschland anhand aktueller Forschungsergebnisse Gründe für die immer noch bestehende strukturelle Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft. Die Wissenschaftsbehörde will die Ergebnisse auswerten und im Anschluss im Internet veröffentlichen. Sie sollen Grundlage für die Umsetzung konkreter Maßnahmen durch die Hochschulleitungen und die Behörde für Wissenschaft und Forschung in den kommenden Jahren werden.

Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt betonte in ihrem Eingangsstatement: „Chancengleichheit fängt im Kopf an und hört mit der Sprache noch lange nicht auf. Hochschulen sind Orte, an denen sich zumindest Studierende lange Zeit in der Sicherheit wiegen, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sei doch erreicht. Mit der Promotion ist es damit allerdings vorbei. Spätestens dann weisen die Zahlen einen eklatanten Bruch auf.“ Was mit der Promotion beginne, setze sich demnach bei Postdocs fort: So arbeiteten Forscherinnen häufiger in Teilzeit und hätten befristete Stellen, Forscher dagegen eher unbefristete Vollzeitstellen. Vor diesem Hintergrund verwundere es nicht, dass der Frauenanteil unter den Professuren noch immer beschämend gering sei. Man habe bundesweit durch verschiedene Förderprogramme wie das Professorinnenprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung manches erreichen können und die Hochschulen in Hamburg seien hier besonders erfolgreich. Aber das sei bei Weitem nicht genug, so die Senatorin. „24 Prozent Professorinnen an den Hamburger Hochschulen sind einfach zu wenig. Wir wollen, wir müssen diese gläserne Decke sichtbar machen und aufbrechen“, appellierte Stapelfeldt. Ziel dieser Tagung sei es, konkrete gleichstellungspolitische Empfehlungen für Maßnahmen zu formulieren, die die Hochschulleitungen und die Behörde für Wissenschaft und Forschung in den kommenden zwei bis drei Jahren umsetzen können.

In vier Arbeitsgruppen wurden die folgenden Aspekte diskutiert: Gender-Reports und Instrumente der Hochschulsteuerung, Chancen und Grenzen von Programmen zur Nachwuchsförderung, Hochschulen und Gender-Studies sowie Rechtliche Rahmenbedingungen und Anti-Diskriminierung in der Wissenschaft. Die Veranstaltung schloss mit einer Podiumsdiskussion zu den strukturellen Bedingungen für Chancengleichheit in der Hamburger Wissenschaft.

Die Konferenz wurde von der Behörde für Wissenschaft und Forschung veranstaltet und gemeinsam mit der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten und Frauen-/Gleichstellungsbüros an Hamburger Hochschulen (LaKoG) sowie der hochschulübergreifenden Kommission „Gender & Diversity“ Hamburg mit dem Zentrum GenderWissen organisiert.

(Redaktion)


 


 

Wissenschaftsbehörde
Behörde für Wissenschaft und Forschung
Dr. Dorothee Stapelfeldt
Hochschulen
Chancengleichheit Frauen in der Wissenschaft
Hansestadt Hamburg
„Gender & Diversity“

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Wissenschaftsbehörde" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: