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Frauenquote

Bundesverband mittelständische Wirtschaft kritisiert Pläne für Ausweitung der Frauenquote auf EU-Ebene

„Frauen sind auch ohne Quote erfolgreich in Hamburgs Mittelstand“, kommentiert Andreas Feike, Hamburger Landesbeauftragter des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), die Pläne des Europaparlaments eine Frauenquote einzuführen, die auch für den Mittelstand gilt.

EU-Parlament will Frauenquote stärker regulieren

Der jüngste Gesetzentwurf aus dem Rechts- und Frauenrechte-Ausschuss des Europaparlaments sieht vor, dass künftig alle Aktiengesellschaften – auch unternehmergeführte AG mit weniger als 250 Mitarbeiter und einem Jahresumsatz von unter 50 Millionen Euro – den Anteil der weiblichen Aufsichtsräte auf mindestens 40 Prozent aufstocken sollen.

„Auf Kosten der Unternehmen sollen hier Probleme gelöst werden, die eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind“, meint der BVMW-Landesbeauftragte. Ohne Frage gebe es noch einiges zu tun, um Frauen in allen wirtschaftlichen Bereichen gleiche Chance einzuräumen. Dazu zählten beispielsweise neben einer besseren Kinderbetreuung auch Bildungsangebote, die junge Frauen für technische Studiengänge interessieren. Diese Maßnahmen könnten jedoch nicht von Unternehmern geleistet werden. Darüber hinaus gebe allein der Blick auf die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte ein verzerrtes Bild auf den Frauenanteil in Führungspositionen des Mittelstands, so Feike.

Die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte entspricht nicht dem Frauenanteil in Führungspositionen

Das belegt auch eine aktuelle Studie der Bürgel Wirtschaftsinformationen. Danach sind von den Aufsichtsräten der in Hamburg ansässigen Aktiengesellschaften 16,4 Prozent Frauen. In Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern sind hingegen 24,6 Prozent weibliche Chefs zu finden. „Zudem sind bereits heute positive Entwicklungen bei der Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen jüngerer Altersgruppen zu verzeichnen“, weiß Andreas Feike. „Als Stimme des Mittelstands unterstützen wir deshalb voll und ganz die Bestrebungen der Bundesregierung, diesen Gesetzentwurf der EU abzulehnen. Ein solches Gesetz wäre nicht nur schädlich für die freie Entwicklung mittelständischer Unternehmen, sondern würde auch die Kompetenzen des europäischen Parlaments überschreiten.“

(Redaktion)


 


 

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