23.02.2012  08:43 Uhr

Stadtgeschichte
Historischer Fund: Reste eines mittelalterlichen Klosters entdeckt

Hamburg. Mitarbeiter des Archäologischen Museums Hamburg haben bei Ausgrabungsarbeiten unter den Kellerräumen der Handelskammer Baubefunde des mittelalterlichen Klosters St. Maria Magdalenen entdeckt.

Graf Adolph IV. von Schauenburg und Holstein hatte das Franziskanerkloster nach seinem Sieg über die Dänen in der Schlacht von Bornhoeved 1231 gestiftet und dort selbst als Mönch gelebt. Später wurde das Kloster als Stift für höhere Töchter, die Kirche als protestantisches Gotteshaus genutzt. 1806/07 brach man die baufällige Kirche ab, und im Klosterbereich entstand in den Jahren 1839 bis 1841 die neue Börse am Adolphsplatz, noch heute Sitz der Handelskammer.

"Uns war schon lange bekannt, dass sich auf diesem Gelände früher das Kloster befand", sagte Prof. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums und Landesarchäologe von Hamburg, bei der Vorstellung der Grabungsergebnisse. "Aber wir sind bislang nie auf archäologische Befunde dieses geschichtsträchtigen Gebäudes gestoßen." Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz kündigte an, „nach angemessenen Möglichkeiten zu suchen, die Vorgeschichte unseres Hauses unseren Besuchern darzustellen“.

Ausgelöst worden waren die Grabungen durch Skelettfunde bei Drainagearbeiten im Magazin der Commerzbibliothek Ende Januar. Es handelt sich um umgelagerte Bestattungen aus der Kirche beim Bau des Handelskammer-Gebäudes. Vom 31. Januar bis zum 15. Februar konnten die Archäologen die Bauarbeiten mit ihrer Ausgrabung begleiten und wichtige Erkenntnisse zur frühen Siedlungsgeschichte der Hansestadt sammeln. Bohrungen ergaben zum Beispiel, dass vor dem Bau der Klosterkirche das Baugelände im Bereich der Alsterniederung künstlich aufgehöht worden war. Die Archäologen fanden Reste der hölzernen Pfahlgründung der Klosterfundamente in Form von senkrecht eingeschlagenen Holzpfählen, die von miteinander verzapften Eichenbalken begrenzt werden. Außerdem kamen reihenförmig verlegte Baumstämme aus Weichholz ans Licht, auf denen zum Teil noch Findlinge bzw. Feldsteine des aufliegenden Feldsteinfundaments lagen. Im Bauschutt fanden sich überdies Reste von mittelalterlichen Klosterformatziegeln des heute nicht mehr erhaltenen Mauerwerks über dem Feldsteinfundament. Auf den kastenförmigen Holzpfahlsetzungen saßen die Pfeiler der Klosterkirche.


 

(Handelskammer Hamburg)



 


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