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Fusionswelle bei über 10 Krankenkassen

Die Fusionswelle der Gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland rollt immer schneller an. Seit Anfang Juli haben mehr als 10 Kassen Zusammenschlüsse für Anfang 2010 angekündigt. Für die rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland bedeutet diese Entwicklung zwar eine bessere Transparenz bei den Leistungen, sorgt jedoch auch für viel Verunsicherung was die Konditionen in der Übergangszeit betrifft.

Denn: Die Kassen versäumen es, die Öffentlichkeit konkret über die Vorteile und Konsequenzen der Fusion zu informieren. Mitgliederstärke und Verhandlungsmacht gegenüber Gesundheitsdienstleistern sind die zwei Hauptthemen, die immer wieder betont werden, genau wie der wichtige Hinweis, dass keine Arbeitsplätze gefährdet sind.

„Wir bekommen immer mehr besorgte Anrufe und Anfragen von Verbrauchern, die in den Medien von angekündigten Fusionen erfahren und nicht genau wissen, was dies nun für sie bedeutet,“ so Oliver Wünsche, Geschäftsführer des unabhängigen Leistungsvergleichs für Gesetzliche Krankenkassen, testamo.de (http://www.testamo.de). „Grundsätzlich hat eine Fusion für Versicherte jedoch zunächst keine Auswirkungen, da sich sämtliche Tarife und Verträge für die verbleibende Laufzeit nicht ändern. Rein rechtlich ist es so, dass die neu entstehenden Kassen sämtliche Rechte und Pflichten der alten Kassen übernehmen müssen. Es entsteht zwar kein Sonderkündigungsrecht, wer aber bereits 18 Monate bei einer der fusionierenden Kassen Mitglied war, kann jederzeit ganz normal mit zweimonatiger Frist kündigen.“

Allein in den vergangenen 12 Monaten sind 31 Krankenkassen durch Fusionen verschwunden. In längerer Rückbetrachtung ist die Zahl noch gravierender. Gab es am 1. Januar 2006 noch 253 Gesetzliche Krankenkassen, so ist die Zahl bis dato auf 187 geschrumpft. Prominentestes Beispiel in der jüngsten Vergangenheit ist der Zusammenschluss der IKK Direkt mit der Techniker Krankenkasse, die somit mit über 7 Millionen Versicherten zur größten Krankenkasse Deutschlands wurde. Aktuelle Ankündigungen betreffen unter anderem die geplanten Fusionen zwischen der AOK Rheinland/Hamburg (2,83 Mio. Versicherte) und der AOK Westfalen Lippe (2,07 Mio. Versicherte), der DAK (6 Mio. Versicherte und Hamburg Münchener Krankenkasse (300.000 Versicherte) und viele mehr. Die GEK mit 1,7 Mio. Versicherten dementierte zwar Anfang Juli noch Fusionspläne, hat aber am vergangenen Freitag diese nun doch bestätigt – vorzugsweise mit einer weiteren Ersatzkasse. Sofern die Anfang Juli gemutmaßten Pläne mit der Barmer Ersatzkasse zusammenzugehen sich nun doch bestätigen, könnte so mit insgesamt 8,6 Millionen Versicherten die größte Kasse der Republik entstehen.

„In den kommenden Monaten rechnen wir mit vielen weiteren Ankündigungen von Zusammenschlüssen“, so Oliver Wünsche. „Das ist auch politisch gewollt. Ob allein Größe und Verhandlungsmacht die ausschlaggebenden Kriterien sein müssen, lassen wir dahingestellt. Im Sinne der Verbraucher raten wir den Versicherungen jedoch, ihre Mitglieder und Neukunden umfassend zu informieren. Um eine unnötige Verunsicherung zu vermeiden, sollten Zusammenschlüsse zudem erst nach Zustimmung durch die Aufsichtsbehörden bekannt gegeben werden, da in der Vergangenheit bereits einige Fusionen geplatzt sind.“

testamo.de

(Redaktion)


 


 

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