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Fremdabhebegebühren

Ungebremste Abzocke an Geldautomaten

"Jetzt sind das Bundeskartellamt und der Gesetzgeber gefordert", kommentiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die gescheiterten Verhandlungen der Bankenbranche zu den Fremdabhebegebühren.

In seiner Sitzung hat sich der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) nicht auf eine maximale Abhebegebühr verständigen können. Stattdessen soll ab 15. Januar 2011 jede automatenbetreibende Bank und Sparkasse ein Kundenentgelt erheben, das den Kunden vor dem Geldabheben am Automaten angezeigt werden soll. Ergänzend haben die Privatbanken angekündigt, die Kosten für die Abhebung für Fremdkunden auf maximal 1,95 Euro zu begrenzen.

"Transparenz ist das eine, Willkür in der Preisgestaltung das andere", kommentiert Manfred Westphal, Leiter Fachbreich Finanzdienstleistungen im vzbv den faulen Kompromiss. Die Einigung ziele eindeutig darauf ab, eine negative Entscheidung des Bundeskartellamtes und eine Gesetzesinitiative zu verhindern. Westphal: "Davon dürfen sich Kartellhüter, Regierung und Parlamentarier nicht beeindrucken lassen." Als frech bezeichnet der vzbv die Mitteilung des Zentralen Kreditausschusses, wonach sich die deutsche Kreditwirtschaft auf eine kundenfreundliche Lösung für Fremdabhebungen an Geldautomaten geeinigt habe.

"Die Mauertaktik der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken wird auf dem Rücken der Kunden ausgetragen. Der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung besteht fort", so die Bewertung Westphals. Nachdem die Institute bisher keine Scham hatten, Kunden für das Abheben mit pauschalen Entgelten von bis zu 10 Euro abzuzocken, werden Verbraucher mit der Vereinbarung des ZKA weiterhin an über 80 Prozent aller Geldautomaten der Gefahr grenzenlos überzogenen Preisen ausgesetzt bleiben. "Wettbewerb und damit Wahlfreiheit, die von den Banken ins Feld geführt werden, gebe es nur an wenigen Orten", so Westphal: Die Argumentation des ZKA sei ein reines Ablenkungsmanöver.

Hingegen begrüßt der vzbv den Vorstoß der privaten Banken, aus der Gebührenspirale auszusteigen. "Die Höhe von 1,95 Euro zeigt, dass Banken auch mit einer solchen Obergrenze noch immer gut leben können", sagt Manfred Westphal vor dem Hintergrund, dass eine Abhebetransaktion die Banken im Schnitt deutlich weniger als einen Euro kostet.

(VZBV)


 


 

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