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Geldpolitik

„Drogenpolitik“ der Notenbanken führt zur Asset-Inflation

Anlässlich der Einweihung des neuen EZB-Hochhauses in Frankfurt am Main kam es zu gewaltsamen Protesten, die zu brennenden Polizei-Autos und fast hundert Verletzten führten. Dies ist durchaus symbolträchtig, denn in den südeuropäischen Ländern brennt es lichterloh im sozialen Bereich, sodass die Wutbürger und Protestwähler immer mehr werden. Deswegen fordert der griechische Premier Tsipras jetzt mehr Geld für den sozialen Bereich in Griechenland. In der Ukraine gibt es ebenfalls große soziale Probleme und die Situation in der Ost-Ukraine bleibt ein Pulverfass. Russland drohte nun sogar Dänemark mit Atomraketen. Dies alles kümmert die Weltbörsen bisher wenig. Dort dominiert die „Drogenpolitik“ der Notenbanken, was zu neuen Höchstkursen an den Aktienmärkten führt. Ein Überblick von Anreas Männicke.

Die  Europäischen Zentralbank ( EZB ) im Kreuzfeuer der Kritik: Am 18. März brannten Polizei-Fahrzeuge aufgrund gewaltsamer Proteste anlässlich der Einweihungsfeier des neuen Gebäudes der EZB in Frankfurt am Main, was durchaus Symbolkraft hat. Die sogenannten Blockupy-Proteste richten sich gegen die EZB-Politik, die angeblich nur die Banken rettet, aber die sozialen Härten vor allem in südeuropäischen Ländern verschärft.

Ist Griechenland am 9. April pleite?

Der griechische Premier Tsipras hat Verständnis für die Proteste, zumal auch er mehr Geld für Sozialprogramme und nicht zur Bankenrettung fordert. Das Reformprogramm soll nun der deutschen Regierung zur Überprüfung vorgelegt und besprochen werden. Es gibt Gerüchte, dass die griechische Regierung nur noch bis zum 8. April Geld hat, um die Auslandsverbindlichkeiten begleichen zu können. Wenn kein neues Geld kommt, drohen der Staatsbankrott in Griechenland und der sogenannte „Grexit“, also der Austritt aus dem Euro.

Droht der Ukraine der Staatsbankrott?

Aber nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Ukraine droht der Staatsbankrott, wenn nicht der internationale Währungsfonds ( IWF ) die nach dem Minsker Abkommen zugesagten 17,5 Milliarden US-Dollar überweist. In den nächsten vier Jahren braucht Griechenland aber minderstes 40 Milliarden US-Dollar. Ebenso wie Griechenland ist auch die Ukraine ein Fass hohen Boden. Ob nun wie versprochen die Korruption hinreichend bekämpft wird oder die Gelder in dunklen Kanälen der Oligarchen versickern, bleibt abzuwarten. Ein Teil der Gelder wird der ukrainische Präsident Petro Poroschenko dazu nutzen, die Gasrechnungen an Russland zu begleichen. Ein anderer Teil wird zum Aufrüsten der ukrainischen Armee verwendet.

Unklarer Status der Donbasregion

Es ist immer noch unklar, ob es einen Sonderstatus der Donbasregion gibt, was Russland vorschlägt und die Separatisten fordern. Kiew fordert dafür als Voraussetzung freie Wahlen. Immerhin wurden bis jetzt die schweren Militärwaffen abgezogen. Es wird höchste Zeit, jetzt den politischen Prozess in der Ost-Ukraine zu starten und zu Ende zu bringen, denn ein neuer Krieg in der Ost-Ukraine wäre nicht nur teuer, sondern kann auch zu einem dritten Weltkrieg führen.

Der „kalte Krieg“ geht weiter

Der „kalte Krieg“ zwischen Russland und Europa und USA geht mit scharfer Rhetorik weiter. Jetzt drohte Russland sogar Dänemark damit, dass dänische Kriegsschiffe zum Ziel von russischen Atomraketen werden könnten, wenn Dänemark sich dem NATO-Raketenschild anschließt.

Auch die beidseitigen Manöver der NATO im Schwarzen Meer und im Baltikum bzw. der russischen Armee an der Grenze des Baltikums und der Ukraine sowie im Schwarzen Meer beunruhigen. Schließlich hatte Russlands Präsident Putin angedeutet, dass er vor einem Jahr bereit war, Alarm für das Atomwaffenarsenal zu geben, falls westliches Militär in der Krim einmarschiert wäre. Falls es wieder zu einem Krieg in der Ost-Ukraine käme, könnte Amerika Waffen in die Ukraine schicken, was den Konflikt erheblich verschärfen würde.

Weltbörsen abhängig von der „Drogenpolitik“ der Notenbanken

Die Weltbörsen zeigen sich bis jetzt ziemlich unbeeindruckt von den Entwicklungen in Griechenland und der Ukraine. Auch die Terrorattacken in Tunis waren für die Weltbörsen offensichtlich kein Anlass zur Beunruhigung. Im Vordergrund steht weiterhin die Nullzinspolitik der Notenbanken, die wohl noch lange anhalten wird. Dabei scheint das Unnormale zur Normalität zu werden. 30-jährige italienische Anleihen rentieren jetzt sogar geringer als 10jährige amerikanische Anleihen, was schwer nachvollziehbar ist. Es gibt eindeutig eine Blase bei europäischen, vor allem bei den südeuropäischen Anleihen, wobei auch hier Risiken ausgeblendet werden.

Blasenbildung durch Nullzinspolitik der Notenbanken

Die EZB startete im März 2015 mit dem Aufkauf von Anleihen im Volumen von 60 Milliarden Euro. Damit wird aber weniger die Kreditwirtschaft gefördert als vielmehr die „Asset-Inflation“, also die Preissteigerungen im Aktien-, Anleihen- und Immobiliensektor angeheizt, was mittelfristig zu einer Blasenbildung führen kann. Eine Altersversorgung über Ansparprozesse wird so unmöglich. Institutionelle Anleger wie Pensionskassen, Versicherungen und Bausparkassen sind in einem akuten Anlagenotstand, denn sie sind gezwungen, jetzt immer größere Risiken einzugehen, um überhaupt noch eine Rendite von über 1 Prozent zu erzielen. Dies ist für die Zukunft sehr gefährlich, da sich Risiken nicht mehr im Zins ausdrücken können.

DAX fast auf Allzeit-Hoch

Der deutschen Aktienindex DAX stieg am 20. März 2015 um 1,18 Prozent auf 12.025 Indexpunkte, der amerikanische Aktienindex Dow Jones Industrial Index um 0,94 Prozent auf 18.127 Indexpunkte, der europäischen Aktienindex EuroStoxx um 1,51 Prozent auf 3.726 Indexpunkte und der japanische Aktienindex, der Nikkei-Index, verharrte nahe dem Jahres-Hoch von 19.665 Indexpunkten. Damit stieg der DAX schon um 25 Prozent seit Jahresbeginn.

Auch der russische „Russian Trading-Index“, kurz RTS-Index, konnte sich nach der vorangegangen Korrektur wieder um 1,67 Prozent auf 822 Indexpunkte erholen. Dabei entstanden sogar Währungsgewinne für deutsche Anleger, denn der Euro fiel zum Rubel auf 64,14 Euro/Rubel. Auch der Brent-Ölpreis erholte sich um 1,35 Prozent auf 55,16 US-Dollar/ Barrel .

Nord Gold startet durch

Fast alle Preise von Industriemetallen konnten am 20. März kräftig zulegen, weil sich der Dollar zum Euro auf 1,08 Euro/US-Dollar abschwächte. Gold stieg zwar nur leicht um 0,95 Prozent auf 1183 US-Dollar/Unze. Die russische Goldaktie Nord Gold, konnte aber um 5,23 Prozent auf 2,54 Euro zulegen. Seit Jahresbeginn verdoppelte sich schon der Kurs, was die großen Chancen an der Moskauer Börse aufzeigt.

Trotz der erwarteten kräftigen Korrektur der letzten Woche bleibt die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse. Die preiswertesten Aktienmärkte kommen aus Osteuropa. Die Aktienmärkte aus Serbien und Slowenien zählten im letzten Jahr mit einem Plus von jeweils 18 Prozent in 2014 zu den Top-Performern auf der Welt. Nun ist die Börse Bratislava (Slowakei) der Top-Performer mit einem Plus von über 20 Prozent. Aber auch die baltischen Börsen stiegen schon über 14 Prozent seit Jahresbeginn.

(Redaktion)


 


 

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