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  • 03.07.2020, 08:40 Uhr
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  • Berlin
Geschäftsreisen

DRV-Studie: Die meisten Geschäftsreisenden treffen sich lieber persönlich

Video- und Telefonkonferenzen sind im Geschäftsleben eine Notlösung. Sie ersetzen aber keine persönlichen Treffen. Das legt eine aktuelle Studie des DRV Deutscher Reiseverband e.V. nahe.

Als eine Infektionsschutzmaßnahme gegen das Corona-Virus haben Unternehmen in den vergangenen drei Monaten 69 Prozent ihrer Geschäftsreisen durch virtuelle Meetings ersetzt. Lediglich 16 Prozent der persönlichen Treffen mit Kunden oder Dienstleistern fanden noch statt. Für die meisten Fach- und Führungskräfte, die für ihre Aufgaben und Projekte bisher viel für ihre Unternehmen unterwegs waren, scheinen Video- und Telefonkonferenzen aber nur eine Notlösung zu sein. Das sind wesentliche Ergebnisse der aktuellen Studie „Chefsache Business Travel 2020”, einer Initiative von Travel Management Companies im Deutschen Reiseverband (DRV).

Demnach bevorzugen mehr als acht von zehn Geschäftsreisenden stattdessen persönliche Treffen. Diese bieten Vorteile wie bessere Beziehungspflege, Erfolgserlebnisse und Umsätze, sagt rund jeder zweite Angestellte. Darüber hinaus fühlt sich jeder fünfte Dienstreisende unterwegs produktiver als im Büro.

Auch wenn virtuelle Meetings inzwischen vielerorts Routine sind, wollen Geschäftsreisende laut DRV-Mitteilung künftig wieder mehr auf persönliche Treffen setzen. 85 Prozent der Befragten geben an, diese Art des Meetings zu bevorzugen. 43 Prozent von ihnen planen, in Zukunft deutlich weniger virtuelle Meetings durchzuführen. 42 Prozent möchten hingegen weiterhin einen Teil der Meetings virtuell abhalten.

Niedrigere Kosten versus mehr Umsätze

Wie aus den Antworten deutlich wird, haben zwar viele Beschäftigte in den vergangenen Wochen gemerkt, dass Video- und Telefonkonferenzen durchaus Vorteile bieten. 79 Prozent nennen zum Beispiel niedrigere Kosten und 73 Prozent Zeitersparnis. 68 Prozent fällt aber die Gefahr durch technische Probleme auf. Darüber hinaus gibt es weitere Aspekte, die eher für persönliche Meetings sprechen. Als Pluspunkte erwähnen 51 Prozent das persönliche Erfolgserlebnis für Mitarbeiter und 49 Prozent die bessere Beziehungspflege. Auch aus Vertriebssicht scheint der persönliche Kontakt vorteilhaft zu sein: So sagen 45 Prozent, dass sie bei persönlichen Treffen mehr Umsatz erzielen. Bei virtuellen Meetings trifft dies lediglich bei einem Drittel der Befragten zu.

Ein knappes Fünftel fühlt sich auf Reisen produktiver

Ein weiterer Vorteil von persönlichen Treffen und den dafür nötigen Reisen ist, dass 19 Prozent der Geschäftsreisenden unterwegs produktiver arbeiten können als an ihrem festen Arbeitsplatz. Jeder Zweite erreicht trotz Reiseaufwand immerhin noch das gleiche Niveau.

Das liegt vor allem daran, dass Alleinreisende offensichtlich die Zeit zwischen oder nach Terminen sinnvoll zum Arbeiten nutzen können. Zwei von drei Befragten nennen das als Grund, warum sie unterwegs produktiv sind. Sechs von zehn führen dies darauf zurück, dass sie sich zwischendurch entspannen können. Für jeden Zweiten wirkt eine andere Umgebung kreativitätsfördernd und dient somit auch der Produktivität.

Doch nicht überall finden Geschäftsreisende die richtigen Bedingungen vor, um produktiv arbeiten zu können. Das gilt gerade für Flughäfen und Bahnhöfe. 31 Prozent sind mit dem dort angebotenen WLAN-Zugang unzufrieden. 33 Prozent wünschen sich mehr schallgeschützte Kabinen zum ungestörten Telefonieren und 35 Prozent mehr ruhige Arbeitsbereiche mit Tisch.

Hintergrund „Chefsache Business Travel 2020“

Die Studie „Chefsache Business Travel 2020“ wurde im Januar 2020 vom Marktforschungsinstitut mo’web im Auftrag des Deutschen Reiseverbands (DRV) durchgeführt. 100 Geschäftsführer, die selbst regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie 100 geschäftsreisende Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern nahmen an der Online-Befragung teil. Laut DRV-Mitteilung wurde im Mai 2020 eine weitere Online-Befragung zu Geschäftsreisen in der Corona-Krise durchgeführt. Daran nahmen 100 Geschäftsführer, die selbst regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie geschäftsreisende Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern teil.

(Redaktion)


 


 

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