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Sharing Heritage

Europäisches Kulturerbejahr 2018 feierlich eingeläutet

Das Europäische Kulturerbejahr 2018 steht unter dem Motto „Sharing Heritage“. Mit einer Vielzahl Veranstaltungen und Aktivitäten feiert Europa sein grenzüberschreitendes kulturelles Erbe. Der Auftakt in Deutschland fand am 8. Januar 2018 im Hamburger Rathaus statt.

Das Europäische Kulturerbejahr 2018 geht auf eine Initiative des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zurück. Das Themenjahr steht unter dem Motto „Sharing Heritage“. Mit einer Vielzahl Veranstaltungen und Aktivitäten im Lauf der kommenden Monate soll Europa sein grenzüberschreitendes kulturelles Erbe feiern. Der offizielle Start in Deutschland erfolgte am 8. Januar 2018 mit einem Festakt im Hamburger Rathaus.

Das Europäische im Lokalen entdecken

Das Europäische Kulturerbejahr in Deutschland orientiert sich an der Grundidee „Das Europäische im Lokalen entdecken“. „Mit dem Europäischen Kulturerbejahr laden wir dazu ein, im Austausch über unsere gemeinsamen Wurzeln und Werte der Seele Europas nachzuspüren“, sagte Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters. Sie eröffnete gemeinsam mit Dr. Martina Münch Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Hamburgs Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda und Petra Kammerevert, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung im Europäischen Parlament, im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses das Europäische Kulturerbejahr 2018 in Deutschland.

„Vielfalt in der Einheit lautet der kluge und mutige Anspruch Europas. Das Kulturerbejahr erinnert uns an das zukunftsweisende kulturelle Erbe Europas, zu dem auch die gemeinsamen Werte der Aufklärung gehören: liberale Demokratie, individuelle Freiheit, soziale Sicherheit. Wer Europa stärken will, der darf diese Werte nicht bloß abstrakt beschwören, sondern muss konkret sagen, wie sie in Politik übersetzt werden“, appellierte Kultursenator Brosda. Das Europäische Kulturerbejahr komme zu einem Zeitpunkt, zu dem nicht nur Fragen nach dem sozialen Zusammenhalt, sondern auch nach dem kulturellen Zusammenhang, dem Sinn, unserer Gesellschaften wieder drängender werden. Das Kulturerbejahr biete daher Gelegenheit, sich einerseits der Festigkeit unseres kulturellen Fundaments zu versichern und andererseits seine dynamische Flexibilität zu prüfen, so Brosda weiter.

Grundpfeiler kultureller Vielfalt in Europa

Das vielseitige und unterschiedliche kulturelle Erbe sei Teil unserer europäischen Geschichte und Grundpfeiler unserer kulturellen Vielfalt, betonte auch Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz und Brandenburgs Kulturministerin Dr. Martina Münch. Das Kulturerbejahr böte eine einmalige Gelegenheit, die Kultur und Geschichte in Europa neu zu entdecken und mit Leben zu füllen. Bürgerinnen und Bürger seien eingeladen, sich im Themenjahr über kulturelle Traditionen und historische Zeugnisse zu informieren und ihre eigenen kulturellen Hintergründe einzubringen.

5 Leitthemen, bis zu 500 Projekte, mehr als 1.000 Veranstaltungen 

Das Programm wird von Bund, Ländern und Kommunen gefördert. Ein nationaler Programmbeirat begleitet den deutschen Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 inhaltlich und beratend. Ihm gehören unter anderem der Deutsche Kulturrat, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Deutsche Unesco Kommission und der Deutsche Museumsbund an. Der Programmbeirat hat fünf Leitthemen entwickelt, die sich als Rahmen für viele Aktionen eignen: „Europa: Austausch und Bewegung“, „Europa: Grenz- und Bewegungsräume“, „Die Europäische Stadt“, „Europa: Erinnern und Aufbruch“ sowie „Europa: Gelebtes Erbe“.

Bereits jetzt seien rund 130 Projekte in Deutschland registriert. Die Koordinationsstelle rechne im Laufe des Jahres mit rund 500 Projekten und etwa 1.000 Veranstaltungen allein in Deutschland, heißt es. Ziel ist es, Denkmäler, Traditionen und Personen der Zeigeschichte im Zusammenhang mit kulturellen Errungenschaften zu reflektieren und ein stärkeres Bewusstsein für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung zu erreichen. Die deutschen Aktivitäten legen dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Vermittlung des Kulturerbes an Kinder und Jugendliche.

Schul- und Studienprojekte in Hamburg

Unter dem Titel „William Lindley – ein Mann startet durch“ widmet das Gymnasium Klosterschule dem englischen Ingenieur William Lindley (1808-1900), der die damals europaweit einmalige Wasserversorgung und die „städtische Wasserkunst“ für die Stadt entwickelte, ein Schülerprojekt. Das deutsch-portugiesisches Schülerprojekt Sefarad in Hamburg beschäftigt sich mit dem jüdischen Friedhof Altona in der Königstraße. Indem Projekt „SOS Hamburger Nachkriegsmoderne“ der HafenCity Universität und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg beschäftigen sich Film- und Kulturwissenschaft- mit verschiedenen Architekturen der Nachkriegsmoderne in Hamburg mit dem Ziel, sich für vermeintliche Bausünden der Nachkriegszeit, wie die Cityhof-Hochhäuser, als erhaltenswürdiges kulturelles Erbe zu begeistern.

Für jedermann: Instawalks Hauptkirche St. Jacobi,  Elbfest.Hamburg, Dehmelhaus-Besichtigungen, Gustav-Oelsner-Ausstellung in Hamburg

Zu den Themen in Hamburg zählen etwa anderthalb bis zweistündige Besichtigungen, Instawalks,  in der Hauptkirche St. Jacobi, und Führungen durch das frisch renovierte Dehmelhaus und Ausstellung über das grenzüberschreitende Künstlernetzwerk von Richard und Ida Dehmel. In Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen in Kooperation von Denkmalrat, Denkmalverein und Patriotischer Gesellschaft wird die Privatierung öffentlicher Gebäude diskutiert (Ausverkauf Europäische Stadt). Eine interdisziplinäre Ausstellung (vom 19. Februar bis 2. März in der Staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik in Altona) zeigt das Wirken des Architekten und Bausenators von Altona/Hamburg Gustav Oelsner (1879-1956) und seine Auswanderung in die Türkei.

Am 22. und 23. September 2018 lädt das „Kulturnetzwerk Maritimes Hamburg“ Traditionsschiffe aus Hamburg, Dänemark und den Niederlanden zum Elbfest.Hamburg ein. Allen Schiffen ist gemein, dass sie von herausragender kultureller Bedeutung sind – viele von ihnen stehen unter Denkmalschutz. Zudem können die Besucherinnen und Besucher im Rahmen der Veranstaltung das vielfältige maritime Erbe – historische Schiffe, Hafenanlagen, Museen und Institutionen - mit all seinen Nutzungs- und Erfahrungsmöglichkeiten sichtbar, frei zugänglich und erlebbar.

EUROPÄISCHES KULTURERBEJAHR 2018
Das Europäische Kulturerbejahr 2018 findet in Deutschland unter dem Motto „Sharing Heritage“ statt und geht auf eine Initiative des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zurück. Im August 2016 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für einen Beschluss vorgelegt, im Februar und Mai 2017 haben das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat zugestimmt. In Deutschland haben die Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch, und Kulturstaatsministerin Monika Grütters im März 2017 in Berlin öffentlich zur Mitwirkung am Europäischen Kulturerbejahr 2018 aufgerufen.
Das bislang erste und einzige Europäische Denkmalschutz-Jahr fand vor mehr als 40 Jahren statt. Im Ergebnis wurde am 26. September 1975 die Denkmalschutz-Charta vom Europarat mit Empfehlungen zur verstärkten Förderung des Denkmalschutzes verabschiedet.

www.sharingheritage.de

Die digitale Plattform www.sharingheritage.de ist die zentrale Anlaufstelle für alle Aktivitäten rund um das Kulturerbejahr. Sie dient Interessierten zur Information über das Europäische Kulturerbejahr 2018 in Deutschland und stellt dar, was wann und wo im Rahmen des Jahres passiert. Darüber hinaus dokumentiert die Plattform bereits abgeschlossene Veranstaltungen und Projekte. Hier können sich alle, die mitmachen – egal ob große geförderte Leuchtturmprojekte oder zivilgesellschaftlich Engagierte auf lokaler Ebene – wiederfinden, präsentieren und vernetzen.

(Redaktion)


 


 

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