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Gesundheit im Betrieb

Leiharbeit und befristete Jobs machen Hamburger krank

Beschäftigte in Leiharbeit und befristeten Arbeitsverhältnisse leiden stärker an psychischen Erkrankungen als ihre Kollegen in normalen Angestelltenverhältnissen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse in Hamburg.

Demnach lagen im Jahr 2015 die Krankenstände wegen psychischen Störungen bei Arbeitnehmern in Leiharbeit sowie in befristeten Beschäftigungsverhältnissen um rund 30 Prozent höher als bei Arbeitnehmern in unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen.

„Unser Gesundheitsreport zeigt, dass Arbeitsplatzunsicherheit die Gesundheit der Menschen massiv beeinflusst“, sagt Frank Liedtke, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hamburg.

Mehr Arzneimittel, längere Verweildauer im Krankenhaus

Hinweise für psychische Belastungen durch Arbeitsplatzunsicherheit sieht die Krankenkasse auch in einem höheren Arzneimittelkonsum und längeren Krankenhausaufenthalten. Das Volumen der verordneten Psychopharmaka gemessen in „Daily Defined Doses“ lag bei befristet Angestellten im Jahr 2015 knapp 20 Prozent über dem Durchschnitt, bei unbefristet Beschäftigten knapp zwei Prozent unter dem Durchschnitt.

Auch die Verweildauer im Krankenhaus wegen psychischer Erkrankungen war bei Leiharbeitnehmern deutlich länger als gegenüber ihren Kollegen der Stammbelegschaft: im Jahr 2015 überstieg sie diese um mehr als 60 Prozent.

Körperliche Erkrankungen ebenfalls deutlich stärker bei Leiharbeit

Aber nicht nur psychische Erkrankungen, auch somatische Erkrankungen machen Leiharbeitern und befristet Beschäftigten stärker zu schaffen. Bei Leiharbeitern lag der Krankenstand wegen somatischer Erkrankungen um 34 Prozent über dem Durchschnitt, bei befristet Beschäftigten lag er um sieben Prozent darüber.

Unsichere Beschäftigungsverhältnisse beeinflussen die Gesundheit negativ

Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit und befristete Anstellungen nehmen seit Jahren zu. Nach der Beschäftigungsstatistik zur Arbeitnehmerüberlassung der Bundesanstalt für Arbeit arbeiten in Hamburg rund 32.500 Menschen in Leiharbeit, so viele wie nie zuvor. Vor drei Jahren waren es noch 28.800.

„Die Sorge um den Arbeitsplatz und die damit verbundenen Unsicherheiten für die Lebensplanung scheinen bei den Betroffenen so stark zu sein, dass sie zu psychischen Erkrankungen führen. Gesundheitliche Belastungen der Arbeitnehmer sind die Kehrseite flexibler Beschäftigungsmöglichkeiten der Arbeitgeber. Wirtschaft und Politik sollten diese gesundheitlichen Auswirkungen prekärer Beschäftigungsverhältnisse zur Kenntnis nehmen“, mahnt Frank Liedtke. „Betriebe müssen Prävention zu psychischer Erkrankungen verbessern, nicht nur für die Stammbelegschaft, sondern gerade und insbesondere auch für die Leiharbeitnehmer“, so Liedtke weiter.

(Redaktion)


 


 

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