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Glückspiel

Zocken und Daddeln um Geld: Ein Spaß mit verhängnisvollen Folgen

Fachtagung „Hier können Sie gewinnen“ zur Vermeidung von Glückspielsucht – Erneute Kampagne gegen Glückspielsucht

Es ist eigentlich nichts Neues, dass manche Menschen sich und ihr soziales Umfeld beim Glücksspiel ruinieren. Immerhin gelten in Deutschland 0,2 bis 0,6 Prozent der 18- bis 65jährigen als Glücksspielsüchtig. In Hamburg leben nach Schätzungen rund 10.000 Menschen, die abhängig vom Glückspiel sind. Dennoch ist es notwendig das Thema von Tabus zu befreien, die Risiken rund um das „Zocken und Daddeln“ zu verdeutlichen und auf vorhandene Hilfen aufmerksam zu machen.

„Krankhaftes Glücksspiel wird noch immer weniger wahrgenommen als beispielsweise die Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen. Leider sind auch die Präventions- und Hilfeangebote weniger bekannt. Nur rund zehn Prozent der Betroffenen suchen sich, vielfach erst nach Jahren, professionelle Hilfe“, so Gesundheitssenator Dietrich Wersich. „Die Bereitschaft Hilfe anzunehmen entsteht oftmals erst in akuten Krisensituationen, wenn längst eine manifestierte Symptomatik vorliegt oder nach massivem Druck von Angehörigen und Freunden. Vielfach sind dann bereits hohe Schulden aufgelaufen oder der finanzielle Ruin ist nicht mehr abzuwenden. Soweit muss es nicht kommen! Wir haben in Hamburg Stellen, die schnell und unbürokratisch Hilfe bieten können. Auf diese wollen wir aufmerksam machen.“

Unter dem Motto „Hier können Sie gewinnen“ veranstalten die fünf norddeutschen Bundesländer Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern am 10. November in Hamburg eine Fachtagung um sich über Strategien auszutauschen, wie das Thema mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden kann und Betroffene früher erreicht werden. Hamburg nutzt den Zeitpunkt der Veranstaltung, um die neue Staffel der Kampagne „automatisch verloren“ zu starten. Im Rahmen der Kampagne, die bereits 2009 zum Einsatz kam, werden erneut 40.000 auf Infocards klebende Coins für Einkaufswagen mit der Telefonnummer der Helpline Glückspielsucht 040 – 23 93 44 44 verteilt. Der Coin symbolisiert dabei den Spieleinsatz, das fehlende, ausgestanzte Drittel stellt den wahrscheinlichen Verlust dar.

(Behörde für Soziales Familie undGesundheit )


 


 

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1 Kommentar

von Klaus Meier
10.11.10 06:42 Uhr
Schätzungen über Glücksspiel

Ich stelle immer wieder fest, dass die sogenannten Schätzer Ihre in Umlauf gebrachten Zahlen je nach Bedarfslage sich ausdenken müssen. Ein Beispiel: Das Alter der Erde wird wohl 4,5 bis 4,8 Milliarden geschätzt. Der Schätzwert differiert um 0,3 Milliarden Jahre. Im Artikel wird die Zahl der Glücksspielabhängigen von 0,2% bis 0,6% der Bevölkerung (also gleich mal das dreifache des Minimalwertes) geschätzt. Bei solch einem großen Unterschied zwischen Minimum und Maximum kann ich für mich nur feststellen, die Schätzer haben keine Ahnung. Zudem habe ich die Zahlen der Süchtigen bundesweit anhand der veröffentlichten Zahl (13) aus meinem Landkreis (Vogtlandkreis) mal hochgerechnet , das ergibt in Deutschland rund 4000 Spielsüchtige. Erst wenn dieser Wert um den Faktur 40 erhöht wird erhält man das Ergebnis 160.000 (0,2% der Bundesbürger). Den Süchtigen muss geholfen werden, keine Frage. Aber hier sind die Süchtigen wohl eher bei den Vertretern des Glücksspielmonopol zu suchen, süchtig nach den Einnahmen aus dem Glücksspiel.

 

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