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Goldener Windbeutel 2014

Etikettenschwindel – erster Hersteller kündigt Veränderungen bei Eigenmarke an

Der erste Kandidat für den Goldenen Windbeutel 2014 will die Irreführung der Verbraucher stoppen. So sollen die Früchte für „Unser Norden“-Apfelsaft künftig tatsächlich aus dem Norden kommen. Bisher stammen verwendete Äpfel auch aus anderen Regionen.

Der öffentliche Druck zeigt Wirkung: Nachdem Foodwatch die Coop eG für den Preis für die frechste Werbelüge des Jahres nominiert hatte, habe die Handelsgenossenschaft eine Änderung bei ihrem Bio-Apfelsaft „Unser Norden“ ankündigt, teilte die Verbraucherorganisation mit. In Werbung und Aufmachung schon immer ein Regionalprodukt aus Norddeutschland, sollen künftig tatsächlich alle Äpfel aus Norddeutschland stammen. Dies sei bislang nicht der Fall gewesen. Die Handelsgenossenschaft habe nun die „fehlende Komponente der Regionalität“ eingeräumt.

Die geplante Änderung bestätigte das Unternehmen in einer E-Mail an Foodwatch. „Unsere bisherige Definition von ‚Unser Norden‘, nach der alle ‚Unser Norden‘-Produkte in der Region hergestellt, verarbeitet oder veredelt werden, werden wir [...] neu fassen und Produkte, wie den ‚Unser Norden‘-Bio-Apfelsaft, um die fehlende Komponente der Regionalität ergänzen“, heißt es darin. „Produkte wie Kaffee werden wir dann nicht mehr im ‚Unser Norden‘-Sortiment führen. Nach der Überarbeitung werden wir unter ‚Unser Norden‘ ausschließlich Produkte anbieten, die allen Ansprüchen an Regionalität gerecht werden.“

Bei der Wahl zum Goldenen Windbeutel 2014 sind insgesamt fünf Produkte nominiert. Verbraucher können noch bis zum 30. September 2014 unter www.goldener-windbeutel.de darüber abstimmen, wem Foodwatch den Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres überreichen soll.

Foodwatch begrüßte nach eigenen Angaben die Ankündigung der Coop eG. „Öffentlicher Druck durch die Verbraucher kann einiges bewegen – doch es ist an der Zeit, dass der Gesetzgeber mit klaren Regeln dafür sorgt, dass irreführende Etiketten und Produktaufmachungen gar nicht erst in den Handel kommen“, sagte Lena Blanken, „Wahlleiterin“ beim Goldenen Windbeutel. foodwatch fordere seit langem eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für die Hauptzutaten von Lebensmitteln – falls ein Hersteller Werbung mit der regionalen Herkunft macht, sollte die Angabe mindestens auf das Bundesland genau erfolgen.

Foodwatch wertet die Ankündigung der Coop eG als Eingeständnis, dass diese die Verbraucher mit dem in der Werbung formulierten Anspruch getäuscht hat. „Unser Norden“ werde bislang als „Herkunftsmarke“ mit dem Slogan „Aus der Region für die Region“ positioniert, obwohl die Rohstoffe der Produkte nach eigenen Angaben auch aus anderen Ländern kommen können. Laut der Verbraucherorganisation hat die Coop eG beim Bio-Apfelsaft hat auf mehrfache Nachfrage bestätigt, dass nicht alle Äpfel aus Norddeutschland stammen; nähere Angaben zur genauen Herkunft oder zum Anteil der nicht-norddeutschen Äpfel verweigerte die Genossenschaft .

Am 12. September 2014 hatte die „Lebensmittelzeitung“ bereits berichtet, dass die Coop eG Veränderungen am Eigenmarkenportfolio plane. Daraufhin hatte foodwatch eigenen Angaben zufolge Details erfragt und vom Unternehmen die Bestätigung erhalten, dass die bisherige Politik bei der Regionalmarke nicht fortgesetzt werden solle.

(Redaktion)


 


 

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