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Gründungsradar

Vorbildcharakter: Drei Hochschulen haben die beste Gründungskultur in Deutschland

Wer in München, Lüneburg oder Leipzig studiert, erhält die beste Vorbereitung, um später in einem eigenen Unternehmen sein erlerntes Wissen in die Praxis umsetzen zu können. Das ist das Ergebnis des Gründungsradars des Stifterverbands. Die drei Bestplatzierten zeigen, dass es an jeder Hochschule eine lebendige Gründungskultur geben kann, egal ob es sich um eine große oder kleine, staatliche oder private Hochschule handelt.

Der durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Gründungsradar ist 2013 zum ersten Mal erschienen und wird jährlich neu aufgelegt. Er wird heute vom Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft auf der zusammen mit dem Zentrum für Wissenschaftsmanagement e.V. veranstalteten Tagung „Gründungskulturen schaffen und gestalten“ im Rahmen der Gründerwoche in Berlin vorgestellt.

Die Autoren wollten von allen staatlich anerkannten Hochschulen wissen, welche Hochschulen die lebendigste Gründungskultur haben und mit welchen Strategien, Strukturen und Angeboten sie potenzielle Gründer unterstützen.

Laut dem Gründungsradar sind die besten Gründerhochschulen in Deutschland:

  • Hochschule München (große Hochschule, mehr als 15.000 Studierende)
  • Leuphana Universität Lüneburg (mittlere Hochschule, 5.001 bis 15.000 Studierende)
  • HHL Leipzig Graduate School of Management (kleine Hochschule, maximal 5.000 Studierende)

Die drei Hochschulen konnten in allen vier Themenbereichen des Gründungsradars gleichermaßen gut punkten: So hätten sie die Förderung von Unternehmensgründungen auf beispielhafte Art im Hochschulalltag verankert (Gründungsverankerung) und die Studierenden und Wissenschaftler über diesen alternativen Karrierewege aufgeklärt (Gründungssensibilisierung). Bei Gründungsideen profitierten die Studierenden oder wissenschaftlichen Mitarbeiter auf besondere Weise von den Beratungs- und Vermittlungsangeboten ihrer Hochschulen (Gründungsunterstützung) und würden durch gezielte Aktivitäten bei ihren Unternehmensgründungen unterstützt (Gründungsaktivitäten), so der Stifterverband. Jede Hochschule könne im Gründungsradar anhand eines Rankings erkennen, wo sie steht und wo es noch Entwicklungspotenzial gibt.

Insgesamt haben die Hochschulen dem Stifterverband zufolge im vergangenen Jahr 49 Millionen Euro für die Gründungsförderung ausgegeben. Es gab rund 100 Gründungslehrstühle und mehr als 1.000 Unternehmen, die von (ehemaligen) Studierenden oder Wissenschaftlern gegründet wurden.

„Studierende und Wissenschaftler bei Unternehmensgründungen zu unterstützen, wird zunehmend auch von den Hochschulen als eine wichtige Aufgabe wahrgenommen. Eine lebendige Gründungskultur findet man überall: An kleinen und großen Hochschulen, an Fachhochschulen oder Universitäten, an privaten als auch an öffentlichen Hochschulen“, sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. „Wichtig ist, das zeigt der Gründungsradar, dass engagierte Personen und gründungsfördernde Strukturen zusammentreffen. Und, es lohnt sich. Die jeweiligen Regionen einer Hochschule profitieren davon. Die aus Hochschulen generierten Gründungen können sowohl Motor in wirtschaftsstarken Regionen als auch Initiator in strukturschwachen Regionen sein.“

Die Wege von der Theorie in die Praxis, vom Hörsaal in die eigene Firma müsse an vielen Hochschulen durch bessere Strukturen geebnet werden. Dafür empfiehlt der Stifterverband, die Gründungsförderung institutionell in den Hochschulen zu verankern und in Lehre, Forschung und Beratung einzuschließen. Darüber hinaus sollten zusätzliche Anreize für mehr Gründungsengagement geschaffen werden, wie zum Beispiel Gründungsfreisemester oder eine Berücksichtigung von Gründungsaktivitäten bei der leistungsorientierten Besoldung.

Auch die Politik sollte den Prozess unterstützen, indem sie mehr als bisher bei der Mittelvergabe an Hochschulen deren Transferaktivitäten berücksichtigt, so die Empfehlung des Stifterverbands. Außerdem sollte die Wirtschaft frühzeitig in den Gründungsförderungsprozess eingebunden werden. Lokale Akteure – wie Verbände, Unternehmen und erfolgreiche Unternehmensgründer – sollten als professionelle Ansprechpartner für Gründerinteressierte gewonnen werden.

Weitere Informationen: www.gruendungsradar.de

(Redaktion)


 


 

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