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Peter Hahn

Fremdfinanzierte Rente entpuppt sich als „Risiko-Rente“

Irreführende Vergangenheitswerte täuschten Anleger

Bei den britischen Lebensversicherungen erfolgt eine viel höhere Anlagequote in Aktien. Die guten Ergebnisse aus der Vergangenheit waren nicht auf der Basis von Einmalzahlungen erzielt worden. Es war daher irreführend, mit guten Renditen aus der Vergangenheit zu werben, denn es fehlte der Hinweis, dass sich die Renditen aus Policen aus Großbritannien nicht einfach auf den Euro-Raum übertragen lassen. Spätestens ab 2001 war ersichtlich, dass derartige Renditen nicht mehr erwirtschaftet werden konnten.

Im Hinblick auf die aufgenommenen Darlehen kann sich für die betroffenen Anleger eine Existenz bedrohende Situation entwickeln. Es bestehen aber gute Erfolgsaussichten für ein rechtliches Vorgehen. Neben einer möglichen Haftung der Schnee-Gruppe und – im Falle einer ausreichenden Solvenz – des Vermittlers kommt eine Inanspruchnahme der finanzierenden Banken und der Lebens- versicherungen, vorrangig der Clerical Medical, in Betracht. Die Aspekte einer Haftung, die die Schnee-Gruppe aktuell gegen die CMI vorbringt, treffen die Vermittler und sie selbst unter dem Gesichtspunkt einer offensichtlich nicht erfolgten Plausibilitätsprüfung.

Kreditinstitute in der Verantwortung

Gegen das Kreditinstitut, welches das Darlehen zur Verfügung gestellt hat, kann bei Abschluss bzw. Anbahnung des Darlehensvertrages in einer Haustürsituation und unterbliebener bzw. fehlerhafter Widerrufsbelehrung ein Vorgehen nach Haustürwiderrufsgesetz Sinn machen. Weiterhin sind als Anspruchsgrundlagen § 4 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 b) VerbrKrG a.F. (Verstoß des Darlehensvertrages gegen Gesamtbetragsangaben), § 9 Abs. 3 VerbrKG a.F. (Einwendungsdurchgriff) und § 280 Abs. 1 BGB (Schadensersatz wegen vorsätzlicher Täuschung durch den Anlagevermittler) zu nennen.

Die Schnee-Gruppe schreibt seit Ende Mai 2008 ihre Anleger an und empfiehlt ausschließlich ein Vorgehen gegen Clerical Medical. Ein solches beschränktes Vorgehen nur gegen Clerical Medical ist jedoch aufgrund der guten Erfolgs- aussichten bezüglich der Inanspruchnahme von verschiedenen zivilrechtlich Haftenden nicht sinnvoll. Im Hinblick auf die allgemeine Verjährungsproblematik und die ab dem 01.01.2009 in Kraft tretende Abgeltungssteuer mit dem generellen Verbot des Schuldzinsabzuges ist eine umgehende anwaltliche Prüfung durch einen versierten Fachanwalt geboten.

(Peter Hahn)


 


 

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