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Hamburg Airport

Der Flughafen im Winter – Schnee- und Eisdienst rund um die Uhr

Die ersten Nachtfröste hat es in diesem Winterhalbjahr bereits gegeben und die Wahrscheinlichkeit für Schnee in Hamburg steigt jeden Tag. Der Winterdienst am Hamburg Airport ist von November bis April rund um die Uhr einsatzbereit. Er sorgt für einen reibungslosen Flugverkehr bei allen Schnee- und Frosteinbrüchen rund um die Uhr – unabhängig von den geltenden Nachtflugbeschränkungen. Denn lebensnotwendige Rettungsflugeinsätze müssen jederzeit möglich sein.

Bereits bei 0,2 Zentimeter hohem Schneematsch müssen die Start- und Landebahnen unverzüglich geräumt werden. Für die Schneeräumung und Eisbeseitigung setzt die Hamburg-Airport-Gruppe 30 eigene Mitarbeiter in vier Schichtgruppen ein. Allein für die Flugbetriebsflächen sind mindestens 25 Mitarbeiter pro Tages- bzw. Nachtschicht erforderlich. Die zusätzlichen Mitarbeiter stammen aus verschiedenen Unternehmen aus Hamburg, Schleswig Holstein und Niedersachsen. Zu den Start- und Landebahnen kommen noch 481.000 Quadratmeter Vorfeldfläche und 25 Kilometer Betriebs- und Versorgungsstraßen, Gehwege und Parkflächen. „Für die Sicherheit unserer Passagiere ist uns kein Aufwand zu hoch“, sagt Michael Rumstedt. Als Winterdienstbeauftragter ist er verantwortlich für die Gesamtkoordination des Geräte-, Material- und Personaleinsatzes sowie die Abstimmung mit allen relevanten Bereichen des Flughafens.

Flughafen-Infrastruktur und Fuhrpark für strenge Winterperiode ausgelegt

Im Winter 2012/13 gab es an 104 von 182 Wintertagen Bodenfrost. Auch 2010/2011 verzeichnete Hamburg einen ungewöhnlich harten Winter. Aus diesen Erfahrungen hat der Airport das Tanklager für die Flächenenteisung erweitert. In den neuen Anlagen können etwa 350.000 Liter Enteisungsmittel für Flugbetriebsflächen lagern – so viel wie noch nie. Ob die Spezialisten ausrücken müssen, lässt sich mit dem „Friction-Tester“ feststellen – ein eigens umgebauter VW Sharan der Verkehrsaufsicht, aus dessen Kofferraum sich per Knopfdruck ein fünftes Rad absenken lässt. Er misst die Bodenhaftung der Start- und Landebahnen, so die Informationen des Flughafens.

Auch sonst ist der Fuhrpark des Schnee- und Eisdienstes gut ausgerüstet: Der gesamte Winterdienst-Fuhrpark umfasst 40 Maschinen. Dazu gehören neun Schneeräumfahrzeuge bestehend aus LKW mit Schneepflug und Kehrblasgerät sowie zwei Mittelachskehrgeräte, drei Schlepper mit Besen für Vorfeldpositionen, zwei Schneefräsen, drei Feuchtsandstreuer und ein Enteisungssprühgerät mit einem 36 Meter langen Sprühbalken. Für die schwieriger zu erreichenden Ecken am Airport gibt es seit diesem Jahr zwei Unimogs mit Besen und Streuer. Diese beiden Geräte werden immer dann eingesetzt, wenn die „Großen“ auf den kleinen Flächen nicht mehr weiter kommen. Hinzu kommen noch weitere Lkw und kleinere Fahrzeuge, die kurzfristig mit Pflügen bzw. „Schneebesen“ ausgerüstet werden können. Insgesamt hat dieser Gerätepark dem Hamburg Airport zufolge einen Wert von mehr als 6 Millionen Euro.

Sicherheit und Umweltschutz auf der Piste

Mit Hilfe der Räumfahrzeuge und Schneefräsen werden zwischen 90 und 95 Prozent der Schneemenge mechanisch beseitigt. Diese umweltfreundliche Lösung wird insbesondere durch bis zu 9,30 Meter breiten Lkw-Schneepflüge und die riesigen Stahlbesen der Kehrblasgeräte, die sich je nach Typ 600 bis 800 Mal pro Minute drehen, gewährleistet. Wichtig: Für die restlichen 5 bis 10 Prozent darf kein Streusalz zum Einsatz kommen. Zum einen würde das Salz die verschiedenen Materialien der Luftfahrzeuge angreifen. Zum anderen gelangen Streusalze ins Grundwasser, verschlemmen dadurch den Boden und schädigen Pflanzen. Die Verwendung eines Gemischs von festem und flüssigem Kaliumformiat (Kaliumsalz der Ameisensäure) sich als wirkungsvoll und umweltverträglich herauskristallisiert. Bei dem Kaliumformiat-Anteil handelt es sich um eine wässerige Lösung mit einem Anteil von 50 bis 80 Prozent Kaliumformiat. Das feste Kaliumformiat (Granulat) wird als Trägermaterial für das Ausbringen des Flüssigmittels benötigt, so der Flughafen.

Der Schnee- und Eisdienst ist 24 Stunden im Einsatz

Bei schweren Schneefällen werden bis zu acht Räumfahrzeuge, eine Schneefräse und zwei Feuchtsandstreuer sowie zwei Fahrzeuge der Verkehrsaufsicht zum Überprüfen des Räumergebnisses und Koordination gleichzeitig auf den Pisten eingesetzt, die den Schnee von den Bahnen ins Gelände werfen. Für die Räumung einer Start-/Landebahn nach kräftigem Schneefall benötigt der Schnee- und Eisdienst etwa 30 Minuten. Bei ungünstigen Wetterbedingungen müssen die beiden Bahnen acht- bis zehnmal pro Tag von Schnee und Eis befreit werden.

„Elefanten“ übernehmen die Enteisung der Flugzeuge

Für die Enteisung der Flugzeuge sorgt das Team der Flughafen-Tochtergesellschaft STARS. Etwa 72 Enteiser arbeiten in den kalten Wintermonaten ab 3.30 Uhr im Schichtbetrieb auf dem Vorfeld. Die ausgebildeten Mitarbeiter befreien die Außenhaut der Maschinen von gefährlichem Eisansatz. Auch verhindern sie mit Hilfe eines Glykol-Gemisches, dass sich neues Eis vor dem Start bildet. Eisschichten sind deshalb so gefährlich, weil sie die Steuerelemente unbeweglich machen können und so die Aerodynamik beeinträchtigen. Ein kontrollierter Flug ist dann nicht mehr möglich. Außerdem ist das Gewicht der Kälteplatten sicherheitsgefährdend, da es mehrere Tonnen pro Flugzeug betragen kann. Für die Enteisung der Flugzeuge werden ebenfalls Spezialfahrzeuge, die sogenannten „Elefanten“, genutzt. Am Hamburger Flughafen sind zehn solcher „Elefanten“ im Einsatz – zwei mehr als im Vorjahr.

Hinweis für Passagiere

Trotz aller Anstrengungen, den Flugverkehr möglichst reibungslos abzuwickeln, lassen sich Verspätungen und Flugausfälle nicht immer verhindern, da je nach Wetterbedingungen die Kapazitäten gelegentlich eingeschränkt sein können. Der Flughafen empfiehlt Reisenden, sich im Internet auf www.hamburg-airport.de vorab über etwaige Behinderungen des Flugverkehrs zu informieren.

(Redaktion)


 


 

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