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Konjunktur

Deutliche konjunkturelle Erholung in Hamburg

Weiterhin keine allgemeine Kreditklemme zu beobachten. Drittes Treffen des Konjunkturbeirates in der Wirtschaftsbehörde

Übereinstimmend berichteten die Mitglieder des Konjunkturbeirates, dass die Konjunktur nach der Wirtschafts- und Finanzkrise sehr wahrscheinlich in der sogenannten „V“-Form und damit besser als erwartet verlaufen wird. Weiterhin ist keine allgemeine Kreditklemme zu beobachten. Der 2009 vereinbarte „Hamburger Weg“ zur Mediation von Unstimmigkeiten bei der Kreditvergabe funktioniert reibungslos. Einige Branchen wie etwa der Schiffbau oder kleine Unternehmen sehen sich jedoch nach wie vor Schwierigkeiten bei der Finanzierung gegenüber. Eine Wachstumsbremse können weder die Deutsche Bundesbank oder die Finanzplatzinitiative Hamburg oder die beteiligten Institutionen erkennen.

Wirtschaftssenator Ian Karan: „Wir werden weiter alles dafür tun, um Unternehmen in Hamburg zu halten und ihnen die besten Standortbedingungen zu bieten. Die Wirtschafts-behörde wird die hier ansässigen Firmen dabei zusammen mit den Kammern nach Kräften unterstützen. Der intensive Austausch von Informationen im Konjunkturbeirat liefert dafür sehr wertvolle Informationen, aus denen Handlungsfelder abgeleitet werden können. So werden wir uns weiterhin und verstärkt um die Sicherung der Maritimen Branche kümmern und auch beim sogenannten „Fachkräftemangel“ gegensteuern.“

In vielen Wirtschaftszweigen Hamburgs ist mittlerweile annähernd das Vorkrisenniveau erreicht

Der Aufschwung gewinnt an Breite. Außenhandel, Investitionen und das Konsumverhalten der Bürger sind aufwärtsgerichtet. Auf dem dritten Zusammentreffen des Konjunkturbeirates wurde zugleich deutlich, dass die „Hamburger Konjunkturoffensive 2009/2010“ sowie das Konjunkturprogramm II des Bundes zur Abfederung der Krise beigetragen haben und wesentlich den heutigen Aufschwung ermöglichten.

Prof. Dr. Michael Bräuninger, Konjunkturchef im HWWI: „Wir haben in Deutschland mit einem sehr dynamischen Wirtschaftswachstum zu tun. Für dieses Jahr rechnet das HWWI mit einer Zunahme des realen BIP um 3,4 Prozent. Für 2011 erwarten wir ein Wachstum von 2,5 Prozent. Da das Wachstum in Hamburg im letzten Jahr weniger stark von der Wirtschaftskrise betroffen war als ganz Deutschland, wird hier auch der Aufholprozess geringer ausfallen. Somit wird Hamburg langsamer wachsen als der Bund. Für die weitere konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft wird von Bedeutung sein, dass die Weltkonjunktur auf ihrem Expansionspfad bleibt.“

Für Hamburg wiesen die Experten auf die überraschend robuste Arbeitsmarktsituation in Hamburg hin

Die Zahl der Kurzarbeiter in der Hansestadt – auf dem Höhepunkt der Krise bei 16.000 – ist mittlerweile nach Informationen der Agentur für Arbeit auf 6.000 in 800 Betrieben gesunken. In der Krise waren Berlin und Hamburg die einzigen Bundesländer, die keinen Beschäftigungsrückgang verzeichnen. Aktuell liegt der Anstieg der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr bei 1,1 Prozent. Auch in der Zeitarbeitsbranche waren und sind die Schwankungen weniger stark als im Bundesdurchschnitt ausgeprägt.

Rolf Steil, Agentur für Arbeit: „Der Hamburger Arbeits- und Ausbildungsmarkt bleibt attraktiv; er verändert sich jedoch in Richtung eines Bewerbermarktes. Die demografische Entwicklung wirkt sich schon heute auf dem Hamburger Ausbildungsmarkt aus. Ergänzend müssen sich die Unternehmen mit ihrer betrieblichen Altersstruktur befassen. Um dem zukünftigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bedarf es doppelter Anstrengungen: Hamburger Unternehmen werden die Qualifikation ihrer älteren Belegschaften im Auge behalten. Weiterhin wirken Wirtschaft und Arbeitsagentur bei der Erschließung der Potentiale für den Arbeitsmarkt zusammen, wenn es z. B. um jugendliche Schulabgänger, Frauen, ältere Arbeitslose oder Migranten geht. Der Wirtschaftsstandort Hamburg hat bundes- und europaweite Konkurrenz, die im harten Wettbewerb zueinander steht. Insbesondere die Aus- und Weiterbildung im Betrieb muss gestärkt werden, damit weiter mehr qualifizierte Beschäftigung entsteht.

Zum Konjunkturbeirat gehören:

u.a. Rolf Steil (Arbeitsagentur Hamburg), Stefan Papirow (BG Hamburg), Adelheid Sailer-Schuster (Deutsche Bundesbank), Hans-Theodor Kutsch (Industrieverband Hamburg), Uli Wachholtz (UV Nord), Bernd Reichhardt (Finanzplatz Hamburg e.V.), Frank Glücklich (Handwerkskammer), Uwe Grund (DGB-Vorsitzender) sowie Vertreter weiterer Organisationen der Hamburger Wirtschaft. Das nächste Treffen des Konjunkturbeirates ist für Ende 2010 bzw. Anfang 2010 geplant.

(Behörde für Wirtschaft und Arbeit)


 


 

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