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PISA

Hamburg steht vor großen Herausforderungen

Der Leiter des PISA-Konsortiums Deutschland, Professor Manfred Prenzel, hat in Berlin die Ergebnisse des dritten PISA-Bundesländervergleichs vorgestellt. Der enge Zusammenhang zwischen sozialer Lage, Migrationsstatus und Kompetenzerwerb besteht fort. Hamburg belegt in allen Testbereichen den vorletzten Platz. Seit 2003 sind kaum Fortschritte zu verzeichnen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer Hamburger Schuloffensive.

Im Jahre 2006 wurden Fünfzehnjährige in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. Schwerpunkt waren dieses Mal die Naturwissenschaften. Darüber hinaus wurden die Jugendlichen, ihre Eltern sowie Schulleitungen und Lehrkräfte zu Merkmalen wie sozioökonomischen und sozio-kulturellen Status, Migrationshintergrund, Einstellungen zum Lernen und Selbstvertrauen befragt. Hamburg war mit 140 Schulen beteiligt, darunter 30 Gymnasien, 23 Integrierte Gesamtschulen, 30 Hauptschulzweige, 43 Realschulzweige, 12 Integrierte Haupt- und Realschulen und 2 Berufsschulen.

PISA 2006 bestätigt erneut das schwache Abschneiden der Hamburger Schülerinnen und Schüler im Ländervergleich. Dies gilt auch für den Testschwer- punkt Naturwissenschaften. Auffällig ist der besonders ausgeprägte Abstand zwischen den besser abscheidenden Jungen und Mädchen. Alarmierend ist der in Hamburg besonders große Abstand zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern. Gründe hierfür sind die im Ländervergleich großen Unterschiede im soziökonomischen und kulturellen Hintergrund. Nach wie vor gelingt es in Hamburg nicht, den engen Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Hintergrund und Schulleistungen aufzulösen.

Der hohe Anteil an Fünfzehnjährigen mit Migrationshintergrund in Hamburg hat für den Gesamtmittelwert ein besonderes Gewicht. Dies wird deutlich, wenn man die Leistungen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund getrennt betrachtet. Während die Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund sich in den Rangreihen wie bereits 2003 im oberen Drittel platzieren, stellen sich die Leistungen der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund im Ländervergleich sogar noch ungünstiger als 2003 dar.

Der Anteil der Hamburger Fünfzehnjährigen, der nur Kompetenzstufe I oder darunter erreicht („Risikogruppe“), ist in allen getesteten Bereichen weiterhin hoch. Auch hier wird deutlich, dass Hamburg im unteren wie im oberen Leistungsviertel erhebliche Probleme hat. Betrachtet man das Abschneiden der einzelnen Schulformen, wird eine dramatisch Problemlage offensichtlich: Im Lesen liegt der Anteil der Hauptschülerinnen und Hauptschüler unterhalb der Kompetenzstufe II bei knapp 79 Prozent, der Schüler und Schülerinnen in Integrierten Gesamtschulen bei etwa 30 Prozent und der Realschülerinnen und Realschüler bei fast 18 Prozent. In Mathematik ist die Verteilung ähnlich: Über 75 Prozent der Hauptschülerinnen und Hauptschüler, fast 33 Prozent der Schüler und Schülerinnen in Integrierten Gesamtschulen sowie 22 Prozent der Realschülerinnen und Realschüler erreichen die Mindeststandards nicht. In den Naturwissenschaften kommen gut 42 Prozent der Hauptschülerinnen und Hauptschüler über die Kompetenzstufe I nicht hinaus. Dies gilt auch für 9 Prozent der Schüler und Schülerinnen in Integrierten Gesamtschulen und gut 6 Prozent der Realschülerinnen und Realschüler.

Senatorin Christa Goetsch: „Die Hamburger PISA-Ergebnisse zwischen 2000 und 2006 zeigen, dass Hamburgs Schulen die großen Reformschritte noch vor sich haben. Das Ziel ist klar: Die Zahl der Risikoschüler muss drastisch gesenkt und die Zahl der Spitzenleistungen deutlich erhöht werden. Gleichzeitig werden wir die Sprachförderung und die Integration gerade von jungen Migrantinnen und Migranten der zweiten Generationen auf allen Ebenen weiter in den Mittelpunkt unserer Anstrengung rücken. Mit der Schuloffensive haben wir einen umfassenden Entwicklungsprozess hin zu mehr Leistung und Gerechtigkeit in Hamburgs Schulen angestoßen, den es nun unter großer Beteiligung voranzutreiben gilt.“

Quelle: Behörde für Schule und Berufsbildung

(Redaktion)


 


 

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