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  • 15.01.2020, 07:20 Uhr
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Hamburger Business-Köpfe

Bezirkspolitiker mit Blick auf die Stadtteil-Nachbarn

Andreas Stonus ist in der Stadt Hamburg fest verortet: als Mitglied der Geschäftsführung der Hamburg City Vision GmbH, Anbieter der Stadtrundfahrten mit den rot-gelben Doppeldeckern, und als CDU-Bezirkspolitiker bewegen sich seine Themen zwischen Tourismus, Verkehr, Kultur und Stadtteilentwicklung. Der 51-Jährige bewegt sich tagtäglich dort, wo sich die große Politik nur selten sehen lässt: vor Ort, inmitten der Bürger. Wie erlebt er Hamburg?

Business-on.de: Was schätzen Sie an Hamburg?

Andreas Stonus: Ich denke, die Mischung macht den Charme aus: viel Wasser, viel Grün und die tollen architektonischen Elemente zwischen Speicherstadt, Kupferdächern und Elbphilharmonie. Ich liebe es, in einer offenen Metropole zu leben, aber in den Bezirken den Flair einer Kleinstadt zu genießen. Hamburg ist für mich die schönste Stadt der Welt.

Business-on.de: Was reizt Sie an Ihren Aufgaben im Job und in der politischen Arbeit?

Andreas Stonus: Eine Vision für meinen Stadtteil und meine Stadt zu haben und dabei gesetzliche Vorgaben, politische Möglichkeiten und den Bürgerwillen unter einen Hut zu bringen. Die Möglichkeiten, vor Ort etwas zu verändern und mit den Bürgern in Kontakt zu stehen, das ist die Herausforderung, die mich antreibt.

Business-on.de: Welche sind aus Ihrer Sicht zurzeit die spannendsten Entwicklungen in Hamburg?

Andreas Stonus: Aus struktureller Sicht definitiv der Verkehr. Hamburg erstickt in Staus und Baustellen. Jahrelange Versäumnisse der Straßensanierung badet der Bürger jetzt aus. Der Bau der U5 und verbesserter Öffentlicher Nahverkehr sind unabdingbar. In wirtschaftlicher Sicht der nahende Brexit. Hamburg steht in engen Beziehungen zu Großbritannien und man wird sehen, wie sich dies auswirkt.

Business-on.de: Sie sprechen den Verkehr an. Wie wirkt sich die Situation auf Stadtrundfahren der rot-gelben Doppeldecker aus?

Andreas Stonus: Der Verkehr in Hamburg ist ein eher schwieriges Thema für uns. Zu viele Baustellen, oft monatelang, ohne ersichtlichen Fortschritt. Das stellt unsere Fahrer vor große Herausforderungen. Hinzu kommen häufige Sperrungen der Innenstadt für die zahlreichen Events in der Stadt. Natürlich sind die Veranstaltungen auch sehr bereichernd für unsere Stadt, aber ich würde mir wünschen, dass wir mehr einbezogen würden und Ausnahmegenehmigungen für die Durchfahrten auch an diesen Tagen erhalten. Denn auch wir sind quasi im Auftrag unserer Stadt unterwegs, so wie der öffentliche Verkehr auch.

Business-on.de: Welche Eindrücke über Hamburg bekommen Sie von Touristen aus aller Welt von den Stadtrundfahrten zurückgemeldet?

Andreas Stonus: Von Hamburg ist jeder sofort begeistert. Spätestens an der Binnenalster mit Blick auf das Rathaus ist auch der Letzte unserer Stadt verfallen. Viele schwärmen von der Vielfalt unserer Stadt mit dem Hafen, Speicherstadt und Elbphilharmonie und dass alles sehr nah bei einander liegt. Um auf die vorherige Frage zurückzukommen: Wir erhalten leider häufig Beschwerden, wenn wir unsere Routen durch Sperrungen oder Bauarbeiten verändern müssen und dadurch einige Hotspots nicht anfahren können.

Business-on.de: Wie wichtig ist für Sie berufliches Netzwerken? Wie nutzen Sie es?

Andreas Stonus: Netzwerken ist sowohl beruflich als auch privat wichtig. So kann man Dinge schneller verändern und etwas bewirken. Ein persönliches Gespräch bringt mehr als jede Mail. Missverständnisse können sofort ausgeräumt werden. Man kann die Körpersprache seines Gegenübers lesen und so das Gespräch besser führen. Ich bin in vielen Vereinen und Institutionen und gehe gern zu den Veranstaltungen vor Ort in meinen Stadtteilen. Ja, richtig gehört, meine Stadtteile, Mehrzahl. Lokstedt, Schnelsen und Niendorf sind eng miteinander verwoben, daher hat alles, was beschlossen wird immer Auswirkungen auch auf die Nachbarn.

Business-on.de: Wie schaffen Sie einen Ausgleich zwischen Beruf, politischer Arbeit, Familie und Freizeit?

Andreas Stonus: Die politische Arbeit verlangt mir und meiner Familie viel ab. Gerade Zeit ist ein wertvolles Gut, da viele Ausschüsse und Sitzungen in den Nachmittags- und Abendstunden liegen und dazu die beruflichen Abwesenheiten kommen. Wir genießen jede Minute der gemeinsamen Zeit doppelt und versuchen uns viele kleine Auszeiten zu schaffen. Das kann gemeinsamer Sport, Gartenarbeit oder ein leckeres Essen mit guten Gesprächen sein.

Business-on.de: Beenden Sie diesen Satz: „Wenn ich nicht in Hamburg wäre, dann wäre ich in …“

Andreas Stonus: Barcelona, New York oder Südafrika.

Business-on.de: Vielen Dank für das Interview, Herr Stonus.

(Das Interview führte Tanja Königshagen)


 


 

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