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Hamburger Kunsthalle

Giacometti. Die Spielfelder

Das Spiel des Lebens treibt Alberto Giacometti Zeit seines künstlerischen Schaffens um. „Es geht um die Anordnung der Dinge und die Beziehung der Menschen untereinander“, so beschreibt Hubertus Gaßner, Direktor der Hamburger Kunsthalle, anlässlich der Ausstellungseröffnung Giacomettis Motivation. Es sei von Giacometti überliefert, dass es ihn schlaflose Nächte gekostet und blockiert habe, wenn er nicht die richtige Anordnung für Schuhe und Socken vor dem seinem Bett fand.


Giacometti und der Surrealismus

Die Kunsthalle präsentiert den eher unbekannten, jungen Giacometti mit seinem surrealistischen Frühwerk, das bisher in Deutschland kaum zu sehen war. Giacomettis bis heute prägendes Konzept der „Skulptur als Spielfeld“ ist in dieser Ausstellung der Ausgangspunkt für die schöpferische Weiterentwicklung des Bildhauers in der Nachkriegszeit.

Fast wie Teilnehmer auf einem Spielparcours begeben sich die Besucher auf Erkundungstour durch die Ausstellung, um Giacomettis Kunstwerke zu erfahren. Sie beginnen mit der eher „dunklen“ Phase des Surrealismus: Hier standen für Giacometti innere Strukturen und Konstellationen sowie deren Erfahrbarkeit im Fokus. Im weiteren Verlauf erhalten die Besucher Einblicke in das legendäre Atelier als Platz der künstlerischen Inszenierungen. Der Höhepunkt seines Schaffens findet sich am Ende der Ausstellung. In einem großen hellen Raum, der sich zur Außenwelt hin öffnet, erleben die Besucher Giacomettis berühmte Figurengruppe: die „Große Stehende II“, den „Schreitenden Mann II“ und den „Großen Kopf“, die Giacometti für die Gestaltung der New Yorker Chase Manhattan Plaza vorgesehen hatte.

Die Skulptur als Spielfeld

Mit Anfang 20 suchte der aus dem schweizerischen Graubünden stammende Künstler einen neuen Zugang zur Bildhauerei. Ihn faszinierten die Themen Leben, Liebe und Tod sowie das Verhältnis der Dinge und Menschen zueinander.

1930 entstand die Idee der „Skulptur als Platz“. Giacometti verlegte seine Skulpturen von der Vertikalen in die Horizontale. Er positionierte die einzelnen Elemente seiner Werke auf Spielfeld ähnlichen Grundplatten und ließ stetig neu definierbare Bewegungs- und Beziehungsmöglichkeiten der Elemente untereinander zu. Er thematisierte immer wieder „Aufsicht und Ansicht“: der Blick von auf das Ganze und das Eintauchen in Handlungs- und Spannungsfelder.

Die Besucher können dies in der Ausstellung selbst ausprobieren: Die Spielfelder laden dazu ein, zu beobachten und gedanklich die möglichen Varianten der Figuren und entstehende Konstellationen und Zwischenräume durchzuspielen.


 


 

Alberto Giacometti
Hamburger Kunsthalle
Schreitender Mann
Großer Kopf
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