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Kurswechsel

Hamburger Sietas Gruppe rüstet sich für den internationalen Schiffbau

Die Hamburger Sietas Gruppe besteht aus der J.J. Sietas KG Schiffswerft GmbH u. Co. und drei Tochtergesellschaften, der Neuenfelder Maschinenfabrik GmbH mit starkem Wachstum im Bau von Schwerlast-Schiffskranen, der Norderwerft GmbH & Co. KG mit stabilem, aber von kürzeren Vorlaufzeiten gekennzeichnetem Schiffsreparaturgeschäft sowie der Neuenfelder Wohnungsgesellschaft mbH.

Die Muttergesellschaft leidet unter einem stark geschrumpften Auftragsbestand:

Im Sommer 2008 verzeichnete das in Hamburg-Neuenfelde ansässige Unternehmen noch Aufträge im Wert von über 1 Milliarde Euro, das entsprach der Produktion von drei Jahren. Im Herbst 2008 sackte der Auftragsbestand auf 700 Millionen Euro ab, das entsprach der Produktion von zwei Jahren. Aktuell verfügt das Unternehmen nur noch über einen Auftragsbestand von 375 Millionen Euro, das entspricht einer Jahresproduktion. Es handelt sich dabei um acht Schiffsneubauten. Hinrich Sietas, Eigentümer und Geschäftsführer der gleichnamigen Werft, leitet nun einen Kurswechsel ein.

Am 1. März, seinem 65. Geburtstag, übergibt er die Leitung des Unternehmens an Rüdiger Fuchs (42), der Vorsitzender der Geschäftsführung der Sietas Gruppe wird. Mit ihm tritt Rüdiger Wolf (37) als Kaufmännischer Geschäftsführer in die Geschäftsführung ein. Hinrich Sietas wird die Geschäftsführung künftig als Vorsitzender des neugegründeten Beirats unterstützen.

Hinrich Sietas: "Unser neuer Kurs ist gesetzt. Es ist unser Ziel, Sietas und insbesondere die Neubauwerft wieder zukunftsfähig zu machen. Wir werden einen grundlegenden Wandel vom traditionellen Werftbetrieb zum industriellen Schiffbau vollziehen. Neue Schiffsentwicklungen, eine stärkere Spezialisierung und kürzere Bauzeiten werden für neue Aufträge und bessere Wirtschaftlichkeit sorgen." Ohne das tatkräftige Engagement unserer Hausbank HSH Nordbank hätten wir unseren neuen Kurs nicht erarbeiten können. Der weltgrößte Schiffsfinanzierer stand uns als Bank der Region zur Seite.

In den Jahren 2004, 2005 und 2006 konnten Überschüsse von 4 Millionen Euro erzielt werden. 2007 betrug der Verlust knapp 9 Millionen Euro. Auch für 2008 und 2009 werden hohe Verluste erwartet. Deshalb wird es auch zu schmerzhaften Einschnitten kommen. Sicher ist, dass wir bei unserer deutlich zurückgegangenen Auslastung nicht umhin kommen, Personalmaßnahmen zu ergreifen. "Wir denken derzeit über alle arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen nach. Wir haben Gespräche mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft aufgenommen, mit dem Ziel, für das Unternehmen und die Belegschaft die beste Lösung zu finden."

Die Weltfinanzkrise ist ein Auslöser der wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf der Sietas Werft, aber nicht der einzige. Der Zusammenbruch des Containerschiff-Markts, fehlende Finanzierungen auf Kundenseite und die schwache Nachfrage waren in der Höhe nicht vorhersehbar. Allerdings sind die unternehmerischen Hausaufgaben in den vergangenen Jahren nicht konsequent erledigt worden. Hinrich Sietas: "Aus heutiger Sicht haben wir zu langsam reagiert. Die Schärfe der Gesamtentwicklung hat uns zusätzlich hart getroffen."

"Wir sind Umbauer mit Herzblut"

Rüdiger Fuchs und Rüdiger Wolf treten an um zu beweisen, das exzellenter Schiffbau im Hochlohn-Land Deutschland weiterhin möglich ist: "Wir sind Umbauer mit Herzblut. Die Sietas Werft ist eine maritime Perle Deutschlands und muss schnell wieder manövrierfähig sein. Wir erwarten, dass wir 2011 wieder in ruhigeres Fahrwasser gelangen können."

Größten Wert legt Rüdiger Fuchs auf die Fähigkeit, innovative Ideen für den Schiffsbau mit exzellenten Abläufen zu verbinden: "Sietas steht bereits heute für gute Ideen und anspruchsvolle Entwürfe. Derzeit entwickeln wir gemeinsam mit einem Kunden die nächste Generation eines innovativen Spezialschiffes. Das werden wir stärken und um hochmoderne, industrielle Konzepte erweitern. Wir wollen künftig auch für exzellente Ablauforganisation und -steuerung stehen." Das Know-how ist ebenso vorhanden wie leistungsbereite Mitarbeiter. Parallel zu der Entwicklungsaufgabe wird die Sietas Neubauwerft für kürzere Durchlaufzeiten und eine höhere Produktivität sorgen. Die Bauzeit soll von 13 auf 10 Monate verkürzt werden.

Für Rüdiger Wolf als Kaufmännischer Geschäftsführer haben kurzfristige Maßnahmen im Finanzbereich Priorität: "Wir müssen die Kapazitäten kurzfristig anpassen und die Liquidität des Unternehmens sichern. Die Umsetzung unseres industriellen Konzepts wird zu höherer Produktivität und geringeren Beständen führen." Ein Beispiel für strukturelle Veränderungen in der Produktion: Die Fertigung von voll ausgerüsteten und konservierten Blöcken mit bis zu 400 Tonnen Nettogewicht würde zu einer erheblichen Verringerung des Arbeitsaufwands und der Durchlaufzeit im Dock führen.

Der Sietas Betriebsrat und die IG Metall Küste sind über die Lage des Unternehmens informiert worden. Gespräche wurden aufgenommen mit dem Ziel, die beste Lösung für alle Beteiligten zu erreichen. Auch Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko kennt die Pläne der Sietas Gruppe. Sein persönliches Engagement sowie die tatkräftige Unterstützung der Wirtschaftsbehörde sind sehr hilfreich.

Quelle: Schellenberg & Kirchberg PR

(Redaktion)


 


 

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