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Hamburger Wirtschaft

Betriebe sehen Energiewende als Wettbewerbsvorteil

Knapp jedes dritte Hamburger Unternehmen bewertet die Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit als positiv. Ein Großteil der Betriebe fordert den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Das ist das Ergebnis des Hamburger Energiewendebarometers 2018. Es zeige damit das beste Bewertungsergebnis seit der Datenerhebung 2012. Hamburg hebe sich deutlich vom Bundesdurchschnitt ab, wie die Handelskammer Hamburg mitteilt. Bundesweit sähen Unternehmen derzeit mehr Risiken als Chancen in der Energiewende. Die Akzeptanz schwinde vor allem wegen steigender Energiekosten. „In Norddeutschland ist, insbesondere durch die große Dynamik in der Windenergiebranche, das Bewusstsein für die Chancen der Energiewende hoch“, sagt Jörg Dürre, Vorsitzender des Energieausschusses der Handelskammer. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien führe zu mittlerweile so günstigen Erzeugerpreisen, dass sich beispielsweise selbst neue Photovoltaikanlagen bereits dem Wettbewerb an den Strombörsen stellten. „Der neue Energiereichtum Norddeutschlands wird als greifbare Möglichkeit verstanden“, so Jörg Dürre.

Laut Umfrage sehen die Hamburger Unternehmen die Unterstützung des Netzausbaus (90 Prozent) als mit Abstand wichtigste politische Maßnahme an, um eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung zu gewährleisten. Außerdem forderten die Unternehmen mit 74 Prozent den Ausbau Erneuerbarer Energien. Dieser Wert liege weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt (48 Prozent). Auch die bürokratischen Hürden müssten mit einer Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren abgebaut werden.

„Besonderes Augenmerk muss den politischen Rahmenbedingungen gelten, die den Marktakteuren verlässliche Investitionssicherheit schafft“, fordert Jörg Dürre. Er sieht die Energiewende als lösbare technische Aufgabe, bei der Politik und Wirtschaft gleichermaßen gefragt sind. „Das ursprünglich auf zentral organisierte, konventionelle Erzeugung ausgelegte Netz muss für kleine und verteilte Lieferanten ertüchtigt werden. Gleichzeitig müssen Unternehmen zur Realisierung der großen Chancen von Strom aus Wind- und Solarenergie ihre Prozesse anpassen. Wo heute noch zeitweilige Überschüsse von Ökostrom nicht im Netz genutzt werden können, werden in der Zukunft die Bereiche Strom, Wärme und Mobilität sowie Flexibilität in der Produktion in der sogenannten Sektorkopplung zusammenwachsen.“ Technische Lösungen zur Nutzung des Stroms seien bereits heute bekannt und würden in Projekten wie NEW 4.0 exemplarisch mit Unterstützung der Handelskammer Hamburg auf die Anwendbarkeit im großen Stile vorbereitet.

(Redaktion)


 


 

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