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Hamburger Wirtschaft

Wirtschaftsförderung zieht erfreuliche Bilanz 2016

Die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH unterstützte 2016 mehr als 500 Unternehmen bei Ansiedlung, Erweiterung, der Immobiliensuche oder bei Genehmigungsfragen. Diese Unternehmen investierten 2016 fast 600 Millionen Euro in Hamburg, knapp doppelt so viel wie im Vorjahr.

Nach Information der HWF wurden 101 Firmen aus dem In- und Ausland neu angesiedelt (66) oder bei ihrer Expansion (35) unterstützt. Drei davon konnten Standorte in der Metropolregion Hamburg vermittelt werden. Dabei seien in Hamburg 1.660 neue Arbeitsplätze entstanden (2015: 1.514) und 5.062 (2015: 5.885) Arbeitsplätze gesichert worden. Hiermit waren Investitionen in Höhe von insgesamt 592 Millionen Euro (2015: 333) verbunden.

Darüber hinaus wurden 400 Unternehmen beraten (2015: 121). Eine besonders starke Nachfrage habe es bei der Beratung von Startups (159) gegeben durch den bei der HWF angesiedelten StartHub Nextmedia gegeben. Wichtigster Auslandsmarkt war China mit 17 Ansiedlungen.

„Unsere Bilanz 2016 ist überaus erfreulich“, sagte HWF-Geschäftsführer Dr. Rolf Strittmatter, „dabei wollen wir aber nicht stehen bleiben und haben deshalb den Service der HWF zum Jahresbeginn 2017 noch weiter ausgebaut. Für Unternehmen aus Industrie & Gewerbe, Forschung & Innovation, Digitale Ökonomie & E-Commerce sowie Dienstleistung & Tourismus gibt es jetzt zusätzliche spezialisierte Ansprechpartner. Hiervon erwarten wir uns weitere positive Effekte“.

Interessante Beispiele für Ansiedlungen und Expansionen am Standort Hamburg

Mindspace, ein internationaler Anbieter von exklusiven Coworking-Spaces aus Tel Aviv, eröffnete im April 2016 seine neuen Büroräume am Rödingsmarkt. Auf mehr als 4.000 Quadratmetern Fläche und 600 Arbeitsplätzen bietet der Coworking-Anbieter für kleine und mittlere Unternehmen, Freischaffende und junge Start-ups eine optimale Infrastruktur mit voll ausgestatteten und hochtechnisierten Arbeitsplätzen.

Der dänische Fachhändler für Unterhaltungselektronik Hi-Fi Klubben hat an der Stadthausbrücke seine erste Filiale in Deutschland eröffnet. 1980 in Aarhus/Dänemark gegründet wurde aus dem ehemals kleinen Club eine erfolgreiche Einzelhandelskette, die ausschließlich Qualitätsprodukte im Bereich Audio und Video verkauft. Es gibt mittlerweile 96 Ladengeschäfte in Dänemark, Schweden, Norwegen und den Niederlanden. Seit 2016 will sich Hi-Fi Klubben in Deutschland etablieren.

Die 2012 gegründete norwegische Xeneta Marketing GmbH ist ein Vergleichsportal für Kosten im Güterverkehr. Mit den Report-Tools können „Frachtkäufer und -verkäufer ihre Preise mit dem Durchschnitts- und dem günstigsten Preis der Branche vergleichen“. Gegenstand der Hamburger Tochter ist die Markteinführung sowie die Vermarktung von Produkten darunter insbesondere Softwareprodukte, die der Beobachtung, dem Vergleich und der Optimierung von Frachtraten dienen.

Windkraftkonzerne aus China werden immer selbstbewusster und drängen nach Europa. In den Top 9 der größten Windradhersteller der Welt befinden sich aktuell vier chinesische Unternehmen. Eines davon, Envision Energy, konnte die HWF in Hamburg ansiedeln. Mit einem zweiten steht die HWF über das HLO Büro in Shanghai in konkreten Ansiedlungsgesprächen. Envision verfügt über vier Standorte in China sowie drei in den USA, einen in Mexiko sowie Dänemark.

Größtes Projekt der HWF war 2016 nach eigenen Angaben der Zuschlag an die Deutsche Post DHL Group (DPDHL) für den Logistikpark HUB+Neuland in Harburg. Die Deutsche Post, der siebtgrößte Arbeitgeber in Hamburg, beschäftigt hier rund 6.500 Menschen. Der HWF sei es 2016 gelungen, das weltweit agierendes Logistik- und Postunternehmen gleich mit zwei Projekten auf städtischen Gewerbegrundstücken bei der Expansion und dem Ausbau von Arbeitsplätzen zu unterstützen. Der Konzern habe das beste Angebot bei einer Ausschreibung des neuen Logistikstandortes „Hub+Neuland“ an der A1 abgegeben. Auf dem rund 25 Hektar großen Areal sollen ab 2020 mehr als 1.200 Arbeitsplätze entstehen. Unter anderem sei ein hochmodernes Mega-Paketzentrum mit einem Investitionsvolumen von mehr als 200 Millionen Euro geplant.

Darüber hinaus sei DPDHL führend beim CO²-freiem Einsatz von Elektroautos in der Endkundenbelieferung und werde diese Fahrzeuge künftig auch in Hamburg einsetzen. Neben den Megazentren würden weitere Unterverteilzentren benötigt. DHL Express werde deshalb im Gewerbegebiet Allermöhe auf einem 30.000 Quadratmeter großen Areal 46 Millionen Euro in ein modernes Betriebs- und Bürogebäude in direkter Nachbarschaft zu weiteren Unternehmensbereichen der Deutsche Post DHL Group realisieren. Der Neubau sei Teil eines umfangreichen Infrastrukturprogramms, mit dem DHL Express seine Produktionsstätten in Deutschland grundlegend modernisiere und erweitere. Rund 300 Beschäftigte sollen dort tätig sein.

Die Firma Delikant Feinkost ist ein spezialisierter Hersteller von Aufstrichen, Füllungen und Toppings für Brotsnacks. Zum Kundenkreis des Unternehmens gehören insgesamt rund 250 Firmen, darunter so renommierte Unternehmen wie Hansebäcker Junge, Backfactory, Aral, Esso, Rewe und Lekkerland. In der firmeneigenen Entwicklungsabteilung werden neue Aufstriche sowie innovative Herstellungsmethoden für neue, verbesserte Produkte entwickelt. Mit der Hochschule Weihenstephan kooperiert das Unternehmen überregional im Bereich der Verbesserung der Gefriertaustabilität von Frischkäse- und Milchprodukten. Delikant Feinkost habe sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt und konnte am Stammsitz in der Schanze die benötigte Unternehmenserweiterung nicht mehr realisieren. Mit dem Umzug ins Industriegebiet Billbrook (Bredowstraße) trage Delikant mit einer anspruchsvollen Gebäudearchitektur erheblich zur angestrebten Aufwertung und Modernisierung des Industriegebiets Billbrook bei. Auf dem knapp ein Hektar großen Industriegrundstück sollen etwa 130 Beschäftigte tätig sein.

Nordex SE ist als Windenergieanlagenhersteller mit mehr als 20 Regionalgesellschaften und Niederlassungen in Europa, Afrika, Asien und den USA vertreten und beschäftigt mehr als 2.900 Mitarbeiter. Mit seinen Dienstleistungen deckt Nordex die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Projektplanung über die schlüsselfertige Windparkerrichtung, bis hin zum Service. Die HWF habe das Unternehmen Nordex im Jahre 2011 neu in Hamburg-Langenhorn angesiedelt. Mit rund 500 Arbeitsplätzen sei dies eine der größten Neuansiedlungen aus dem Bereich Erneuerbare Energien in der Hansestadt gewesen. Das Unternehmen wachse weiter; 2016 habe die HWF Nordex bei der Expansion am Standort begleitet. Auf einer benachbarten Erweiterungsfläche würden etwa 13.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zusätzliche Bürofläche entstehen. Die bereits gegenüber der Ursprungsansiedlung gewachsene Mitarbeiterzahl in Langenhorn von derzeit 750 soll auf etwa 900 Beschäftigte steigen. Das sei somit nahezu eine Verdopplung gegenüber 2011.

Ausblick

Der Arbeitsmarkt in Hamburg hat sich 2016 besser entwickelt als erwartet. Rund 18.000 Arbeitsplätze sind nach Angaben der Agentur für Arbeit neu entstanden. Hamburg profitierte von der hohen Nachfrage nach Arbeitskräften und dem ausgewogenen Branchenmix. Hierzu habe auch die HWF mit ihren Projekten beigetragen. Allerdings erwarte die Bundesagentur für Arbeit für 2017 einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dem werde die HWF durch verstärkte Anstrengungen gegensteuern. Rolf Strittmatter: „Hamburg hat in den letzten Jahren gezielt in den Technologiestandort Hamburg investiert. Jetzt geht es darum, Ergebnisse aus der Forschung in Innovationen umzusetzen und so zukunftsfähige Arbeitsplätze im Norden zu schaffen. Hier wird sich die HWF besonders engagieren“. Darüber hinaus wird die HWF gezielt Unternehmen aus Nordamerika und Asien ansprechen, die aufgrund des geplanten Brexits über eine Verlagerung aus dem Vereinigten Königreich nach Kontinentaleuropa nachdenken.

Norddeutschland als Vorreiter bei der Entwicklung intelligenter Energiesysteme

Im Standortmarketing will sich die HWF gemeinsam mit der Hamburg Marketing GmbH und den Wirtschaftsförderungen in der Metropolregion Hamburg darauf konzentrieren, dem Innovationsstandort Metropolregion Hamburg mehr Profil zu verleihen. Für den 16. Februar 2017 haben die Wirtschaftsförderer deshalb Vertreter aus Politik, Verbänden und Wirtschaft in die Hamburger Landesvertretung nach Berlin eingeladen.

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch, Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg Vorpommern, Stefan Wenzel, Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz des Landes Niedersachsen und Kurt-Christoph von Knobelsdorff, stellvertretender Staatssekretär Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein, stellen Norddeutschland als Vorreiter bei der Entwicklung intelligenter Energiesysteme vor.

(Redaktion)


 


 

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