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Hamburger Wirtschaft

Handelskammer Hamburg bleibt Mitglied der IHK Nord

Die Handelskammer Hamburg will die Zusammenarbeit mit den zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern als Mitglied der IHK Nord fortsetzen und legt damit interne Auseinandersetzungen bei.

Die Handelskammer Hamburg bleibt Mitglied der IHK Nord. Das hat das Plenum in seiner Sitzung am 7. Juni 2918 mit großer Mehrheit beschlossen und „bekennt sich damit ausdrücklich zum hohen Wert der Zusammenarbeit der zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern“, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Vorangegangen waren schwere interne Auseinandersetzungen um die Fortsetzung der Mitgliedschaft in dem norddeutschen Kammerverbund. Ende 2017 hatte Handelskammer-Präses Tobias Bergmann den Entschluss des Präsidiums bekanntgegeben, nach dem die Hamburger Wirtschaftsvertretung die Zusammenarbeit mit den anderen Kammern in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein Ende 2018 aus Kostengründen beenden wolle. Diesen Austrittsentschluss hat das Präsidium zurückgezogen.

In der aktuellen Abstimmung folgten 35 Plenarmitglieder dem Antrag ihres Mitglieds Niels Pirck und des Präsidiums, drei sprachen sich dagegen aus, drei enthielten sich. „Die IHK Nord ist eine wirkungsvolle Interessenvertretung der Wirtschaft im Norden“, bewertete der zuständige Vizepräses Kai Elmendorf die Entscheidung. „Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir jetzt die großen Herausforderungen für die norddeutschen Unternehmen in Angriff nehmen und die volle Schlagkraft entwickeln.“ Dazu trage bei, dass ehrenamtlich engagierte Unternehmen zukünftig aktiver in die Arbeit der IHK Nord eingebunden werden.

Hamburger Wirtschaft fordert gleiche Wettbewerbsbedingungen für Sharing Economy

Das Plenum hat außerdem ein Eckpunktepapier zum Thema Sharing Economy verabschiedet. „Die Hamburger Wirtschaft steht neuen, digitalen Geschäftsmodellen wie im Bereich der „Sharing Economy“ aufgeschlossen gegenüber. Diese fördern die Innovationskraft und die Dynamik des Standortes", sagt Handelskammer-Präses Tobias Bergmann. Gleichzeitig fordere das Plenum von der Politik allerdings gleiche Wettbewerbsbedingungen für neue und klassische Geschäftsmodelle – etwa wenn es um die Vermietung im Bereich der Beherbergung geht. „Um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen und Rechtssicherheit zu schaffen, sollte die Stadt Vereinbarungen mit den Plattformanbietern abschließen“, so Bergmann. „Andere europäische Metropolen wie Amsterdam und Paris haben uns das schon vorgemacht.“ Gegenstand solcher Vereinbarungen sollten Hinweispflichten der Plattformbetreiber sein, mit denen sie ihre Nutzer beispielsweise auf deren rechtliche und steuerliche Pflichten aufmerksam machen. Empfehlenswert im Interesse der Rechtssicherheit ist auch eine Pflicht zur Angabe einer Steuer- und einer Registrierungsnummer bei den jeweiligen Anbietern.

Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des NS-Terrors

Des Weiteren entschieden die Mitglieder des Plenums einstimmig, dass vor dem Gebäude der Handelskammer am Adolphsplatz Stolpersteine verlegt werden. Damit werde früherer Mitglieder des Ehrenamts sowie der Mitarbeiter der Handelskammer gedacht, die im Dritten Reich Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden. Die Handelskammer arbeitet derzeit die eigene Rolle in der dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte auf und hatte hierzu 2016 unter anderem eine ehrenamtliche Stolpersteinkommission eingerichtet. Annett Nack-Warenycia, Vorsitzende der Kommission und Plenarmitglied, begrüßte die eindeutige Entscheidung: „Ein sichtbares Zeichen des Erinnerns an die Opfer aus den eigenen Reihen ist wichtig und überfällig. Auch darüber hinaus bleibt die schonungslose Aufarbeitung der Geschichte unserer Handelskammer im Dritten Reich eine Aufgabe für unsere Organisation.“

Kammerwahl 2020 im Blick

Schließlich beschloss das Plenum mit großer Mehrheit einen Antrag des Plenarmitglieds Dr. Georg Mecke zur Wahlordnung. Danach soll eine noch einzusetzende Wahlkommission die Ordnung für die Kammerwahl 2020 im Hinblick auf die Spiegelbildlichkeit der Hamburger Wirtschaft verfeinern.

(Redaktion)


 


 

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