Weitere Artikel
Hamburger Wirtschaft

Handelskammer-Industriebarometer: Nachfrage aus In- und Ausland auf niedrigem Niveau

Hamburger Industrie verzeichnet Auftragseinbrüche durch die Corona-Pandemie: Fast vier von zehn Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Die Ertragslage hat sich im Sommer für 60,3 Prozent der Befragten im Vergleich zum Frühling noch einmal verschlechtert.

Stand die Industrie in der Frühjahrsbefragung der Handelskammer noch vergleichsweise gut da, sei die Situation nun ähnlich angespannt wie bei der gesamten Hamburger Wirtschaft. „Die Hamburger Industrieunternehmen leiden unter der schlechten Auftragslage“, sagt Wilfried Baur, Vizepräses der Handelskammer Hamburg. „Die niedrige Nachfrage aus dem In- und Ausland ist aktuell das größte Geschäftsrisiko der Unternehmen. Die eingebrochenen Umsätze führen zu Personalabbau und schränken den Spielraum der Betriebe für Investitionen erheblich ein. Diese werden in der Branche jedoch dringend benötig“.

Das Industriebarometer ist eine jährliche Sonderauswertung im Rahmen des vierteljährlich erscheinenden Hamburger Konjunkturbarometers. An dieser Befragung nehmen jeweils rund 100 Industrieunternehmen (Produzierendes Gewerbe) teil.

Lediglich 3,4 Prozent der befragten Industrieunternehmen planten Personal einzustellen, dagegen gehe knapp ein Drittel (31,4 Prozent) von einer Personalreduzierung aus. Etwa die Hälfte der Industrieunternehmen (50,5 Prozent) plant geringere Investitionsausgaben.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weltweit schlecht und globale Lieferketten teilweise eingeschränkt. Die Hamburger Industrie ist davon laut Umfrage erheblich betroffen: 42,9 Prozent der exportierenden Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine Verringerung ihrer Exporte. Nur 21,7 Prozent rechnen mit einer Verbesserung.

„Die derzeitige Krise hat deutlich gemacht, welche Bedeutung nachhaltige und resiliente Lieferketten für unsere Wirtschaft und Produktionsverhältnisse haben“, betont Baur. „Der Wiederaufbau der Wirtschaft, insbesondere im industriellen Bereich, sollte daher konsequent genutzt werden, um Zukunftstechnologien zu fördern. Dies betrifft sowohl die Digitalisierung, den Einsatz von künstlicher Intelligenz und von additiven Produktionstechniken, als auch den Klimaschutz und die Ressourceneffizienz.“ Allerdings dürfe dies nicht zu verschärften ordnungsrechtlichen Vorgaben mit erhöhtem bürokratischem Aufwand führen oder zu Lasten notweniger Infrastrukturmaßnahmen gehen.

(Redaktion)


 


 

Hamburger Wirtschaft
Hamburger Industrie
Handelskammer Hamburg
Corona-Pandemie
Corona-Krise
Handelskammer-Industriebarometer
Hamburger Konjunkturbarometer

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Hamburger Wirtschaft" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: