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Unabhängig und sein eigener Chef sein: hohes Potenzial an Existenzgründungen

Der Sprung in die Selbstständigkeit ist in Hamburg für viele Erwerbstätige eine Option. Entgegen der deutschlandweit anhaltend sinkenden Gründungstätigkeit, steigt in der Hansestadt das Interesse am Thema Existenzgründung. Neben innovativen, digitalen Start-ups dominieren Gründungsvorhaben in der Medien- & Kreativwirtschaft. Hauptmotivation für Gründungswillige sind der Wunsch nach Unabhängigkeit und die Perspektive auf bessere berufliche Karrieremöglichkeiten.

Wie die hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative mitteilt, verzeichnete sie bei der Anzahl an Erstkontakten durch Gründungsinteressierte im ersten Halbjahr 2018 eine Steigerung von knapp 10 Prozent. Die städtisch geförderte Beratungseinrichtung der Hamburger Wirtschaft ist die zentrale Anlaufstelle für Gründungsinteressierte und berät seit mehr als 20 Jahren branchenübergreifend.

Insgesamt fanden laut hei. von Januar bis Juni 598 Beratungen statt, 349 davon im persönlichen Gespräch. Bei der Branchenbetrachtung unter den Kunden der Initiative waren Gründungsinteressierte aus dem Bereich Medien- & Kreativwirtschaft (dazu zählen etwa Journalismus, Verlagswesen, Werbung/PR, Architektur, Kunst, Musik) mit 29 Prozent am stärksten vertreten, mit 19 Prozent gefolgt von den Bereichen Beratung & Bildung (Coaching, Training), 13 Prozent Handel (Einzel- und Onlinehandel) und Dienstleistungswirtschaft (12 Prozent).

Frauen haben ein höheres Informationsinteresse, ein Drittel der Gründer sind arbeitslos

Gleichbleibend zu den Vorjahren bestätige sich auch 2018 der Trend, dass Frauen sich häufiger über Gründungen informieren, so die Beratungsinitiative. Von den in der Datenbank der Gründungsinitiative erfassten Erstkontakten waren demnach 57 Prozent weiblich. Die Zahl der an dem Thema Gründungen interessierten Arbeitslosen lag leicht erhöht bei rund 34 Prozent (plus 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Gründer im mittleren Alter sei am häufigsten vertreten: 42 Prozent der Beratungsteilnehmer im ersten Halbjahr 2018 waren zwischen 30 und 39 Jahre alt, gefolgt von den 40- bis 49-jährigen (25 Prozent) und den 21- bis 29-jährigen (19 Prozent).

Gründe für eine Existenzgründung sind unabhängig Arbeitsmarkt-Bedingungen

Die Gründe für den Schritt in eine berufliche Selbstständigkeit verändern sich. Nannte im Vorjahr der größte Teil der befragten Gründungsinteressierten „flexiblere Arbeitszeiten“ als Hauptgrund, so steht im ersten Halbjahr 2018 das Thema „Unabhängigkeit und sein eigener Chef sein“ an oberster Stelle (60 Prozent). 45 Prozent nennen eine „bessere berufliche Karriere“ als ihre Motivation für die Gründung, gefolgt von einer „guten Geschäftsidee“ (38 Prozent), „besseren Verdienstmöglichkeiten“ (36 Prozent) und „flexibleren Arbeitszeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ (34 Prozent). Lediglich 12 Prozent gaben „drohende Arbeitslosigkeit“ als Beweggrund für eine Existenzgründung an, 10 Prozent nannten den Grund „wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt“.

Weiterbildung rund um Existenzgründung ist stark nachgefragt

Neben der branchenübergreifenden Erstberatung erhalten Gründungsinteressierte bei der hei. das von der Stadt Hamburg geförderte Scheckheft mit Coachingprogramm „Selbstständigkeit kann man lernen“. Die Seminarteilnahme wird mit 500 Euro in Form von Wertschecks unterstützt, das heißt, zwei Drittel der Seminargebühren werden über die Schecks bezahlt. 500 dieser Scheckhefte stehen laut hei. jährlich zur Vergabe zur Verfügung. Im ersten Halbjahr 2018 wurden bereits 343 Scheckhefte vergeben. Zwischen knapp 100 Seminaren können Scheckheftbesitzer wählen – angefangen bei allgemeinen Themen wie Businessplan oder Gründung im Nebenerwerb über Themen aus dem Bereich Marketing und Vertrieb bis hin zu spezifischen Rechts-, Steuer- oder Versicherungsfragen. Die Voraussetzungen zur Bewilligung eines Scheckhefts: Der Gründungsstandort ist Hamburg, man darf bisher nicht länger als zwei Jahre selbstständig gewesen sein und muss zur geplanten Gründungsidee passendes Fachwissen mitbringen.

(Redaktion)


 


 

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