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Handelskammer Hamburg

Kultur als Standortfaktor in Hamburg

Im Rahmen der Veranstaltung „Kultur und Wirtschaft im Dialog: die Kulturmetropole im Blick“ sprachen bekannte Podiumsgäste über die Wechselwirkung beider Bereiche in der Hansestadt. Auch wurden die Erkenntnisse aus der Umfrage „Erster Hamburger Kulturindex“ zum kulturellen Engagement hamburgischer Unternehmen in der Hansestadt vorgestellt.

Über den Standortfaktor Kultur diskutierten am 30. April 2013 in der Handelskammer prominente Akteure: Martin Heller, Geschäftsführer von der Heller Enterprises GmbH und Kurator der Internationalen Bauausstellung (IBA), Dr. Rainer Esser, Leiter der Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG sowie Marc Frenzel, Geschäftsführer der Wicked Newmedia GmbH und die Gründerin des Elbjazz-Festivals, Tina Heine. Es moderierte Prof. Dr. Gesa Birnkraut, Vorsitzende des Handelskammer-Ausschusses für Kultur und Wirtschaft.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Klimaindikators der Handelskammer (siehe unten) tauschten sich die Experten darüber aus, welche Rolle der Faktor Kultur in Hamburg spielt. Inwieweit ist Hamburg als Kulturmetropole einzustufen? Was versprechen sich Kultur und Wirtschaft jeweils davon? Wie lässt sich eine positive Wirkung von Kultur-Engagement stärken?

Ein Plädoyer für Kulturmanagement

In einem Impulsreferat plädierte Martin Heller – Unternehmer in der Kultur- und Kreativwirtschaft, Intendant der Kulturhauptstadt Linz 2009 und Ausstellungsmacher – für den Ausbau des Dialogs von Wirtschaft und Kultur sowie den dazwischen liegenden Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft. Der gegenseitige Blick sei wichtig. Insgesamt gebe es das Thema erst seit etwa Ende der 1980er-Jahre und doch sei das Beziehungsfeld heute bereits stark standardisiert. Für ihn liegen die Chancen im Zwischenfeld der Kultur- und Kreativwirtschaft, weil dieses mehr mit Leben zu tun habe als die reine Kultur.

Aus dem Dialog zwischen Kultur und Wirtschaft solle ein beiderseitiger Nutzen entstehen, so Heller. Für die Kultur liegen die Vorteile dabei auf der Hand: finanzielle Mittel in Zeiten knapper werdender Unterstützung aus der öffentlichen Hand. Für die Wirtschaft lasse sich der Nutzen nicht so einfach erklären, hier könne eine kluge Perspektive die Vorteile aufzeigen. Dabei sei es wichtig zu verstehen, was Kultur genau bedeutet. So gebe es verschiedene Kulturbereiche mit jeweils sehr unterschiedlichen Beschaffenheiten und Zugängen, die es zu erkennen und verstehen gilt.

Auch sei es wichtig, zu verstehen, was Wirtschaft in diesem Kontext heiße und mit welchen Akteuren Kulturschaffende zusammentreffen. Zum Beispiel mache es einen Unterschied, ob man einen örtlichen Lebensmitteldiscounter für ein lokales Projekt gewinnen wolle oder eine Bank für eine Ausstellung von überregionalem Interesse; alle Welten müssen unterschiedlich angesprochen werden.

„Sie haben das Gefühl, Sie sind in der Steinzeit gelandet“, beschrieb Martin Heller als Beispiel die Situation im österreichischen Linz im Vorfeld der Ernennung zur Kulturhauptstadt. So gab es dort große Vorurteile, bevor das fruchtbare Miteinander von Kultur und Wirtschaft als eine große Chance genutzt werden konnte. Wichtig sei, betonte Heller, dass Kulturschaffende deutlich machten, dass sie verlässliche Partner sind, dass sie es verstehen, richtige Verträge abzuschließen und sich Marketingmaßnahmen auch bei Kulturpartnern umsetzten lassen.


 


 

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