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Handelskammer Hamburg

Kultur als Standortfaktor in Hamburg

Was können wir tun, um die Stärken zu stärken?

Leidenschaft, Mut und Unternehmen als Partner sind laut Heine, die selbst das Elbjazz-Festival aus der Taufe gehoben hat, die Zutaten für erfolgreiche Kultur-Projekte: „Das Potenzial auf beiden Seiten zusammenzubringen, ist eine große Chance“.

Heller bestätigte aus seinen Erfahrungen in Österreich und der Schweiz heraus, dass eine Stadt sich ändern könne, aber das müsse politisch gewollt sein. Es stelle sich auch die Frage, wie man Neugier und Mut entfachen könne. Aus seiner Sicht liegt das Potenzial bei kleinen und mittleren Unternehmen, die (noch) nicht in der Kultur aktiv sind. Um diese Unternehmen zu erreichen müsse man beispielsweise „Fahrpläne“ für Kooperationen entwickeln.

Die Erhöhung der medialen Aufmerksamkeit, war ein weiterer Aspekt, den Frenzel aufgriff. Und Esser ergänzte, dass die Stadt mit ihrem Angebot fantastische Voraussetzungen habe. Jetzt sei die Politik gefragt. Der Bürgermeister habe einen Medienbeauftragten installiert, er müsse auch die Kultursenatorin stärker ins Boot holen. Veränderungen müssten von oben kommen; Senat und Politik bestimmten die Stadt.

Heller differenzierte abschließend die Podiums-Themen. So sei das vorher Gesagte eine Stimulans des laufenden Betriebs. Es müssten jedoch auch andere Ebenen erreicht werden. Nicht nur die Politik sei relevant, sondern auch Politikbündnisse beispielweise mit der Handelskammer. Man müsse herausfinden, was man will. „Beteiligung mit Hirn und Geld“ wäre ein Zeichen für Hamburg. Eine Stadt brauche Zwang von außen, um herauszufinden, wohin es gehen soll – wie beispielsweise die Ernennung der Stadt Linz zur Kulturhauptstadt. Heine empfahl zudem, Formate wie die Handelskammer-Veranstaltung fortzusetzen und das Thema an Entscheider heranzutragen und laufend darüber zu sprechen.

Die Diskussionsrunde hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Kultur- und Kreativwirtschaft als Standortfaktor zu betrachten und eng mit Wirtschaft und Politik zu verzahnen. Im Sinn einer lebendigen und innovativen Kulturlandschaft in der Hansestadt ist es wünschenswert, das vorhandene Potenzial für die Bürger wie auch für alle anderen Beteiligten noch besser zu nutzen und einen fruchtbaren Boden für eine vielfältige Kulturproduktionen zu bereiten, aus denen sich auch weitere Projekte mit überregionaler Strahlkraft entwickeln können.

Die Ergebnisse des Hamburger Kulturindex

Kultur ist ein bedeutender Wirtschafts-, Standort- und Innovationsfaktor für die Hansestadt. Das hat eine aktuelle Umfrage der Handelskammer unter 1.500 Hamburger Unternehmen ergeben (wir berichteten). Dieser Klimaindikator soll die Bedeutung des Standortfaktors Kultur für die Wirtschaft und das kulturelle Engagement messen. Aus Sicht der befragten Unternehmen prägen besonders Musicals, das Hamburger Ballet und Theater das kulturelle Profil der Hansestadt. Im oberen Mittelfeld rangieren Museen sowie Club- und Livemusik, gefolgt von klassischen Konzerten und Oper. Am wenigsten Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung der Hamburger Kultur haben Kinos, Literaturveranstaltungen sowie die Galerien- und Kunstszene.

Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen (56 Prozent) schätzen das Kulturangebot als wichtigen Faktor ein, um qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Hinsichtlich einer Förderung von Kultur sind etwa ein Drittel der befragten Betriebe selbst aktiv tätig. Mit 45, 1 Prozent nannten sie eigene Initiativen und Projekte als häufigste Form der Unterstützung.

(Tanja Königshagen)


 


 

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Heller
Martin Heller
Dr. Rainer Esser
Elbjazz-Festivals Tina Heine
Dr. Gesa Birnkraut

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