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Handelskammer Hamburg

Senatsempfang und Festakt zum 350. Jubiläum der Kammer

Anlässlich des 350-jährigen Bestehens der Handelskammer Hamburg fand am 19. Januar 2015 ein vormittäglicher Senatsempfang im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses statt. Am Abend hatte die Kammer zur Festveranstaltung in ihr Gebäude am Adolphsplatz eingeladen. Ehrengast und Hauptredner des Abends war Bundespräsident Joachim Gauck. Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und dem Konsularischen Korps waren den Einladungen gefolgt.

Feierlicher Festakt in der Handelskammer

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte in seiner Rede bei der Festveranstaltung der Handelskammer Hamburg zu ihrem 350-jährigen Bestehen Rolle und Bedeutung der ältesten Selbsthilfeorganisation der deutschen Wirtschaft. Vor 1.500 geladenen Gästen im Börsensaal der Handelskammer sagte der Ehrengast: „Ich bin Ihrer Einladung, heute zu sprechen, gern gefolgt. Zum einen gibt mir dieses Jubiläum Gelegenheit zu fragen, was die Stabilität dieser Institution ausmacht. Die schlichte Antwort darauf lautet: Die Kammern, hier und andernorts, wurden gebraucht, so wie sie heute gebraucht werden – als politische Interessenvertretung der heimischen Wirtschaft, als Motoren von Standortpolitik, als Berater und Unterstützer von Existenzgründern und nicht zuletzt als eine wichtige Säule unseres beruflichen Bildungswesens, das – wie wir wissen – ein unschätzbarer Erfolgsfaktor unserer Wirtschaft ist.

„Die Handelskammer will Ideenwerkstatt und Reformmotor sein“, sagte Bundespräsident Gauck weiter. „So steht es in ihrem Leitbild. Das ist Traditionspflege und Zukunftsstrategie in einem. Eine Zukunft, die von Erfolg und Stabilität geprägt ist, kommt nicht von alleine. Sie lebt von Voraussetzungen. Aber hier in Hamburg, hier bei der Handelskammer, sind Ihnen derartige Voraussetzungen bekannt, bringen Sie etwas mit, was es nicht überall gibt. Sie können schöpfen aus einer Vergangenheit, die ein Schatz ist. Wer auf einem stabilen Fundament von bewährten Grundüberzeugungen steht, wer sich einwebt in das Netzwerk der Zivilgesellschaft, wer sich beharrlich dem Gemeinwohl verpflichtet, wer den regelbasierten Freihandel als politischen Wesenskern fortentwickelt, und wer beständig Bildung und Entdeckergeist fördert, dem braucht um die Zukunft nicht bange zu sein. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: Viel Erfolg für die nächsten 350 Jahre!“

Handeln für Hamburg

Der Präses der Handelskammer Hamburg Fritz Horst Melsheimer sagte in seiner Rede zu Identität und Vision der Handelskammer: „Unser Markenkern lautet: Wir beraten Unternehmen, wir bündeln Interessen, wir bilden Menschen. Unternehmen beraten heißt, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen von der Existenzgründung bis zur Krise Hilfestellungen zu geben und dem Mittelstand förderliche Rahmenbedingungen sicherzustellen. Interessen bündeln bedeutet, für eine leistungsfähige Infrastruktur einzutreten, für gesunde öffentliche Finanzen und ein gerechtes Steuersystem – und für Investitionen in Forschung und Entwicklung zu sorgen. Das ist die Quelle unseres künftigen Wohlstandes. Für die Zukunft stehen auch die Menschen, die wir heute bilden und ausbilden. Die Duale Berufsausbildung ist eine der besten Erfindungen unseres Landes, und ich bin stolz darauf, welchen Beitrag die Industrie- und Handelskammern hierzu leisten. Im Falle unserer Handelskammer kommt inzwischen eine eigene duale Hochschule hinzu. Unsere Gemeinwohlbindung kommt in unserem obersten Leitsatz zum Ausdruck: Wir handeln für Hamburg!

Senatsempfang im Hamburger Rathaus

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft Carola Veit hatten bereits am Vormittag zahlreiche Gäste zum Senatsempfang im Rathaus begrüßt. „In den 350 Jahren ihres Bestehens hat die Handelskammer die Hamburger Geschichte mitgeprägt. Sie hat Industrialisierung und Handel gefördert und nicht zuletzt das vorangetrieben, was man ‚Internationalisierung und Globalisierung der Stadt‘ nennen könnte“, so Scholz. Im Namen der ganzen Stadt dankte Scholz der Handelskammer Hamburg für die „unermüdliche, intensive, wenn nötig kontroverse, immer zielstrebige Mitarbeit im Laufe von 350 Jahren“.

Veit stellte in ihrer Rede fest: „Ohne diese älteste Handelskammer Deutschlands wäre Hamburg nicht die Metropole, die sie heute ist. Die Handelskammer war ein wichtiger Faktor für den wirtschaftlichen Aufstieg unserer Heimatstadt in der Neuzeit. Dass ihr 350-jähriges Bestehen eine Erfolgsgeschichte ist, verdankt die Kammer der Fähigkeit, sich stets neuen Gegebenheiten zu stellen und diese aktiv mit zu gestalten.“

Erste deutsche Handelskammer

Die Hamburger Handelskammer ist die erste deutsche Handelskammer. Seehandel treibende Hamburger Kaufleute gründeten 1665 die Commerz-Deputation mit dem Gedanken der Selbsthilfe gegen die zunehmende Piraterie, nachdem sich die seit 1623 agierende Hamburger Admiralität als nicht wirkungsvoll zeigte. Die von der Commerz-Deputation betriebenen Kriegsschiffe bekämpften die Piraterie dagegen höchst erfolgreich. Die Commerz-Deputation wurde 1867 in „Handelskammer Hamburg“ umbenannt.

Heute vertritt die Handelskammer als Selbstverwaltung der gewerblichen Hamburger Wirtschaft die Interessen von mehr als 166.000 Unternehmen (Pflichtmitgliedern) gegenüber Politik und Verwaltung. Die Kammer sieht sich als kundenorientierter Dienstleister für die Mitgliedsfirmen und unabhängiger Anwalt von Markt, Wettbewerb und Fair Play.

Mehr als 700 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Industrie, Handel und Dienstleistungen engagieren sich in der Kammer als gewählte Vertreter ihrer Branchen ehrenamtlich in über 30 Gremien und tragen entscheidend zur Meinungsbildung der Handelskammer bei. Außerdem nehmen 4.000 ehrenamtliche Unternehmensvertreter die Prüfungen in der dualen Berufsausbildung ab, die der Staat der Handelskammer per Gesetz als hoheitliche Aufgabe übertragen hat.

(Redaktion)


 


 

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