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Handwerk

Lehrstellenbörse: Mehr als 1.000 offene Ausbildungsplätze für 2017 und 2018 in Hamburg

Kurz entschlossene Schulabgänger haben noch gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz im Hamburger Handwerk. Parallel zeigt eine Befragung der Handwerkskammer, dass die Auszubildenden zum weit überwiegenden Teil mit ihrer Berufswahl sehr zufrieden sind.

Viele Schülerinnen und Schüler können sich gar nicht vorstellen, wie vielfältig die Berufsmöglichkeiten im Handwerk sind. Ein Blick auf die Internetseite www.lehrstelle-handwerk.de zeigt, dass sich von A bis Z ein breiter Bogen spannt.

Viele Hamburger Handwerksbetriebe bieten ihre Ausbildungsplätze auch über die Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer auf www.lehrstelle-handwerk.de an. Aktuell sind dort 1.065 freie Lehrstellen zu finden, davon 955 für einen Beginn 2017 und 110 schon für 2018 (Stand 31. Mai 2017).

Befragung von Azubis im zweiten Lehrjahr

Die Handwerkskammer Hamburg befragt seit 2008 jährlich die Azubis zu Beginn des zweiten Lehrjahres; in der aktuellen Umfrage von 2016 zusätzlich die im dritten und vierten Lehrjahr. Das Ergebnis auf den Punkt gebracht: Duale Ausbildung führt bei den Auszubildenden offensichtlich zu einer hohen Zufriedenheit, was die Berufswahl betrifft.

Bei der jüngsten Auszubildenden-Umfrage der Handwerkskammer Hamburg gaben 91,2 Prozent positive Noten für den betrieblichen Teil ihrer Ausbildung. Das ist gegenüber bereits 81,0 Prozent bei der Vorjahresbefragung unter den Lehrlingen aus dem zweiten Lehrjahr eine deutliche Steigerung.

Aktuell äußerten sich 44,8 Prozent der Befragten aus dem zweiten Lehrjahr sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung im Handwerksbetrieb (Vorjahr: 34,8 Prozent), 46,4 Prozent waren zufrieden (Vorjahr: 46,2 Prozent). Mit 85,6 Prozent bewertete die große Mehrheit der Jugendlichen auch den Theoriepart in der Berufsschule positiv (Vorjahr: 81,9 Prozent), 31,2 Prozent waren sehr zufrieden (25,0 Prozent), 54,4 Prozent zufrieden (56,9 Prozent).

67,2 Prozent der Auszubildenden freuen sich, eine Lehre in ihrem Wunschberuf gefunden zu haben (Vorjahr: 62,3 Prozent). Weitere 30,4 Prozent urteilen, ihre Ausbildung sei zu ihrer ursprünglichen Vorstellung eine gute Alternative (Vorjahr: 31,6 Prozent). So gaben denn auch 80,9 Prozent an, nach der Ausbildung im gewählten Beruf bleiben zu wollen (kein Vorjahreswert, weil erstmals abgefragt). Den Meistertitel nach dem Gesellenbrief streben 48,1 Prozent der männlichen Auszubildenden an und 28,9 Prozent der weiblichen Auszubildenden. Die Aufstiegsfortbildung zu Meister oder Meisterin planen 51,5 Prozent der Azubis mit Migrationshintergrund und 39,4 Prozent der Azubis ohne Migrationshintergrund.

„Spaß am Beruf“ – „gute Zukunftschancen und Sicherheit“

Für die Berufswahl war mit 53,6 Prozent das wichtigste Kriterium der „Spaß am Beruf“ (Vorjahr: 63,4 Prozent). Merklich an Bedeutung gewonnen hat der Aspekt „gute Zukunftschancen und Sicherheit“ mit jetzt 41,6 Prozent (Vorjahr: 36,8 Prozent). Eine hohe Ausbildungsvergütung spielt dagegen mit 0,0 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent) der Angaben keine Rolle. Die Empfehlung der Eltern war für 3,2 Prozent der Befragten wichtig (Vorjahr: 2,1 Prozent).

Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, erklärt: „Wer einmal ins Handwerk gefunden hat, der bleibt gern dabei. Im Handwerk zählt der ganze Mensch: seine Persönlichkeit, seine Fähigkeiten, seine Motivation und Leistung.“ Katzer bekräftige den Appell des Handwerks, Studium und duale Ausbildung endlich als gleichwertige Berufsbildungswege anzuerkennen: „Es ist zur kollektiven Überzeugung geworden, Abitur und Studium seien der einzige Weg zu Erfolg und Karriere. Doch so verschieden die Menschen sind, so verschieden sind auch ihre Begabungen und Fähigkeiten. Diese vielfältigen Talente gilt es zu entdecken und zu fördern. Das ist unsere Verantwortung gegenüber der nachfolgenden Generation.“ Eine wichtige Rolle spiele dabei die Berufsorientierung an den Schulen. Die Handwerkskammer verfolge aufmerksam die Umsetzung des Senatskonzepts zur Berufsorientierung in den Oberstufen, insbesondere die dafür erforderliche Fortbildung der Lehrkräfte.

Ein Drittel mit Migrationshintergrund

Die aktuelle Azubi-Umfrage belegt die Willkommenskultur im Hamburger Handwerk. Der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund liegt derzeit bei 29,5 Prozent (Vorjahr 30,6 Prozent). Unter den Azubis, die ihren Schulabschluss in Hamburg abgelegt haben, bejahen sogar 33,2 Prozent die Frage: „Sind Sie oder ein Elternteil im Ausland geboren?“ (Vorjahr: 31,1 Prozent).

Mit 69,8 Prozent haben die meisten Hamburger Handwerks-Azubis ihren Schulabschluss in der Hansestadt gemacht (Vorjahr: 69,3 Prozent), die übrigen im Umland und in anderen Bundesländern.

36 Prozent haben weniger als einen Monat nach ihrer Lehrstelle gesucht (Vorjahr: 44,4 Prozent). 28,8 Prozent suchten bis zu drei Monate (Vorjahr: 23,5 Prozent), 20,8 Prozent bis ein halbes Jahr (Vorjahr: 12,8 Prozent), die übrigen länger.

Der Vergleichbarkeit zu den Vorjahren halber sind in der aktuellen Umfrage vorrangig die Antworten der Azubis aus dem zweiten Lehrjahr angegeben. Die Antworten der Gesamtgruppe zweites bis viertes Lehrjahr sind in der Tendenz gleich. Insgesamt wurden 3.485 Azubis angeschrieben.

Kontaktdaten und Info-Abend

Infos gibt es unter www.hwk-hamburg.de/nachwuchs, und Beratung zu Ausbildungsfragen bekommen Jugendliche beim Team „Nachwuchs im Handwerk“, Telefon 040 35905-455, E-Mail [email protected] Unschlüssige sollten sich außerdem den Info-Abend „Endspurt zur Lehrstelle“ am Dienstag, 27. Juni 2017, von 17 bis 19 Uhr in der Handwerkskammer, Holstenwall 12, vormerken.

(Handwerkskammer Hamb Redaktion)


 


 

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