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Handwerksrechnungen auch bei Neubauten steuerlich abzugsfähig

Der Lohnanteil von Handwerkerrechnungen ist steuerlich abzugsfähig. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs gilt das gilt nicht nur für Erhaltung, Sanierung und Reparatur, sondern auch für Neubauten.

Unter der Überschrift „Volle Auftragsbücher: Hilfe, die Handwerker werden knapp!“ berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (19. Oktober 2013) von derzeit vollen Auftragsbücher n im Handwerk berichtet und als Grund die Niedrigzinsphase und die dadurch gestiegene Investitionsneigung von Immobilienbesitzern erkannt.

Der Grund für diese Auslastung liegt auch im Paragraph 35a Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes begründet, nach dem die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen die tarifliche Einkommensteuer um 20 Prozent und maximal 1.200 Euro ermäßigt. Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit sind neben dem Antrag eine offizielle Rechnung des Handwerksbetriebs und die unbare Überweisung des Rechnungsbetrags.

Der Bundesfinanzhof hat in einem Urteil im Jahr 2011 entschieden, dass diese Vorschrift nicht nur für Erhaltungsmaßnahmen anzuwenden ist, sondern auch für Neubauten gilt, für die Handwerksleistungen in Anspruch genommen wurden (Urteil vom 13. Juli 2011, VI R 61/10). Für die bundesweite Anwendung in vergleichbaren Fällen hatte das Bundesfinanzministerium durch die Veröffentlichung des Urteils im Bundessteuerblatt (BStBl 2012 II S. 232) gesorgt.

Trotz der eindeutigen Rechtsprechung und Verwaltungsanweisung legen zahlreiche Finanzämter die gesetzliche Regelung wörtlich aus und erkennen ausschließlich Erhaltungsmaßnahmen zum Abzug an. Neubaumaßnahmen wie zum Beispiel die Errichtung einer Garage, eines Wintergartens, der zusätzliche oder neue Einbau von Heizungen und Dachausbauten werden oftmals abgelehnt.

Tipp: Steuerpflichtige, die ihren Immobilienbesitz ausbauen und so für die vollen Auftragsbücher der Handwerksbetriebe sorgen, können bei Ablehnung des Steuerabzugsbetrags durch das Finanzamt Einspruch einlegen und auf das im Bundessteuerblatt veröffentlichte BFH-Urteil und das angekündigte BMF-Schreiben verweisen.

(Redaktion)


 


 

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