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Hanseatic

Hier werden Schweizer zu Hanseaten

Abenteuerromantik vermittelt die „Hanseatic“ auf ihren Erlebnisreisen – und die Gäste identifizieren sich mit der Repräsentantin der Hansestadt Hamburg. Für ihren Mix aus Service, Expeditionslust und phantasievoller Küche wurde sie zum „Schiff des Jahres 2009“ gewählt.

Kapitän Thilo Natke wickelt die Namensliste der 154 Passagiere und 124 Besatzungsmitglieder nebst einer englisch geschriebenen Grußadresse in die Hamburger Flagge ein. Dann schiebt er die Rolle in ein druckgeschütztes Edelstahlrohr und wirft es über Bord. „Ein Hallo an die unbekannten Wesen der Tiefe“, sagt der Kommandant der MS „Hanseatic“. Offiziere und Gäste lassen auf dem Sonnendeck die Sektkelche klingen und bringen ein Hoch aus auf den Marianengraben im westlichen Pazifik, die tiefste Stelle des Weltmeeres.

„Mehr als elf Kilometer Salzwasser unter unseren Füßen“, sagt ein Amtsrichter a. D. aus Halle/Westfalen andächtig: „Das muss man sich mal vorstellen.“ Solche Vorstellungen geben das Feuer her, das Sachsen, Bayern, Österreicher und selbst Schweizer zu Hanseaten schmiedet, genauer „Hanseatic“-Patrioten. „Das einzige Expeditionsschiff mit fünf Sternen bringt Sie den Wundern unserer Erde ganz nah“, so das Programm von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten in Hamburg. Es wächst sich unter den meisten Bordgästen schon nach kurzer Zeit zum Glaubensbekenntnis aus. Die Corporate Identity zeigt sich auch in vom Schiff gestellten roten Parkas für rauhes Wetter und gipfelt schließlich in einer eigenen „Hanseatic“-Hymne, intoniert vom Mannschaftschor zu feierlichen Anlässen.

Ihre mit Abenteuerromantik gewürzten Erlebnisreisen in entlegene polare und tropische Gewässer sowie ein reibungsloser Service, gepaart mit einer phantasievollen Küche, trugen der „Hanseatic“ den Titel „Schiff des Jahres 2009“ ein, vergeben vom „Schlummer Atlas“.

Die Betonung des Konzepts liegt auf Wissen, Forschen, Beobachten entsprechend der Bezeichnung der Decks, von oben nach unten „Observation“, „Bridge“, „Explorer“, „Marco Polo“, „Amundsen“ und schließlich „Darwin“ geheißen. In dessen gleichnamiger Halle zelebriert die Handvoll wechselnder Experten, Lektoren genannt, kluge Vorträge zur Vor- und Nachbereitung der Einsatzgebiete.
Und die können sich sehen lassen. Etwa auf Darwins Spuren von Ushuaia am Kap Hoorn die chilenische Küste nordwärts bis Valparaiso und von dort über die Robinson-Crusoe-Insel zur einsamen Osterinsel. Oder von Nome in Alaska durch die legendäre Nordwestpassage an Kanada und Grönland vorbei bis nach Island. Für diesen rund 5000 Kilometer langen Seeweg musste der Erstbefahrer Roald Amundsen von 1903 bis 1906 zweimal überwintern.

Die „Hanseatic“ aber macht den maritimen Marathon in 25 Tagen und lässt ihre Gäste dabei mittels ihrer Barkassen und Schlauchboote 18 mal an Land – für die einen ein Erlebnisrausch, für andere eine Ochsentour. Letztere haben Gelegenheit, sich in den drei Bars zu erholen oder statt des Ausflugs einen Panoramablick aus der „Observation Lounge“ zu werfen. Müßig zu erwähnen, dass das Restaurant, die vier Suiten und die 88 Außenkabinen sowie Pool, Sauna und Fitnessraum den Standards eines Fünfsterneschiffs genügen. Freilich die Atmosphäre an Bord: Sie sei auf der Expeditionsschwester „Bremen“ durch deren philippinisches Personal herzlicher und authentischer, meinen langgediente Hapag-Lloyd-Kreuzfahrer. Hingegen sei bei den weitgehend deutschen Servicekräften der „Hanseatic“, wohl eine Verpflichtung gegenüber dem fünften Stern, das Lächeln „meist nur Routine“.

(Redaktion)


 


 

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