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Sponsoring-Betrugsskandal

Henkel reichte Klage gegen Brawn ein

Im Betrugsskandal um den Sponsoring-Vertrag über 90 Millionen Euro, den der Formel1-Rennstall Brawn/Daimler beim Henkel-Konzern reklamiert, nimmt das Düsseldorfer Unternehmen jetzt Stellung - und formuliert harte Vorwürfe gegen Brawn. business-on.de dokumentiert die Stellungnahme:

"Ein Betrugsfall, in dem die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen den einschlägig vorbestraften Willy Luchs und einen ehemaligen Mitarbeiter des Henkel-Konzerns ermittelt, hat ein größeres Ausmaß erreicht.

Brawn hat mit der niederländischen Briefkastenfirma des einschlägig bekannten Betrügers Willy Luchs einen 3-Jahres Sponsoringvertrag im Umfang von 90 Mio. Euro abgeschlossen. Ein ehemaliger Henkel-Mitarbeiter soll die Erfüllung des Vertrags mit einer Garantieerklärung zulasten Henkels abgesichert haben.

Es ist jedoch völlig unüblich anzunehmen, dass ein Mitarbeiter aus der fünften Managementebene eines DAX-Konzerns Dokumente dieser Dimension ohne Einschaltung anderer Stellen im Unternehmen, wie Finanzen, Marketing oder Recht, hätte alleine verhandeln oder unterzeichnen dürfen. Wäre der Rennstall einfachsten Sorgfaltspflichten nachgekommen, hätte bereits eine simple „Google“-Recherche die kriminelle Vergangenheit von Willy Luchs und entsprechende Warnhinweise aufgezeigt.

Sponsoring-Absichten wurden schon im September dementiert 

Henkel hat Daimler bereits am 28. September 2009 auf Nachfrage von Daimler darauf hingewiesen, dass ein Formel 1-Sponsoring mit Brawn GP weder existiert noch geplant ist.

Henkel hat Daimler unverzüglich nach Kenntniserlangung der Selbstanzeige des ehemaligen Henkel-Mitarbeiters am 28. Oktober 2009 über die darin enthaltenen Betrugsvorgänge informiert. Henkel unterstützt die Ermittlungsbehörden vollständig bei der Aufklärung.

Jedwede Zahlungen werden ausgeschlossen

Am 13. November 2009 forderte Brawn Henkel unter Fristsetzung und Androhung gerichtlicher Schritte zur Zahlung der ersten Tranche des Sponsoringbetrags auf. Henkel hat daraufhin am 19. November 2009 zur Wahrung seiner berechtigten Interessen beim Landgericht Düsseldorf eine Klage gegen Brawn eingereicht, um feststellen zu lassen, dass aufgrund der vorhandenen Dokumente keinerlei Verpflichtungen für Henkel bestehen. Henkel ist nicht bereit, aufgrund in betrügerischer Absicht erstellter Dokumente, Zahlungen für ein nicht beabsichtigtes Formel 1-Sponsoring zu übernehmen."

Gegen den Ex- Henkel-Manager aus der "fünften Ebene", Kai von B., wird von der Staatsanwaltschaft bereits wegen anderweitiger Betrugsvorwürfe zu Ungunsten seines ehemaligen Arbeitgebers ermittelt. Erst jetzt kam auch die Affäre um das angebliche Sponsoring an die Öffentlichkeit.

(Redaktion)


 


 

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