09.03.2011  09:07 Uhr

Wirtschaft in Hamburg
Hamburg: Der Duft der großen weiten Welt

Hamburg. Es sind schon einige Pfunde, mit denen Hamburg wuchern kann. Deutschlands zweitgrößte Stadt beheimatet Unternehmen von Weltruf und bietet seinen Bürgern eine reiche Palette an Kultur und Freizeitmöglichkeiten.

Weltnamen wie Nivea und Montblanc, der Flugzeugbauer Airbus, der zweitgrößte europäische Containerhafen, der Tierpark Hagenbeck und dazu eine überaus engagierte Bürgerschaft, um die viele andere Städte die Hanseaten beneiden: Hamburg bietet eine Menge, und dieses gelungene Gesamtpaket wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus.

In der Stadt mit dem Kennzeichen HH leben über 1,75 Millionen Einwohner, Hamburger Unternehmen beschäftigen über eine Million Menschen. Mit fast 50.000 Euro je Einwohner hat Hamburg das höchste Bruttoinlandsprodukt aller Bundesländer – der Bundesdurchschnitt liegt bei knapp 28.000 Euro.

Getrost kann man konstatieren: Die Hamburger Wirtschaft ist im Schwung. Die Stadt profitiert dabei von einer äußerst günstigen geografischen Lage. Hamburg ist internationale Drehscheibe für die Warenströme aus Nordeuropa und den Boomregionen Asiens. Und mit der EU-Osterweiterung wurden den Hansestädtern auch noch die Handelsströme aus dem Baltikum ins Hafenbecken gespült.

Ein Schwerpunkt der Hamburger Industrie bildet die Luftfahrt. Airbus hebt mit mehr als 11.000 Mitarbeitern ab und baut neue Flugzeuge, während sich 7.000 Mitarbeiter der Lufthansa auf die Wartung und Überholung von Flugzeugen spezialisiert haben – auch denen anderer Fluggesellschaften. Weiterer großer Arbeitgeber ist der Hamburger Airport, und rund um die Branche haben sich zahlreiche Mittelständler – Zulieferer, Ingenieurbüros und Dienstleister – angesiedelt, insgesamt fast 100.000 Beschäftigte in der Metropolregion.

Nicht nur der Hafen, sondern vor allem auch die hier ansässigen Außenhändler und international ausgerichtete Dienstleister wie Banken, Versicherungen und Verkehrsunternehmen machen Hamburg zum „Tor zur Welt“. Der Hamburger Hafen ist mit einem Güterumschlag von über 134,9 Millionen Tonnen Deutschlands größter Seehafen und einer der bedeutendsten Warenumschlagplätze der Welt. An 320 Liegeplätzen werden hier durchschnittlich 11 700 Schiffe pro Jahr abgefertigt.

Neben den in tiefer Tradition verwurzelten Unternehmen wie Blohm und Voss oder Beiersdorff hat Hamburg gut daran getan, auch neue Branchen wie etwa Life Science und die Nanotechnologie mit offenen Armen zu empfangen. Forscher von Weltruf aus Physik, Chemie, Biologie, Medizin und Informatik haben in Hamburg ihre Heimat gefunden und finden beste Bedingungen: das überregionale Kompetenzzentrum Nanoanalytik, das Netzwerk HanseNanoTec, das interdisziplinäre Nanowissenschafts-Centrum und schließlich das Forschungszentrum CAN – Centrum für angewandte Nanotechnologie , das mehrheitlich in den Händen der Wirtschaft liegt. Von der Grundlagenforschung bis hin zur Produktentwicklung mit Nanotechnologie decken diese Institute quasi sämtliche Bereiche dieser aufstrebenden Branche ab.

Hamburgs Wirtschaft: Viel Tradition im Chinageschäft

Handelsplatz Hamburg: Ob Textilien oder Rohstoffe aller Art, Tee oder Kaffee, Kupfererze, und Südfrüchte, Hamburg spielt bei vielen Importgütern eine führende Rolle. Die wichtigsten Handelspartner sind dabei Frankreich, Großbritannien, die USA sowie China. Zu den aufstrebenden Asiaten bestehen bereits langfristige Beziehungen, schon im 18. Jahrhundert gab es erste Handelskontakte mit China. Auf der einen Seite sind mehr als 700 Hamburger Firmen im Chinageschäft tätig, andererseits haben mehr als 400 chinesische Unternehmen ihren Sitz in der Hansestadt.

Auch in Sachen Verkehr und Logistik ist die Hansestadt bestens aufgestellt. Der Hafen - bis zum Jahr 2015 soll das Containerumschlagvolumen auf über 18 Millionen Standardcontainer wachsen – wird zum Kreuzfahrtzentrum, und wenn Highlights wie die „Queen Mary II“ am Steg festmachen, lockt dies wiederum Tausende Touristen in die Stadt. Auch das Schienennetz und die Straßen-Infrastruktur präsentieren sich in Hamburg von ihrer besten Seite, der Flughafen in Fuhlsbüttel ist für immerhin 16 Millionen Passagiere ausgelegt.

Die Hamburger City mit ihren Einkaufsstraßen Jungfernstieg, Mönckebergstraße und Neuer Wall gilt als besonders chic, die Ladenmieten zählen zu den teuersten in der Republik. Dennoch – citynah tummelt sich ein bunter Einzelhandelsmix, und in den Stadtteilen sind viele Fachgeschäfte vertreten, die die bunte Hamburger Handelsgeschichte widerspiegeln. Wer sich auf die vielen Sortimente einlässt und durch die luftige Hansestadt schlendert, trifft auf ein ebenso reichhaltiges Angebot an Gastronomie, die für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel ein Schmankerl bereithält.

Zudem ist Hamburg einer der ältesten und größten Finanzplätze in Deutschland, ebenso Standort großer Verlage und Medienstadt, und viele kleine Dienstleister bedienen Nischen, mit denen sie das bunte Wirtschaftsleben noch farbenfroher gestalten. Die Kulturpalette ist reichhaltig, und auch bei den so genannten weichen Standortfaktoren besticht Hamburg durch viel Lebensqualität. Grün- und Erholungsflächen machen 14 Prozent des Stadtgebiets aus und schaffen hohen Wohn- und Lebenskomfort. Und wer sich einen guten Überblick verschaffen will, sollte ins Miniatur-Wunderland gehen. Die neue Touristenattraktion bildet Hamburger Ansichten detailverliebt nach – Groß und Klein sind von der riesigen„Eisenbahnanlage“ hingerissen.


 

(Redaktion)



 


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