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Ivars Kalvins erfindet das Herzmedikament Meldonium und andere – Entdeckergeist und Pionierarbeit Teil 11

Der Herzinfarkt gehört laut Weltgesundheitsorganisation zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Wie können wir Infarkte vermeiden oder deren Folgen nachhaltig behandeln? Aus Riga kommt ein Medikament, das genau hier ansetzt. Sein Erfinder: Ivars Kalvins. Der lettische Wissenschaftler hat seine Forschungskarriere darauf ausgerichtet, mit Wirkstoffen aus der Natur medizinische Fortschritte zu erreichen.

Kalvins ist Laborleiter am Lettischen Institut für organische Synthese. Seit Beginn seiner Berufskarriere will er den Herzinfarkt besiegen. Doch dazu muss er erst einmal verstehen, wie er entsteht. Wie alle Muskeln in unserem Körper brauchen auch die Zellen des Herzmuskels Energie. Diese beziehen sie unter anderem aus Glukose, Fettsäuren und Sauerstoff, dem Treibstoff der Energiegewinnung. Sie alle werden über das Blut in die Zellen transportiert.

„Wenn die Blutversorgung zum Herzen unterbrochen wird und so der Energiebedarf des Herzmuskels abreißt, sterben die Zellen ab. Der Muskel enthält dann totes Gewebe“, erklärt Ivars Kalvins, Finalist Europäischer Erfinderpreis 2015. Die toten oder kranken Zellen bewirken, dass die Funktion des Herzmuskels eingeschränkt wird. Es kommt zum Infarkt. Kalvins‘ Ansatz: eine natürliche Lösung – im Gegensatz zu künstlich hergestelltenWirkstoffen – für das Problem zu finden!


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Schließlich entdeckt er einen körpereigenen Stoff, der in höheren Dosen verabreicht, wie Doping für die Zellen funktioniert: Meldonium! Es unterdrückt die Ablagerung giftiger Rückstände im Herzmuskel und versorgt die Zellen gleichzeitig mit mehr Sauerstoff. Man kann es intravenös oder in Pillenform verabreichen.

In vielen Ländern Osteuropas ist Meldonium mittlerweile ein großer Erfolg und wird dort als Standard-Behandlung bei Infarkten eingesetzt. Dieses Medikament allein macht 0,7 Prozent aller lettischen Exporte aus! Es hilft sowohl vorbeugend als auch rehabilitierend, ist allerdings in Westeuropa und den Vereinigten Staaten noch nicht zugelassen, da die erforderlichen Studien erst in Planung sind. Aber Kalvins ist sich schon jetzt sicher: Meldonium ist die Antwort auf ein globales Problem.

Ein erprobtes Mittel gegen Herzinfarkt ist zwar sein größter Erfolg – doch Kalvins erreichte noch weitere Meilensteine im Bereich der medizinischen Chemie: Er entwickelte Medikamente zur Behandlung von Krebserkrankungen und Alzheimer. Bis heute hat Ivars Kalvins 650 wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht, und ist an mehr als 215 Patenten beteiligt.

Für seine zahlreichen Entdeckungen ist er jetzt für den Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie „Lebenswerk“ nominiert. Die Verleihung des renommierten Preises findet dieses Jahr in Paris statt.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von fdo
15.04.16 00:35 Uhr
Meldonium

Ich bin 71 und leide unter Diabetis II. Seit ein paar Jahren plagte ich mich mit einer "stabilen Angina Pectoris", d.h. bei starker körperlicher Arbeit im Garten, am Auto oder wenn ich zu schnell die Treppe rauf ging schnappte ich oft nach Luft und ich spürte den Angina typischen Druck im äußeren Lungenbereich. Das hatte sicherlich auch mit meinem erhöhtem Blutzuckerspiegel zu tun der nun seit Anfang März zum ersten Mal im normalen Bereich (80 - 120) liegt, aber auch an Meldonium das ich seit Februar mit 250 mg zweimal täglich einnehme. Inzwischen geht es mir deutlich besser und mein Körper ist wieder belastbar. Meiner Meinung nach sollte Meldonium hier und in den USA zugelassen werden. Hier ist der klinische Test: http://www.grindeks.lv/mce/uploads/mici.pdf

 

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