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Innovationen im Alltag

Kees Schouhamer Immink erfindet ein Kodierverfahren für CD, DVD und Blu-Rays – Entdeckergeist und Pionierarbeit Teil 15

Ob Musik hören, Videos schauen oder Videospiele nutzen – ein Leben ohne CD, DVD oder Blu-Ray-Disc ist kaum noch vorstellbar. Es war der Niederländer Kees Schouhamer Immink, der mit anderen einen Weg gefunden hat, Musik und Filme digital auf die kleinen, silbernen Scheiben zu speichern. Imminks Entdeckung revolutioniert die Unterhaltungsbranche.

Der Schlüssel zur digitalen Datenspeicherung ist ein geniales Kodierungsprogramm. Es übersetzt elektrische Signale in eine digitale Sprache – so gelangen Informationen wie zum Beispiel Musik auf einen digitalen Datenträger. Das lässt sich vergleichen mit einem Satz, der vom Englischen ins Chinesische übersetzt werden soll. Hier müssen nicht nur die Wörter, sondern auch die Schriftzeichen übersetzt werden. Aus „How are you“ wird im Chinesischen ein Muster aus Strichen und Punkten.


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Immink ist Miterfinder von drei Generationen digitaler Datenträger: Er arbeitete aktiv an der Einführung der CD im Jahr 1982, der DVD im Jahr 1995 und der Blu-ray-Disc im Jahr 2006. Mittlerweile ist er in mehr als 1.000 Patenten weltweit als Beteiligter genannt.

Die Erfolgsgeschichte beginnt in der Forschungsabteilung eines Elektronikkonzerns. Hier soll er Ende der 70iger-Jahre Qualitätsprobleme der analogen Systeme, wie Musikkassetten und Vinyl-Schallplatten beheben. Denn wenn man eine Schallplatte immer wieder abspielt, fängt sie irgendwann an zu kratzen und die Tonqualität leidet. Die Lösung des Problems ist eine neue Technologie: Die Compact Disc, kurz CD. Im Gegensatz zur Schallplatte, auf der die Toninformation in den Kunststoff eingraviert ist, ist bei der CD die Information mit Hilfe des Binärcodes digital gespeichert. Die CD ist nämlich kein Ton-, sondern ein Datenträger. Die Musik wird digital auf die Aluminiumschicht der CD gespeichert – und zwar durch das Einprägen mikroskopisch kleiner Vertiefungen, genannt Pits, und glatten Stellen, genannt Lands. Eine Lackschicht versiegelt die Information. Immink sieht großes Potenzial in der digitalen Datenspeicherung.

Bei der Markteinführung 1982 erweist sich die CD zunächst als Ladenhüter. Der große Durchbruch kommt erst drei Jahre später: Damals lässt Philips erstmals ein Musikalbum vollständig digital aufnehmen: das Album „Brothers in Arms“ von den Dire Straits. Das Ergebnis: Mit mehr als einer Millionen verkauften Exemplaren wird die CD zum Kassenschlager. Der Siegeszug der digitalen Unterhaltungselektronik beginnt! In manchen Jahren werden weltweit über 130 Millionen Discs verkauft. Im nächsten Schritt sollen auch Spielfilme auf CD gebrannt werden. Wieder hat der Niederländer die Nase vorn. Er findet die optimale Codemodulation, diesmal für die DVD.

Im Jahr 2000 – bereits drei Jahre nach Einführung ist die DVD das erfolgreichste Unterhaltungsprodukt aller Zeiten und beschert der Branche weltweit jährlich bis zu 31 Milliarden Euro. Für seine Kodierungstechnologien hält Immink rund 1.000 Patente weltweit. Auch die Blu-Ray-Disc baut auf seinen Entdeckungen auf. Ob in der Spiele-Konsole oder im Player für einen gemütlichen Fernsehabend – Imminks Erfindergeist prägt unser Leben maßgeblich. Grund genug, den technischen Ingenieur für den Europäischen Erfinderpreis 2015 in der Kategorie „Lebenswerk“ zu nominieren.

(Redaktion)


 


 

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