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Innovationsstandort Hamburg

„Calls for Transfer“ und „Science Scout“ sollen Entwicklung neuer Produkte und Technologien stärken

Die neue Online-Plattform „Science Scout“ bündelt innovative Forschungsprojekte der Hamburger Hochschulen und macht diese für die Öffentlichkeit zugänglich. Das von Projekt wurde von der Wissenschaftsbehörde gefördert und ist seit 27. August 2020 am Start. Auch Forschungsprojekte der Förderlinie „Calls for Transfer“ sind enthalten.

Förderprogramme sorgen für Innovationsschub aus der Wissenschaft

Über die Online-Plattform „Science Scout“ sollen Interessierte aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur schnell und unkompliziert auf die vielfältige Expertise der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugreifen und in Kontakt treten können.

Auch Forschungsprojekte der Förderlinie „Calls for Transfer“ sind enthalten. Im Rahmen dieses erfolgreichen Transfer-Förderprogramms konnten seit 2018 insgesamt 54 Hochschul-Projekte mit jeweils bis zu 30.000 Euro unterstützt und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, wertvolles Wissen, Ideen und Erfindungen aus der Forschung den Weg in die praktische Anwendung zu ebnen. Bisher wurden zwölf Fördervorhaben abgeschlossen und ausgewertet.

1 Million Euro zusätzliche Fördermittel

„Der Ideen-, Wissens- und Technologietransfer ist neben Forschung und Lehre eine wichtige Aufgabe der Hochschulen in Hamburg und bedeutender Treiber für die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Die Förderprogramme „Calls for Transfer“ und „Science Scout“ leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass neue Gründungsideen und technologische Neuerungen den Weg aus den Hochschulen in die Wirtschaft finden“, sagt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. Der Erfolg zeige einmal mehr die Bedeutung der Wissenschaft für die Stadt: Sie sorge für Fortschritt, Innovationen und Investitionen. Alleine in den letzten zwei Jahren konnten aus einer Fördersumme von rund 360.000 Euro des Senats 2,4 Millionen Euro Drittmittel eingeworben werden, so die Senatorin. Am Ende seien aus den Projekten zwei Patente, drei Erfindungen und zwei Gründungen entstanden. Das sei ein großer Erfolg für den Wissenschaftsstandort Hamburg und zeige die enorme Kreativität junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Um die beiden erfolgreichen Förderprogramme „Calls for Transfer“ und „Science Scout“ fortzuführen werde die Wissenschaftsbehörde eine Million Euro an zusätzlichen Fördermitteln zur Verfügung stellen.

Calls for Transfer: Wissens- und Technologieaustausch

Das im Juni 2018 im Rahmen des neuen Förderprogramms für Technologietransfer und Innovationen an Hochschulen gestartete Projekt „Calls for Transfer“ (C4T) in Trägerschaft der Technischen Universität Hamburg (TU Hamburg) unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Forschungsergebnisse unsere Gesellschaft von morgen mitgestalten. Das durch die Wissenschaftsbehörde finanzierte Programm verfolgt dabei das Ziel, transferrelevante Ideen sowie wirtschaftswirksame Konzepte aus der Forschung nachhaltig zu stärken: Mithilfe dieses Formats werden transferrelevante Projekte aller staatlichen Hamburger Hochschulen unterstützt und weiterentwickelt, um kreativen Lösungen einen direkten Weg in die praktische Anwendung zu ebnen. Zweimal im Jahr haben Hamburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in themenoffenen Calls die Möglichkeit, in einem unbürokratischen Verfahren Fördermittel für ihre kreativen Transferideen zu beantragen, deren Weiterentwicklung ohne diese Förderung häufig nicht möglich wäre. Den Forschenden steht dabei Hamburg Innovation als Projektkoordinator zur Seite, die als Schnittstellen-Manager zwischen Wissenschaft und Wirtschaft nicht nur alle Herausforderungen des Wissens- und Technologietransfers meistert, sondern zugleich unterschiedliche Partner vernetzt.

Lösungen zu komplexen Fragestellungen in unserer Gesellschaft

Alle ausgewählten Projekte – etwa Kunststoffrecycling, medizinischen Bildgebungsverfahren, oder klimaneutrale Alternativkraftstoffe – forschen an Lösungen zu komplexen Themen, die gegenwärtig oder in Zukunft unsere Gesellschaft verändern werden.

Zu den geförderten Projekten zählen laut Presseinformation der Wissenschaftsbehörde auch „Biofilms“ und „Bioplast“ der Doktorandin Anne Lamp von der TU Hamburg, die mit Hilfe umweltschonender Produktionsverfahren nach Alternativen zu fossilen Rohstoffen forscht. Ziel sei es, die Kunststoffverschmutzung zu stoppen, das Problem von Mikroplastik – und am Ende Plastikmüll insgesamt – zu verhindern. Das von Anne Lamp entwickelte Verfahren ermögliche es, aus Reststoffen der Agrarindustrie ein neues Material herzustellen, aus dem ein Bioplastik-Film, ein Bio-Hartplastik und Beschichtungen gewonnen werden können. Diese seien 100 Prozent biobasiert, konkurrierzen nicht mit der Lebensmittelproduktion, benötigten keine umwelt- oder gesundheitsschädlichen Weichmacher oder andere Zusatzstoffe und seien zu Hause kompostierbar. Weitere Infos unter www.traceless.eu

Science Scout: Wissenschaft transparent gestalten

In Sachen Wissens- und Technologietransfer bedeutet digitale Transformation nicht nur Transparenz, sondern auch den vereinfachten Schritt in den Dialog: „Science Scout“ ist eine neue Wissenschafts-Datenbank mit Suchfunktion. Die Idee dahinter ist, die häufig langwierige Recherche neuester Forschungsergebnisse zu vereinfachen. So lassen sich schnell die richtigen Ansprechpersonen an den Hamburger Hochschulen für unterschiedlichste Projekt-Ideen ermitteln. Und: Durch die redaktionell aufgearbeiteten Profile von Expertinnen und Experten sowie von Forschungsergebnissen und -zusammenhängen soll Wissenschaft auch für Wirtschaft und Gesellschaft verständlicher werden. Erklärtes Ziel: Das Bild der vielseitigen Hochschullandschaft Hamburgs insgesamt wird so transparenter.

Um auch verborgene Ideen und marktfähige Forschungsergebnisse aufspüren und abbilden zu können, sind bereits seit einiger Zeit „Innovation Scouts“ an den staatlichen Hochschulen Hamburgs unterwegs. Sie gehen direkt in die Labore, in Werkstätte und zu den Professorinnen und Professoren und suchen dort nach transferrelevanten Ideen. Sie bilden die Schnittstelle zu den jeweiligen Transfereinrichtungen. Das für die Online-Plattform „Science Scout“ gesammelte sowie aufgearbeitete Wissen basiere auf persönlich geführten Interviews, die vorerst oft theoretische Forschung mit einer möglichen praktischen Umsetzung näher zusammenbringen, heißt es. Auf diese Weise bahne das Projekt online wie offline neuen Konzepten und kreativen Lösungen aus der Hamburger Hochschullandschaft einen direkten Weg in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Das Projekt ist in gemeinschaftlicher Entwicklung durch die Hamburger Hochschulen entstanden und wird durch die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert. Projektträger ist die Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg, Koordinator des Projekts ist die Hamburg Innovation GmbH.

Das Pilotprojekt wird im ersten Schritt als Beta-Version starten, um Nutzer-Feedback gezielt zu sammeln und für den weiteren Ausbau umzusetzen. Weitere Informationen: www.sciencescout.hamburg

(Redaktion)


 


 

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